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Pensum reduzieren – was das für die Vorsorge bedeutet

Ein reduziertes Pensum schmälert die Vorsorge. Hier helfen Einzahlungen in die 3. Säule. Lassen Sie sich beraten, wenn Sie diesbezüglich nicht sicher sind.

Die Beiträge für Ihre 1. Säule (AHV/IV/EO) werden je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber bezahlt. Die Beitragssätze berechnen sich in Prozenten des Bruttolohns. Die volle AHV-Rente von derzeit CHF 2'350 pro Monat gibt es dabei erst ab einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von CHF 84'600 (Stand: 2015).

Verdienen Sie weniger, fällt die Rente geringer aus. So auch bei Teilzeitbeschäftigung. Im schlechtesten Fall winkt eine Minimalrente von CHF 1'175. Nur wer seine AHV-Beiträge lückenlos bezahlt hat, erhält die volle Rente.

Auch in der 2. Säule (Pensionskasse) führt ein tieferer Lohn zu reduzierten Leistungen. Beachten Sie, dass Sie bei den meisten Pensionskassen nur versichert bleiben, wenn Ihr Lohn über dem Minimum von CHF 21'150 liegt (Stand 2016). Wer weniger verdient, muss aus der Kasse austreten.

Koordinationsabzug

Grund für die Reduktion ist der Koordinationsabzug. Gemäss Gesetz wird der Bruttolohn für die Pensionskasse um den Koordinationsabzug von CHF 24'675 gekürzt (2016). Bei 100% Jahreslohn von CHF 80‘000 beträgt der versicherte PK-Lohn somit CHF 55‘325. Reduziert man das Pensum um 50% auf CHF 40‘000, verringert sich das versicherte Einkommen überproportional auf CHF 15‘325 (= CHF 40‘000 minus Koordinationsabzug).

Bei mehreren Teilzeitpensen «bestraft»

Besonders ins Gewicht fällt der Koordinationsabzug bei gleichzeitig mehreren Teilzeitpensen. Das zeigt folgendes Beispiel: Vom Arbeitgeber A erhält ein Arbeitnehmer einen Jahreslohn von CHF 50‘000, von Arbeitgeber B CHF 30‘000. Nach Abzug des Koordinationsbezuges von beiden Löhnen verbleibt ein versicherter Lohn von CHF 30‘650. Bei einer 100%-Stelle mit CHF 80‘000 Verdienst hätte er im Vergleich einen deutlich höheren versicherten Lohn (CHF 55‘325).

Eine Vorsorgelücke aufgrund tiefer PK-Beiträge bei Teilzeitarbeit schliessen Sie mit Einzahlungen in die 3. Säule. Das sichert Ihnen im Alter ein höheres Einkommen. Unter gewissen Voraussetzungen können Sie Ihre Zahlungen in der Steuererklärung zudem vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Nichtberufsunfallversichern

Auch die Unfallversicherung muss man als Teilzeitangestellter prüfen. Wer weniger als 8 Stunden pro Woche arbeitet, ist nur gegen Berufsunfall und Berufskrankheit versichert. Das Risiko für Unfälle ausserhalb des Jobs müssen Sie mit der Krankenversicherung decken.

Checklist: Darauf sollten Sie achten

  • Versicherungsschutz prüfen: Ein reduziertes Arbeitspensum kann Ihre Vorsorgeleistungen schmälern. Prüfen Sie Ihren Versicherungsschutz gemäss den oben erwähnten Ausführungen.
  • AHV-Mindestbeitrag: Für die AHV sollten Sie zur lückenlosen Deckung einen jährlichen Mindestbetrag von CHF 480 einzahlen. Solche Zahlungen sind für fünf Jahre rückwirkend möglich.
  • 3. Säule: Um Lücken in der 2. Säule zu kompensieren, bieten sich freiwillige Einzahlungen in die 3. Säule an. Diese lassen sich von den Steuern abziehen.
  • Unfall versichern: Wer weniger als 8 Stunden pro Woche arbeitet, ist nur gegen Berufsunfall und Berufskrankheit versichert. Das Risiko von Unfällen ausserhalb des Jobs müssen Sie in der Krankenversicherung einschliessen.
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