Veränderung der Arbeitssituation

Jede Änderung im Arbeitsleben wirkt sich auf Ihre Vorsorge aus – ob Sie zum Beispiel den Job wechseln, Ihr Pensum reduzieren, sich selbständig machen oder die Berufstätigkeit unterbrechen. Gut, dass Sie da Vorsorgelücken über die 2. und 3. Säule teilweise oder sogar vollständig schliessen können.

loading

Erwerbsaufgabe – und trotzdem vorsorgen

Eine vorzeitige Berufsaufgabe betrifft auch Ihre Vorsorge, die Sie weiterhin pflegen sollten. Am besten lassen Sie sich zu Ihren Möglichkeiten beraten.

Eine frühe Berufsaufgabe ändert viel. Betroffen sind nicht nur Ihr Einkommen, sondern auch Ihre Vorsorge. Ihr angespartes Vorsorgekapital aus der 2. Säule können Sie auf ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank überweisen – oder in eine Freizügigkeitspolice einer Versicherung übertragen.

Das Vorsorgekapital erhalten Sie frühestens fünf Jahre vor der Pensionierung ausbezahlt (mit unten stehenden Ausnahmen). Sobald Sie Ihre Freizügigkeitsleistung bezogen haben, sind Sie selbst für Ihre Altersvorsorge verantwortlich. Zudem sollten Sie die Risiken Invalidität und allenfalls Tod privat absichern.

Vorzeitiger Bezug von Freizügigkeitsgeldern:

  • zur Finanzierung einer Hypothek von selbstbewohntem Wohneigentum
  • bei Aufnahme oder Wechsel der Selbständigkeit
  • für den Einkauf in eine Pensionskasse
  • bei definitiver Auswanderung aus der Schweiz
  • bei voller Invalidität


Kranken- und Unfallversicherung regeln

Möglicherweise waren Sie über einen Kollektiv- oder Corporate-Vertrag krankenversichert. In diesem Fall brauchen Sie innerhalb von 30 Tagen eine neue Police. Die Unfallversicherung, bei der Sie über Ihren Arbeitgeber versichert waren, können Sie über die „Abredeversicherung“ für maximal 180 Tage verlängern. Danach bleibt Ihnen der Unfalleinschluss bei der Krankenkasse. Oder die Möglichkeit, eine Unfallversicherung bei einem Versicherer abzuschliessen.

Checklist: Darauf sollten Sie achten

  • Ihr Freizügigkeitsguthaben aus der 2. Säule wird Ihnen frühestens fünf Jahre vor der Pensionierung ausbezahlt (mit oben stehenden Ausnahmen).
  • Nach Bezug des Guthabens aus der 2. Säule sind Sie selbst für die eigene Altersvorsorge verantwortlich.
  • Haben Sie keine Pensionskasse mehr, müssen Sie Risiken wie Invalidität oder Tod privat absichern.

Checklist: So gehen Sie vor

  • Entscheiden Sie, ob Sie Ihr Guthaben aus der 2. Säule auf ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank überweisen oder in eine Freizügigkeitspolice einer Versicherung übertragen.
  • Beim Unfallversicherungsschutz gilt zu beachten, dass dieser 30 Tage nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausläuft. Vereinbaren Sie eine "Abredeversicherung", mit der Sie noch maximal 180 Tage versichert bleiben.
  • Lassen Sie sich beraten, wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Vorsorge optimal geregelt ist.

1. Säule: Beitragslücken verhindern
Wer mindestens ein Jahr lang Beiträge an die AHV geleistet hat, erhält eine Altersrente. Das gilt auch, wenn Sie im Ausland wohnen. Aber: Sind oder werden Sie Staatsbürger eines Landes, mit dem die Schweiz kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, verlieren Sie mit der Verlegung des Wohnsitzes den Anspruch auf Ihre Rente.

2. Säule: Die Auszahlung ist länderabhängig

Für eine Auszahlung des Vorsorgeguthabens aus der 2. Säule müssen Sie zuerst nachweisen, dass Sie die Schweiz endgültig verlassen, um sich im Ausland niederzulassen. Die Nationalität der in der Schweiz versicherten Person spielt dabei keine Rolle.

  • Obligatorischer Teil: Ziehen Sie in ein Land ausserhalb der EU, können Sie Ihr Kapital aus der 2. Säule vollständig beziehen. Bei einem Umzug in einen EU-Staat, nach Island oder Norwegen ist eine Auszahlung Ihres Guthabens nicht möglich, wenn Sie dort weiter für Alter, Invalidität und Tod versichert sind. Ihr Kapital können Sie dann frühestens fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung beziehen.
  • Überobligatorischer Teil: Dieses Vorsorgeguthaben können Sie hingegen immer beziehen – auch bei der Auswanderung in einen EU- oder EFTA-Staat.

 

3. Säule: Die Auszahlung ist jederzeit möglich
Wandern Sie definitiv aus, können Sie sich Ihr Alterskapital aus der Säule 3a auszahlen lassen. Dazu brauchen Sie bei der Säule 3a eine Wohnsitzbestätigung aus Ihrem Zielland oder eine Abmeldebestätigung aus der Schweiz. Die Auszahlung erhalten Sie nach Abzug der Quellensteuer.

Checklist: Darauf sollten Sie achten

  • Leben Sie ausserhalb der EU oder der EFTA? Dann können Sie als Auslandschweizer der AHV unterstellt bleiben oder sich freiwillig bei der AHV versichern. Dadurch vermeiden Sie Beitragslücken und eine Kürzung Ihrer Altersrente.
  • Nach dem Zeitpunkt einer frühestmöglichen Pensionierung (bei den meisten Pensionskassen mit 58 Jahren) spielt es keine Rolle, ob Sie ins Ausland auswandern oder in der Schweiz bleiben.

Checklist: So gehen Sie vor

  • Für eine Auszahlung des Vorsorgeguthabens aus der 2. Säule müssen Sie nachweisen, dass Sie die Schweiz endgültig verlassen, um sich im Ausland niederzulassen.
  • Ihr Kapital aus der 3. Säule können Sie sich auszahlen lassen. Dafür ist die ausländische Wohnsitzbestätigung vorzuweisen. Die Auszahlung erfolgt mit Abzug der Quellensteuer.
  • Am besten informieren Sie sich bei Ihrer Pensionskasse und lassen sich von einer Fachperson beraten.
  • Informationen erhalten Sie auch beim Bundesamt für Sozialversicherungen, beim Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten und bei der Schweizerischen Ausgleichskasse.