Lebensrisiken

Eine Erbschaft kann Wünsche erfüllen, während schwere Ereignisse die Zukunft gefährden. Scheidung, Unfall, Krankheit oder Todesfall – sorgen Sie vor.

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Eine Scheidung – praktisch immer mit Folgen

Eine Konvention regelt Sorgerecht, Unterhalt, Vorsorge und Güterrecht. Lehnt einer die Scheidung ab, kann man sich nach 2 Jahren Trennung scheiden lassen.

Scheiden kostet

Rechtlich ist die Ehe ein von zwei Seiten kündbarer Vertrag. Die Scheidung kann von einem Ehepartner allein oder gemeinsam eingereicht werden, und das ohne Angabe von Gründen. Im besten Fall wird die Scheidung ohne Anwalt in gegenseitigem Einvernehmen abgewickelt.

Für die Verfahrenskosten massgebend ist, ob sich die Parteien gütlich einigen oder nicht. Die Gebühren für eine einvernehmliche Scheidung betragen zwischen CHF 1‘000 und 3‘000. Bei einer Kampfscheidung hingegen schnellen die Kosten aufgrund der Anwalts- und Gerichtsgebühren in die Höhe.

Das Vorsorgevermögen des Paars wird bei einer Scheidung geteilt:

1. Säule              

Die während der Ehe erzielten AHV-pflichtigen Einkommen werden zusammengezählt und hälftig auf die beiden AHV-Konten verteilt. Reichen Sie gleich nach der Scheidung bei der Ausgleichskasse einen Antrag auf Splitting der Einkommen ein. Damit erfolgt die Rentenberechnung möglichst zeitnah.

2. Säule

Für die Berechnung des aufzuteilenden Betrags wird die Differenz zwischen dem Vermögen bei Eheschliessung (inklusive aufgelaufener Zinsen) und dem Guthaben beim Scheidungsdatum berücksichtigt. Beide Ehegatten haben nun Anspruch auf die Hälfte des beim anderen Ehegatten errechneten Betrags. Zur Feststellung des Vorsorgeausgleichs braucht das Gericht von Ihrer Pensionskasse eine Bestätigung über die Durchführbarkeit dieser Teilung.

3. Säule

In der privaten Vorsorge ist die Regelung vom gewählten Güterstand abhängig: In der Errungenschaftsbeteiligung – das ist der Normalfall – wird das im Lauf der Ehe angesparte Vermögen der 3. Säule hälftig aufgeteilt. Gleiches gilt für die Gütergemeinschaft. Keine Aufteilung gibt es bei der Gütertrennung.

Wird die Immobilie verkauft oder übernimmt sie einer der Partner? Wurde das Wohneigentum gemeinsam gekauft, muss die ausziehende Partei entschädigt werden. Die Höhe dieser Zahlung hängt vom aktuellen Verkehrswert der Immobilie ab.

Checklist: Darauf sollten Sie achten

  • Solidarische Haftung: Bei einer gemeinsam abgeschlossenen Hypothek haften beide solidarisch, auch wenn der eine Ehepartner auszieht. Das heisst, dass jeder der geschiedenen Partner für die Schulden des andern aufkommen muss, sollte dieser nicht zahlungsfähig sein. Der Hypothekarvertrag läuft somit trotz Scheidung weiter.
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Aus einer Hypothek kann man aber aussteigen. Allerdings fällt dabei oft eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung an. Damit erhält die Bank einen finanziellen Ausgleich für ihren Schaden aus der vorzeitigen Kündigung.
  • Scheidungsfall vertraglich regeln: Bereits zum Zeitpunkt des Immobilienkaufs sollten Sie vertraglich regeln, was bei einer Scheidung mit der Hypothek geschehen soll. Das kann auch Auswirkungen auf die Wahl der Hypothek haben: Vielleicht bevorzugen Sie kürzere Laufzeiten oder eine Libor-Hypothek.

Die Unterhaltspflicht und das Sorgerecht führen oft zu Problemen. Was Sie aus Vorsorgesicht dazu wissen müssen.

Sorgerecht

Beide Partner können das Sorgerecht gemeinsam übernehmen. Allerdings wird in der Praxis in über der Hälfte aller Fälle das Sorgerecht der Mutter zugesprochen. Werden sich die Eltern über das Sorgerecht nicht einig, entscheidet das Gericht. Wichtig ist dabei, dass das Kind mit genügend Zuwendung und in stabilen Verhältnissen aufwächst.

Unterhalt für Ehepartner
Im Grundsatz gilt: Nach der Scheidung sind die Parteien finanziell für sich selbst verantwortlich. Ziel ist, dass beide ihren gewohnten Lebensstil weiterführen können. In der Praxis ist das oft nicht möglich. Viele Frauen, die für Kinder sorgen, können keinen existenzsichernden Job annehmen. In diesem Fall hat die Frau Anspruch auf Unterhaltszahlungen. Umgekehrt kann das auch Väter betreffen, wenn die Kinder bei ihnen leben.

Unterhalt für Kinder

Für diesen müssen beide Eltern zu gleichen Teilen aufkommen. Die Unterhaltspflicht dauert bis zum vollendeten 18. Lebensjahr des Kindes, bei einer Erstausbildung bis zu deren Abschluss. Der Unterhalt während der Ausbildung muss für die Eltern wirtschaftlich und persönlich zumutbar sein. Häufig leistet der eine Partner seinen Beitrag in Form von persönlicher Fürsorge, der andere zahlt monatliche Unterhaltsbeiträge – abhängig von den finanziellen Verhältnissen.

Checklist: So gehen Sie vor

  • Aus der 2. Säule braucht das Gericht die Freizügigkeitsleistung zum Zeitpunkt von Heirat und Scheidung. Die benötigten Zahlen erhalten Sie von Ihrer Vorsorgeeinrichtung.
     

Aus der 3. Säule braucht das Gericht den Rückkaufswert zum Zeitpunkt von Heirat und Scheidung. Diese Werte geben Aufschluss über das während der Ehe angesparte Kapital.

  • Kommt es zur Teilung des Vorsorgeguthabens, sind verminderte Leistungen Ihrer 2. und 3. Säule naheliegend. Prüfen Sie deshalb einen freiwilligen Einkauf in Ihre Pensionskasse oder eine Erhöhung der Einzahlungen in die 3. Säule.
  • Senden Sie der AHV-Ausgleichskasse nach der Scheidung einen Antrag auf Splitting der Einkommen.