Nicht schimpfen, planen

29.09.2016

Alle Jahre wieder: Man sitzt vor der Steuererklärung, addiert Zahlen – und vor dem inneren Auge wird die Steuerrechnung höher und höher. Hätten Sie nicht doch besser planen können, damit der Betrag tiefer ausfällt? Vermutlich! Deshalb hat die Swiss Life, in Zusammenarbeit mit dem Beobachter, einen Leitfaden ausgearbeitet, der die wichtigsten Punkte aufzählt, wie man mittels Vorsorge Steuern sparen kann.

Wer erst beim Ausfüllen der Steuererklärung ans Optimieren denkt, ist für einige Dinge zu spät dran. Die steuergünstige Altersvorsorge, die clevere Staffelung von Unterhaltsarbeiten am Eigenheim, der steuerlich geschickte Bezug der Vorsorgegelder – das alles benötigt einen gewissen Vorlauf, um sich positiv auf die nächste Steuerrechnung auszuwirken.

Als erstes gilt es Ihren Grenzsteuersatz zu ermitteln. Dies tun Sie am einfachsten mit dem Onlinerechner Ihrer Bank oder Ihres Versicherers. Geben Sie die Zahlen ein und lassen Sie rechnen. Einige Rechner zeigen neben der Steuerbelastung auch den Grenzsteuersatz an. Wenn nicht, lassen Sie, mit einem ca. 100 Franken höheren Einkommen nochmals rechnen. Der Unterschied in Franken entspricht Ihrem Grenzsteuersatz in Prozent.

Danach können Sie sich den verschiedenen Möglichkeiten der Vorsorge widmen und die nötigen Schritte im alten Jahr einleiten. Im neuen Jahr dürfen Sie sich dann, über die merklich kleiner ausfallende Steuerrechnung, freuen.

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Säule 3a

Wer im Alter allein mit den Renten von AHV und Pensionskasse auskommen muss, kann den bisherigen Lebensstandard kaum halten. Zum Glück bietet die Säule 3a ein probates Mittel, um diese Vorsorgelücke zu schliessen. Zwar ist das eingezahlte Geld grundsätzlich bis zur Pensionierung gebunden, doch das wird durch die drei Steuervorteile mehr als ausgewogen:

  1. Die Einzahlung in die Säule 3a, dürfen Sie vom steuerbaren Einkommen abziehen.
  2. Das ganze 3a-Guthaben, samt den Erträgen, ist bis zur Pensionierung von der Besteuerung ausgenommen.
  3. Bei der Auszahlung wird das 3a-Kapital getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem tieferen Satz besteuert.

Für alle drei Varianten gilt: Staffeln lohnt sich!

Pensionskasse

Auf Ihrem Pensionskassenausweis sehen Sie, ob Sie später mit dem maximal möglichen Altersguthaben rechnen können. Wenn nicht, haben Sie die Möglichkeit, sich zusätzlich einkaufen – und damit Steuern zu sparen. Die Einkaufssumme dürfen Sie grundsätzlich vom steuerbaren Einkommen abziehen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie den Maximalbetrag für die Säule 3a bereits ausgeschöpft haben. Denn eine verpasste 3a-Zahlung können Sie im nächsten Jahr nicht nachholen. Den Zeitpunkt für einen Einkauf dagegen können Sie frei wählen und so zum Beispiel eine Bonuszahlung oder eine Erbschaft steuerlich günstig «unterbringen».

Säule 3b

Vermögensanlagen tätigt man, um zum Beispiel nach der Pensionierung mehr Geld zur Verfügung zu haben – und nicht, um Steuern zu sparen. Wenn das gleichzeitig möglich ist, umso besser. Klären Sie vor jedem Anlageentscheid das Risiko sorgfältig ab und überlegen Sie gut, ob Sie es eingehen können und wollen. Bereiten Ihnen (vorübergehende) Verluste auf Ihren Anlagen schlaflose Nächte, investieren Sie besser in sichere Papiere. Bei der Ermittlung Ihres Anlegerprofils unterstützen Sie die Berater Ihrer Hausbank oder Ihrem Versicherer.

Wohneigentum

Eigenmietwert, Amortisation, Unterhaltskosten – Eigenheimbesitzer werden zu Steuerexperten. Wer es geschickt anpackt, spart gutes Geld. Den Eigenmietwert als fiktives Einkommen versteuern zu müssen, ist vielen Hausbesitzern ein Dorn im Auge. Zum Glück lässt sich das ausgleichen: mit dem Abzug der Hypothekarzinsen und der Unterhaltskosten.

Behalten Sie die Belege für Arbeiten, die Sie nicht abziehen konnten. Sollten Sie die Liegenschaft zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen, können Sie diese Kosten bei der Grundstückgewinnsteuer geltend machen.

Nachlassplanung

Wenn es ans Erben geht, ist der Steuerzug bereits abgefahren. Steueroptimierung muss der Erblasser betreiben – zum Beispiel mit einer rechtzeitigen Schenkung. Von allen Steuern ist wohl die Erbschaftssteuer die umstrittenste. Dabei ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung davon betroffen. Der Bund erhebt keine Erbschaftssteuern und in den meisten Kantonen sind die nächsten Verwandten ebenfalls davon befreit. Grosse Teile der Gesamterbschaften gehen somit steuerfrei über die Bühne. Der einzige Kanton, der gar keine Erbschaftssteuer kennt, ist aber nach wie vor Schwyz. Aber aufgepasst: Verschenken Sie nicht zu viel Vermögen, nur weil es steuerliche Vorteile hat. Ihre finanzielle Unabhängigkeit sollten Sie sich bewahren; dafür haben Sie schliesslich während Ihrer Erwerbsjahre gespart.

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