Veränderung der Arbeitssituation

Jede Änderung im Arbeitsleben wirkt sich auf Ihre Vorsorge aus – ob Sie zum Beispiel den Job wechseln, Ihr Pensum reduzieren, sich selbständig machen oder die Berufstätigkeit unterbrechen. Gut, dass Sie da Vorsorgelücken über die 2. und 3. Säule teilweise oder sogar vollständig schliessen können.

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Selbständig werden – mit Verantwortung für Mitarbeitende

Wer selbständig ist, trägt das Risiko, falls etwas schief läuft. Selbständige sollten deshalb ihre Vorsorge und ihre Versicherungen besonders beachten.

Bevor Sie mit Ihrer Firma Geld verdienen, müssen Sie investieren. Ein Jungunternehmer braucht in der Regel Kapital. Gründen Sie eine Personengesellschaft, dürfen Sie die angesparte Freizügigkeitsleistung aus der 2. Säule verwenden. Bei einer AG oder GmbH ist das nicht erlaubt. Überlegen Sie sich gut, ob Sie Ihr Kapital aus Ihrer 2. Säule tatsächlich investieren wollen. Geht das Geschäft schief, ist dieser Teil der Altersvorsorge verloren.

Beratungsplattformen

Es gibt aber andere Möglichkeiten, an Kapital zu kommen – über Stiftungen, Förderinitiativen oder Investoren. Die Entscheidung  über die Rechtsform Ihrer Firma muss also gut durchdacht sein. Diverse Beratungsplattformen wie das Institut für Jungunternehmen (ifj) oder das SECO leisten wertvolle Hilfe.

Checklist: So gehen Sie vor

  • Um sich Pensionskassenguthaben als Startkapital auszahlen zu lassen, müssen Sie belegen, dass Sie tatsächlich selbständigerwerbend sind. Melden Sie sich bei der AHV-Ausgleichskasse an. Die Aufnahmebestätigung schicken Sie Ihrer Pensionskasse.

Unternehmer versichern

Schliesst sich ein Selbständigerwerbender einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule an, versichert sie in der Regel das zu erwartende Einkommen. Hier handelt es sich aber nur um eine Lohnschätzung – anders als bei Arbeitnehmenden, deren Lohn meistens im Voraus bekannt ist.

Ergänzende Versicherungen:

  • Krankentaggeldversicherung: Übernimmt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
  • Berufshaftpflichtversicherung: Schützt Sie unter anderem vor Schadenersatzforderungen bei beruflichen Fehlleistungen
  • Rechtsschutzversicherung: Vertritt Sie in juristischen Belangen.
  • Säule 3a: Deckt die Risiken Invalidität und Tod. Gleichzeitig sparen Sie Steuern.

Mitarbeitende versichern

Grundsätzlich sind alle AHV-pflichtigen Mitarbeitenden mit einem Jahreslohn über der sogenannten Eintrittsschwelle dem BVG unterstellt. Die Eintrittsschwelle liegt aktuell bei CHF 21'150 (Stand 2016).

Neben der beruflichen Vorsorge über die 2. Säule müssen Sie als Arbeitgeber weitere Versicherungen für Ihre Mitarbeitenden abschliessen. Dazu zählen die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO), die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die Unfallversicherung (UVG).

Die Regelungen für Personenversicherungen sind übrigens nicht immer gleich. Je nach Rechtsform und Branche bestehen Unterschiede.

Personenversicherungen im Überblick

Versicherung

Selbständigerwerbende

(Einzelfirma, Kommandit-

gesellschaft, Kollektiv-

gesellschaft)

Inhaber einer AG

oder GmbH

Mitarbeitende
1. Säule (AHV/IV/EO) Obligatorisch Obligatorisch Obligatorisch
ALV Keine Absicherung möglich Obligatorisch Obligatorisch
Mutterschaft Obligatorisch Obligatorisch Obligatorisch
Familienausgleichskasse Keine freiwillige Absicherung möglich Obligatorisch Obligatorisch
2. Säule (BVG, Pensionskasse) Freiwillig Obligatorisch Obligatorisch
3. Säule a/b (Bank- und Versicherungssparen) Freiwillig Freiwillig Freiwillig
Berufsunfall (UVG) und Nichtberufsunfall (NBU) Freiwillig Obligatorisch (NBU ab acht Stunden pro Woche) Obligatorisch (NBU ab acht Stunden pro Woche)
Krankenkasse (Grundversicherung) Obligatorisch Obligatorisch Obligatorisch
Krankentaggeld Freiwillig Freiwillig Freiwillig