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Selbständig werden – mit Verantwortung für Mitarbeitende

Wer selbständig ist, trägt das Risiko, falls etwas schief läuft. Selbständige sollten deshalb ihre Vorsorge und ihre Versicherungen besonders beachten.

Als Unternehmer müssen Sie sich Gedanken machen, wie Sie Ihre Mitarbeitenden – und auch sich selbst – bestmöglich versichern. Denn die berufliche Vorsorge ist obligatorisch.
 

Grundsätzliches zu BVG
Die berufliche Vorsorge – auch zweite Säule genannt – ist einer der drei Pfeiler des Vorsorgesystems in der Schweiz. Sie gewährleistet eine sichere Rente im Alter sowie Schutz im Invaliditäts- oder Todesfall und ergänzt die Leistungen aus der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) aus der 1. Säule. Die beiden Säulen zusammen sollen sicherstellen, dass der gewohnte Lebensstandard weitergeführt werden kann.

Ob Sie Beiträge für Ihre Mitarbeitenden an die Pensionskasse leisten müssen oder nicht, hängt von der Höhe des Lohnes und des Alters ab. Ab einer bestimmten Eintrittsschwelle wird die Beitragszahlung an die zweite Säule obligatorisch. Seit dem 1. Januar 2013 liegt diese Eintrittsschwelle bei einem Jahreslohn von CHF 21'060.–.


Beiträge
Die Beiträge an die berufliche Vorsorge zahlen Arbeitgeber und Mitarbeitende gemeinsam. Dabei ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Beiträge bezahlen muss.

Die Beiträge setzen sich zusammen aus:
- Sparbeiträge für die Pensionierung
- Risikobeiträge für Invalidität und Todesfall
- Verwaltungskostenbeiträge für die Administration                            


Die Empfehlung
Der Gesetzgeber legt die Mindestleistungen für die berufliche Vorsorge fest. Diese Leistungen reichen aber oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard vor allem nach der Pensionierung weiterzuführen.

Deshalb lohnt es sich, etwas höhere Sparbeiträge in die zweite Säule einzuzahlen. Dadurch – und mit dem Zinseszins-Effekt – werden die Altersleistungen und somit der Lebensstandard nach der Pensionierung erhöht.

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Möglichkeiten für Sie
Was ist aber mit Ihnen? Haben Sie Ihr Start-up als AG oder GmbH gegründet oder wollen dies tun, unterliegen Sie der gleichen Versicherungspflicht wie alle übrigen Arbeitnehmenden. Das heisst, Sie werden wie einer Ihrer Mitarbeitenden erfasst, da Sie rein rechtlich von der AG bzw. der GmbH Ihren Lohn beziehen. Somit müssen Sie für sich eine Vorsorgelösung einrichten, genau wie für Ihre Mitarbeitenden.

Bei allen anderen Gesellschaftsformen (ausser AG und GmbH), sind Sie nicht verpflichtet, sich in der beruflichen Vorsorge zu versichern. Für Sie sind dann nur AHV/IV/EO obligatorisch – dies macht die private Vorsorge umso wichtiger, wenn Sie im Alter finanziell abgesichert sein wollen. Allenfalls macht es Sinn, die Leistungen der AHV/IV und ggf. des BVG mit einer privaten Vorsorge aus der 3. Säule zu ergänzen.

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Wie Sie in der Grafik erkennen, sollen AHV/IV (grau) und BVG (orange) zusammen rund 60 Prozent des letzten Lohnes des Mitarbeitenden abdecken. Dies reicht aber oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard weiterzuführen. Unsere Empfehlung: Mit Swiss Life Business Direct können Sie mit etwas höheren Beiträgen entsprechend höhere Leistungen versichern.

Eine Unfallversicherung für Mitarbeitende ist bei der Gründung eines Start-ups obligatorisch. Sie greift bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten und gibt Ihnen und Ihren Mitarbeitenden finanzielle Sicherheit im Unglücksfall.

Grundsätzliches zum UVG
Obligatorisch unfallversichert sind alle in der Schweiz tätigen Arbeitnehmenden, einschliesslich Heimarbeitende, Lernende, Praktikanten sowie Personen, die zur Abklärung der Berufswahl bei einem Arbeitgeber tätig sind. Zu versichern sind alle Personen, die eine unselbständige Erwerbstätigkeit im Sinne der AHV ausüben. Die Beitragspflicht beginnt mit Aufnahme der Erwerbstätigkeit – inklusive Lehre – und endet mit der Aufgabe der Erwerbstätigkeit. Grundsätzlich sind alle Unfälle versichert, unabhängig davon, ob sie sich während der Arbeit (Berufsunfälle BU), in der Freizeit (Nichtberufsunfälle NBU) oder auf dem Arbeitsweg ereignen.

Leistungen des UVG
Die obligatorische Unfallversicherung gemäss UVG trägt die Hauptlast der Konsequenzen bei einem Unfallereignis. Das bedeutet, sie übernimmt den Lohnausfall, die Heilungskosten sowie die Hinterlassenenleistungen. Sie wird durch Leistungen aus der Invalidenversicherung ergänzt. Die Versicherung beginnt am Tag der tatsächlichen Arbeitsaufnahme.
Der versicherte Lohn beträgt maximal CHF 148 200. Die Beiträge und Leistungen werden auf dem versicherten Lohn berechnet. Bei voller Arbeitsunfähigkeit beträgt das Taggeld 80 Prozent des versicherten Lohnes, bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit entsprechend weniger.

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Einer Ihrer Mitarbeitenden erleidet einen Unfall. Sie als Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, seinen Lohn in den ersten zwei Tagen zu 100 Prozent weiterzuzahlen. Ab dem dritten Tag wird ein UVG-Taggeld fällig. Erst ab dem zweiten Jahr eines unfallbedingten Ausfalls übernehmen IV und UVG die Lohnzahlungen bis zur Altersrente. Mit der Pensionierung löst die AHV die IV ab. Die Leistungen des UVG werden weiterbezahlt. Damit Ihre Mitarbeitenden die Lohnfortzahlung zu 100 Prozent erhalten, können Sie eine UVG-Zusatzversicherung abschliessen.

Eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung ist nicht obligatorisch. Aber: Für Sie als Gründer eines Start-ups besteht die Pflicht der Lohnfortzahlung beim krankheitsbedingten Ausfall eines Mitarbeitenden. Zudem entstehen zusätzliche Kosten, wenn Sie einen temporären Ersatz einstellen.

Grundsätzliches zu KTG
Die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht schreibt dem Arbeitgeber vor, den vollen Lohn des Mitarbeitenden für einen gewissen Zeitraum (u.a. abhängig von der Anstellungsdauer) zu bezahlen.

Folgen Unternehmer
Ohne die Kollektiv-Krankentaggeldversicherung tragen Sie als Unternehmer das Risiko selbst. Das heisst: Sie zahlen für einen gewissen Zeitraum den Lohn Ihres Mitarbeitenden weiter, ohne dafür eine Arbeitsleistung zu erhalten. Sie tragen zudem die Kosten für die Suche und Anstellung eines Ersatzes. Deshalb ist es sinnvoll, eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung für Ihre Mitarbeitenden abzuschliessen.

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Nehmen wir an, einer Ihrer Mitarbeitenden wird arbeitsunfähig aufgrund einer Krankheit. Dann müssen Sie als Unternehmer den Lohn für einen gewissen Zeitraum weiterzahlen (hellgrau). Haben Sie hingegen die Kollektiv-Krankentaggeldversicherung abgeschlossen, erhält der Mitarbeitende 80 Prozent des letzten Lohnes in Form des Krankentaggeldes (während maximal 730 Tagen abzüglich der vertraglichen Wartefrist). Werden Leistungen der IV fällig, koordiniert die Kollektiv-Krankentaggeldversicherung die Lohnfortzahlung bis zur Leistungserschöpfung. Sollte Ihr Mitarbeitender auch nach zwei Jahren noch arbeitsunfähig sein, werden zusätzlich zur IV auch Leistungen aus dem BVG fällig.

Bevor Sie mit Ihrer Firma Geld verdienen, müssen Sie investieren. Ein Jungunternehmer braucht in der Regel Kapital. Gründen Sie eine Personengesellschaft, dürfen Sie die angesparte Freizügigkeitsleistung aus der 2. Säule verwenden. Bei einer AG oder GmbH ist das nicht erlaubt. Überlegen Sie sich gut, ob Sie Ihr Kapital aus Ihrer 2. Säule tatsächlich investieren wollen. Geht das Geschäft schief, ist dieser Teil der Altersvorsorge verloren.

Beratungsplattformen

Es gibt aber andere Möglichkeiten, an Kapital zu kommen – über Stiftungen, Förderinitiativen oder Investoren. Die Entscheidung  über die Rechtsform Ihrer Firma muss also gut durchdacht sein. Diverse Beratungsplattformen wie das Institut für Jungunternehmen (ifj) oder das SECO leisten wertvolle Hilfe.

Checklist: So gehen Sie vor

  • Um sich Pensionskassenguthaben als Startkapital auszahlen zu lassen, müssen Sie belegen, dass Sie tatsächlich selbständigerwerbend sind. Melden Sie sich bei der AHV-Ausgleichskasse an. Die Aufnahmebestätigung schicken Sie Ihrer Pensionskasse.

Unternehmer versichern

Schliesst sich ein Selbständigerwerbender einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule an, versichert sie in der Regel das zu erwartende Einkommen. Hier handelt es sich aber nur um eine Lohnschätzung – anders als bei Arbeitnehmenden, deren Lohn meistens im Voraus bekannt ist.

Ergänzende Versicherungen:

  • Krankentaggeldversicherung: Übernimmt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
  • Berufshaftpflichtversicherung: Schützt Sie unter anderem vor Schadenersatzforderungen bei beruflichen Fehlleistungen
  • Rechtsschutzversicherung: Vertritt Sie in juristischen Belangen.
  • Säule 3a: Deckt die Risiken Invalidität und Tod. Gleichzeitig sparen Sie Steuern.

Mitarbeitende versichern

Grundsätzlich sind alle AHV-pflichtigen Mitarbeitenden mit einem Jahreslohn über der sogenannten Eintrittsschwelle dem BVG unterstellt. Die Eintrittsschwelle liegt aktuell bei CHF 21'150 (Stand 2016).

Neben der beruflichen Vorsorge über die 2. Säule müssen Sie als Arbeitgeber weitere Versicherungen für Ihre Mitarbeitenden abschliessen. Dazu zählen die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO), die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die Unfallversicherung (UVG).

Die Regelungen für Personenversicherungen sind übrigens nicht immer gleich. Je nach Rechtsform und Branche bestehen Unterschiede.

Personenversicherungen im Überblick

Versicherung

Selbständigerwerbende

(Einzelfirma, Kommandit-

gesellschaft, Kollektiv-

gesellschaft)

Inhaber einer AG

oder GmbH

Mitarbeitende
1. Säule (AHV/IV/EO) Obligatorisch Obligatorisch Obligatorisch
ALV Keine Absicherung möglich Obligatorisch Obligatorisch
Mutterschaft Obligatorisch Obligatorisch Obligatorisch
Familienausgleichskasse Keine freiwillige Absicherung möglich Obligatorisch Obligatorisch
2. Säule (BVG, Pensionskasse) Freiwillig Obligatorisch Obligatorisch
3. Säule a/b (Bank- und Versicherungssparen) Freiwillig Freiwillig Freiwillig
Berufsunfall (UVG) und Nichtberufsunfall (NBU) Freiwillig Obligatorisch (NBU ab acht Stunden pro Woche) Obligatorisch (NBU ab acht Stunden pro Woche)
Krankenkasse (Grundversicherung) Obligatorisch Obligatorisch Obligatorisch
Krankentaggeld Freiwillig Freiwillig Freiwillig

  

Darauf sollten Sie achten:

  • Als Angestellter Ihrer eigenen GmbH oder AG sind die 1. und die 2. Säule ebenso obligatorisch wie die Arbeitslosenversicherung. Jeder Mitarbeitende muss krankenversichert sein und braucht eine Unfallversicherung.
  • Bei der AHV sollten Sie für die lückenlose Deckung einen jährlichen Mindestbetrag von CHF 480 entrichten. Die Einzahlungen sind bis zu 5 Jahre rückwirkend möglich.

 

So gehen Sie vor:

  • Die 2. Säule regeln Sie über den Anschluss an eine Sammelstiftung (für Mitarbeitende obligatorisch, für Unternehmer freiwillig).
  • Um Lücken in der 2. Säule zu kompensieren und sich gegen Erwerbsunfähigkeit und Tod zusätzlich abzusichern, können Selbständige freiwillig in die 3. Säule einzahlen. Die Beträge können Sie unter gewissen Voraussetzungen von den Steuern abziehen.
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