Lebensrisiken

Eine Erbschaft kann Wünsche erfüllen, während schwere Ereignisse die Zukunft gefährden. Scheidung, Unfall, Krankheit oder Todesfall – sorgen Sie vor.

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Krankheit – noch viel häufiger als Unfälle

Wer nur kurz ausfällt, ist in der Regel gut abgesichert. Hohe Einbussen entstehen, wenn Sie langfristig nicht mehr arbeiten. Dafür können Sie vorsorgen.

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Von der der 1. Säule (IV) profitieren nicht nur Erwerbstätige. Allerdings müssen Nichterwerbstätige selbst dafür besorgt sein, dass sie keine Beitragslücken haben (der jährliche Mindestbeitrag muss entweder über den Beitrag des Ehepartners oder der AHV direkt einbezahlt werden). Anders ist es bei den Kollektivtaggeldern und BVG-Renten der 2. Säule, diese sind nur Erwerbstätigen vorbehalten.

Problematisch ist die Situation vor allem für folgende vier Gruppen:

  • Personen ohne Pensionskasse, z.B. Studenten. Sie würden bei Invalidität nur eine Rente aus der 1. Säule erhalten – und das frühestens nach einem Jahr.
  • Personen mit tiefem Einkommen, z.B. junge Erwerbstätige. Aufgrund ihres tiefen Einkommens sind die Invaliditätsleistungen aus der 1. und 2. Säule minimal.
  • Personen mit hohem Einkommen über CHF 100‘000 pro Jahr und einer minimalen BVG-Lösung. Da der versicherte Lohn in der Pensionskasse beschränkt ist, erreichen die Vorsorgeleistungen bei Invalidität das bisherige Einkommen bei Weitem nicht.
  • Selbständige sind im Vergleich zu Angestellten im Nachteil, was die staatliche Unterstützung betrifft. Umso mehr brauchen sie eine freiwillige Absicherung über die 2. oder 3. Säule.

Die Höhe der IV-Renten hängt von drei Faktoren ab: von der Vorsorgelösung Ihres Arbeitgebers, Ihrem Lohn und davon, ob Sie Kinder in der Erstausbildung haben (bis max. 25-jährig). Wichtig: In der Regel sind die gesamten Leistungen bei Krankheit tiefer als bei Unfall und reichen oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Höhe der Leistungen

  • Vorsorgeausweis: Die Höhe der Leistungen sehen Sie in Ihrem Vorsorgeausweis.
  • Lohnfortzahlungspflicht: In den ersten Tagen zahlt Ihr Arbeitgeber Ihren Lohn zu 100% weiter. Wie lange, ist von der Anstellungsdauer und vom Arbeitsvertrag abhängig.
  • Krankentaggeld: Danach greift meistens das Krankentaggeld in der Höhe von 80% Ihres letzten Lohns.
  • IV-Rente: Eine IV-Rente wird frühestens nach einem Jahr bezahlt. Die Höhe bemisst sich nach dem Grad der Invalidität, der Anzahl Beitragsjahre und dem durchschnittlichen Jahreseinkommen.
  • Taggelder: In der Regel werden nach spätestens 2 Jahren die Taggelder aus der Krankentaggeldversicherung eingestellt. Abgelöst werden sie allenfalls durch eine Rente aus der 2. Säule.


Dauer der Leistungen

  • Das Krankentaggeld wird in der Regel für 2 Jahre ausbezahlt. Nach der ordentlichen Pensionierung (Männer 65/Frauen 64) wird die IV-Rente in eine AHV-Rente umgewandelt.
  • Die 2. Säule bezahlt die IV-Rente grundsätzlich lebenslang. Jedoch wandeln die meisten Anbieter von Vorsorgelösungen die Invalidenrente bei der ordentlichen Pensionierung in eine Altersrente um. Diese darf die Mindestinvalidenrente nicht unterschreiten.

Checklist: Darauf sollten Sie achten

  • Deckungslücke: In der Regel erreichen Sie mit den Invalidenrenten der 1. und 2. Säule nur noch rund 60% des bisherigen Gehalts. So entsteht eine Lücke, die Sie privat im Rahmen der 3. Säule decken können.
  • Nichtberufsunfälle: Wenn Sie weniger als 8 Stunden pro Woche arbeiten, sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse die Heilungskosten bei Nichtberufsunfällen versichern.
  • Leistungshöhe: Die Höhe Ihrer Leistungen bei andauernder Krankheit ist abhängig von der Vorsorgelösung Ihres Arbeitgebers. Details sehen Sie in Ihrem Vorsorgeausweis.
  • 3. Säule: Personen ohne Pensionskasse, mit tiefem oder hohem Einkommen sowie Selbständigerwerbende haben oft ungenügende Invaliditätsleistungen. Für sie ist eine Absicherung wichtig, z.B. über die 3. Säule.
  • Beitragslücke: Können Sie infolge Krankheit oder Unfall länger als 3 Monate nicht arbeiten, riskieren Sie Beitragslücken in der 1. Säule. Das kann zu einer Kürzung Ihrer AHV- oder IV-Rente führen. In diesem Fall melden Sie sich bei der kantonalen AHV-Ausgleichskasse.