Selbstbestimmtes Leben: Organspende, ja oder nein?

07.11.2016

Es ist ein Thema, das immer wieder diskutiert wird: Sollen Organe, Zellen und Gewebe nach dem Tod gespendet werden oder nicht? Egal wie man sich entscheidet, es ist wichtig festzuhalten, ob man einer Organspende zustimmt oder nicht. Sorgen Sie für sich und Ihre Liebsten für den Ernstfall vor.

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Nur ein kleiner Teil der Schweizer Bevölkerung macht sich während seines Lebens Gedanken zum Thema Organspende. Oftmals denkt man erst darüber nach, wenn man jemanden im Bekanntenkreis hat, dem eine solche Spende das Leben retten würde. Gedanken zur Frage “Will ich einmal meine Organe, Gewebe oder Zellen spenden oder nicht?” hat sich zwar eine Mehrheit der Schweizer schon einmal gemacht. Jedoch nur einige davon haben ihren Willen den Angehörigen mitgeteilt oder eine Spendenkarte ausgefüllt.

Wichtige Entscheidungen
Nach dem Verlust einer geliebten Person befindet man sich in tiefer Trauer. Sich dann in dieser Trauer mit Fragen rund um das Thema Organspende beschäftigen zu müssen, ist extrem schwierig. Was hätte die Person sich gewünscht? Kenne ich den Willen meines Lebenspartners oder meiner Mutter überhaupt? Wie kann man sicher sein, den richtigen Entscheid zu fällen? Den Entscheid, den auch die verstorbene Person getroffen hätte? Die Frage, ob der soeben verstorbene Lebenspartner einer Organspende zugestimmt hätte, muss zudem meist schnell, unter Zeitdruck gefällt werden, damit eine Spende überhaupt noch möglich ist.

In fast allen Fällen, in denen eine Spende möglich ist, liegt keine schriftliche Willensäusserung des Verstorbenen vor – das ist die Realität in der Schweiz. Deshalb werden die Angehörigen um eine Entscheidung angefragt. Diese wiederum versuchen dann aufgrund des mutmasslichen Willens der kürzlich verstorbenen Person zu entscheiden, bzw. diesen zu rekonstruieren.  Oftmals sind die Meinungen unter den Angehörigen dabei aber unterschiedlich – die Folge sind höchst emotionale Konflikte.

Sorgen Sie vor!
Es ist trotz aller Vorteile einer Willensäusserung zu sagen, dass in der Schweiz keine Pflicht besteht, sich für oder gegen eine Organspende auszusprechen. Es handelt sich um eine persönliche Entscheidung, die mit den individuellen Vorstellungen des Todes verbunden ist und zu der niemand gezwungen werden soll. Umso mehr empfiehlt es sich, für jeden Einzelnen, sich zu der Thematik eine Meinung zu bilden. Unabhängig ob man dessen Befürworter oder Gegner ist. Wer hier vorsorgt, denkt an seine Mitmenschen. Und zwar auch an die Angehörigen, für die eine zu Lebzeiten gemachte Willensäusserung eine extreme Erleichterung und Entlastung darstellt. Zudem hat die entscheidende Person auch Gewähr, dass nach dem Tod gemäss dem eigenen Willen verfahren wird. Wer hier vorsorgt, kann im Sinne eines selbstbestimmten Lebens der Hilflosigkeit im Altern, nach einer unheilbaren Krankheit oder einem Unfall nicht mehr selber entscheiden zu können, entgegentreten.

Die Vorsorge in Form von Organspendeausweis (auf dem Sie auch Ihren Willen, NICHT spenden zu wollen, äussern können) oder einer Patientenverfügung hilft, sich abzusichern. Sie können darin auch Ihre Liebsten beauftragen, für Sie Entscheidungen zu treffen. Mehr zum Thema Patientenverfügung finden Sie auf myWorld, dem umfassenden Finanz und Vorsorgeportal der Swiss Life.

Um bis an Ihr Lebensende ein selbstbestimmtes Leben zu führen, sollte sich jeder um die nötigen Vorsorgeformulare kümmern. Weitere Informationen zum Thema und eine Spendenkarte finden Sie auf swisstransplant.org

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