Veränderung der Arbeitssituation

Jede Änderung im Arbeitsleben wirkt sich auf Ihre Vorsorge aus – ob Sie zum Beispiel den Job wechseln, Ihr Pensum reduzieren, sich selbständig machen oder die Berufstätigkeit unterbrechen. Gut, dass Sie da Vorsorgelücken über die 2. und 3. Säule teilweise oder sogar vollständig schliessen können.

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Erwerbsunterbruch – und vorher die Vorsorge regeln

Planen Sie einen Erwerbsunterbruch? Dann regeln Sie die Vorsorgelücken im Voraus. Hat der Unterbruch begonnen, ist es für manche Versicherungen zu spät.

Es gibt wunderbare Gründe für einen Erwerbsunterbruch. Mutter zu werden gehört dazu. Ein Nachdiplomstudium und ein langer, unbezahlter Urlaub genauso. Sie sollten aber auch die Folgen für die Vorsorge bedenken.

Klären Sie Ihre finanzielle Situation bereits vor der Geburt ab. Und lassen Sie sich allenfalls beraten. Bei einer regulären Babypause von 14 Wochen verläuft die Vorsorge in geregelten Bahnen.

Festangestellte Frauen erhalten gemäss Gesetz 14 Wochen lang 80% ihres Bruttolohns ausbezahlt. Die Vorsorge über die 2. Säule läuft in dieser Zeit unverändert weiter.

Absicherung bei Invalidität und Tod

Arbeitnehmende sind in der Regel über die 1. und 2. Säule versichert. Im Fall von Invalidität oder Tod erhalten die Versicherten bzw. Hinterbliebenen Taggelder und Renten.

Um allfällige Vorsorgelücken zu schliessen, können Sie zusätzliche Versicherungen im Rahmen der 3. Säule für den Invaliditäts- oder Todesfall eröffnen. Achten Sie darauf, die Versicherungen vor der Geburt zu regeln.

Familie statt Job

Manche Mütter widmen sich nach der Babypause weiter dem Kind. Sie beenden damit ihre Erwerbstätigkeit, jedenfalls vorübergehend.

Durch das fehlende Einkommen reduzieren sich aber die Leistungen der 1. und 2. Säule. Das Guthaben aus der 2. Säule wird an eine Freizügigkeitseinrichtung überwiesen und wächst nur noch im Rahmen der Zinsen weiter. Das kann im Alter zu wenig sein. In diesem Fall sollten Sie Ihren Deckungsbedarf abklären.

Checklist: So gehen Sie vor

Folgendes sollten Sie vor der Geburt regeln:

  • Krankenkassenanmeldung für das Neugeborene: Ihr Baby ist die ersten drei Monate in der Versicherung der Mutter mitversichert. Sollte es jedoch in den ersten Stunden oder Tagen krank werden, braucht es eine eigene Versicherung, die vorgeburtlich abgeschlossen werden muss. Bei Fehlbildungen, Frühgeburten oder typischen Neugeborenerkrankungen ist die IV zuständig.
  • Krankenkassen-Zusatzversicherungen: Die Zahnversicherung oder nichtpflichtige Medikamente und Leistungen sind freiwillig und brauchen zum Teil Anträge an die Krankenkasse. Sie können diese aber auch gut zu einem späteren Zeitpunkt abschliessen.
  • Haftpflicht-Familienversicherung: Als Eltern sind Sie für alles, was Ihre Kinder tun, haftbar. Wird zum Beispiel ein teures Möbelstück beschädigt, sind solche Schäden gedeckt.
  • Hausratversicherung: Sie deckt alle Schäden an Ihrem eigenen Mobiliar, die durch Feuer, Naturgewalt, Diebstahl und Wasser verursacht werden. Achten Sie vor allem auf die Versicherungssumme und den einfachen Diebstahl auswärts.

Weltreise, Ausbildung oder einfach eine Auszeit. Dauert Ihr unbezahlter Urlaub weniger als einen Monat, sind Sie im Rahmen des Gesetzes gegen alle Risiken (Alter, Invalidität und Tod) infolge Krankheit und Unfall versichert. Auch Ihre berufliche Vorsorge läuft unverändert weiter.

Bleiben Sie länger als einen Monat weg, sind die Pensionskassenleistungen abhängig vom gültigen Reglement. Bei einigen erhalten Sie die Leistungen 6 Monate, bei anderen 12 oder sogar 24 Monate während des unbezahlten Urlaubs.

Checklist: So gehen Sie vor

  • Vorsorgesituation prüfen: Treten Sie falls nötig mit Ihrem Arbeitgeber und Ihrer Pensionskasse in Verbindung.
  • Privat vorsorgen: Für die Zeit, in der Sie durch die 2. Säule nicht gedeckt sind, sollten Sie privat vorsorgen. So können Sie bei Wiederaufnahme der Arbeit die Vorsorgelücke durch einen Einkauf in die 2. Säule schliessen.
  • Invalidität und Tod: Entfällt der Schutz bei Invalidität oder Tod, sollten Sie diese Risiken mit einer Privatversicherung decken.
  • Freizügigkeitslösung: Verlassen Sie den Arbeitgeber, können Sie Ihr angespartes Altersguthaben im Rahmen einer Freizügigkeitslösung bei einer Versicherung oder Bank anlegen.
  • AHV-Mindestbeitrag: Arbeiten Sie ein ganzes Kalenderjahr nicht in der Schweiz, sollten Sie den jährlichen Mindestbeitrag von CHF 480 für die AHV freiwillig zahlen. Damit vermeiden Sie eine Beitragslücke. Versäumte Einzahlungen können Sie noch fünf Jahre rückwirkend überweisen.

Absicherung gegen Krankheit und Unfall

Solange Sie in der Schweiz angemeldet sind, ist die Grundversicherung durch die Krankenkasse obligatorisch. Sie bleiben automatisch versichert. Im Ausland zahlt die obligatorische Grundversicherung maximal den doppelten Betrag, den die gleiche Behandlung in der Schweiz kosten würde.

Die USA, Australien und andere Länder bergen das Risiko erhöhter Behandlungskosten. Beachten Sie zudem: 30 Tage nach der letzten Lohnauszahlung durch den Arbeitgeber endet der Schutz der obligatorischen Unfallversicherung.

Checklist: So gehen Sie vor

  • Versicherungsschutz: Solange Sie in der Schweiz angemeldet sind, bleiben Sie bei Krankheit und Unfall im Ausland zumindest durch die Krankenkasse versichert.
  • Abredeversicherung: Für die Unfallversicherung empfiehlt sich bei längerem Auslandaufenthalt eine Abredeversicherung, in der Regel über den Unfallversicherer des Arbeitgebers. Bei mehr als sechs Monaten Abwesenheit sollten Sie eine separate Unfallversicherung abschliessen oder diese als Zusatz in die Krankenkasse aufnehmen.
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