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Die 2. Säule – sie ergänzt die 1. Säule mit beruflicher Vorsorge

Die berufliche Vorsorge ist seit 1985 die 2. Säule des Schweizer Sozialsystems. Als sogenannte Pensionskasse soll sie dazu beitragen, auch nach der Pensionierung den bisherigen Lebensstandard möglichst weitgehend aufrechtzuerhalten

Kombiniert zu rund 60% des letzten Lohns

Zusammen mit der 1. Säule (AHV, IV, EL) deckt die berufliche Vorsorge (BVG) bis zu rund 60% des letzten Lohns von Unverheirateten ab. Bei Verheirateten sind bis zu 75% des letzten Lohns versichert. Mit Jahreslöhnen ab CHF 85'000 steigt die Vorsorgelücke.

Versicherte Personen

Obligatorisch versichert sind AHV-pflichtige Arbeitnehmende, die

  • das 17. Altersjahr vollendet haben
  • ein Jahreseinkommen ab CHF 21’150 aufweisen
  • das gesetzliche Rentenalter noch nicht erreicht haben


Freiwillig können sich versichern:

  • Selbständigerwerbende ohne Mitarbeitende bei der Stiftung Auffangeinrichtung oder beim eigenen Berufsverband
  • Selbständigerwerbende mit Mitarbeitenden bei Vorsorgeeinrichtungen wie z.B. der Swiss Life
  • Arbeitnehmende mit einem Jahreslohn von weniger als CHF 21'150 bei der Stiftung Auffangeinrichtung
  • Arbeitnehmende mit mehreren Arbeitgebern bei der Stiftung Auffangeinrichtung

Versichertes Einkommen

Das versicherte Einkommen ist unterschiedlich aufgebaut:

  • Jahreseinkommen über CHF 21’150 bis CHF 84’600 sind durch das BVG obligatorisch versichert.
  • Jahreseinkommen über CHF 84’600 können überobligatorisch versichert werden.
  • Der Koordinationsabzug zur Berechnung des versicherten (koordinierten) Lohns beträgt CHF 24’675. Beträgt der versicherte Lohn (AHV-Lohn minus Koordinationsabzug) weniger als CHF 3’525, wird er auf diesen Minimalbetrag angehoben.

 

Finanzierung

Im Gegensatz zur 1. Säule werden BVG-Pensionskassengelder im Kapitaldeckungsverfahren finanziert. Das heisst, jeder bezahlt direkt für seine eigene Leistung und spart damit auf sein Alter hin (im Gegensatz zum Umlageverfahren der 1. Säule: Dort gehen die Beitragszahlungen direkt an die Rentner).

Meistens werden die Beiträge zu gleichen Teilen durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt. Der Arbeitgeber darf auch einen grösseren Anteil übernehmen, aber keinen kleineren.

 

Umwandlungssatz

Der Mindestumwandlungssatz ist ein Prozentsatz, mit dem das angesparte Alterskapital in eine jährliche Altersrente umgewandelt wird. Es handelt sich dabei um eine mathematische Grösse. Diese berechnet die Rente, die von der Lebenserwartung und der zukünftigen Zinsprognose bestimmt wird. Zurzeit liegt der Umwandlungssatz bei 6,8%. Das heisst: Für ein Altersguthaben von CHF 100’000 wird eine Jahresrente von CHF 6'800 ausbezahlt.

Leistungen der 2. Säule

Die berufliche Vorsorge BVG versichert Risiken im Alter, bei Invalidität und im Todesfall.

Ereignis

Art der Leistung

Voraussetzung

Pensionierung (Alter)

100% Altersrente

6,8% des verzinsten Altersguthabens per ordentlichem Pensionierungsalter (Männer mit 65, Frauen mit 64).

 

20% Pensionierten-Kinderrente

Für jedes Kind eines Rentners (bis 18 Jahre; oder bis 25 Jahre, falls in Ausbildung oder zu mindestens zwei Dritteln invalid)

Invalidität

100% Invalidenrente

6,8% des BVG-Altersguthaben, das die versicherte Person bis zum Beginn des Anspruchs samt Zinsen erworben hat. Plus die Summe der BVG-Altersgutschriften für die bis zum Pensionierungsalter fehlenden Jahre, ohne Zins.

 

20% Invaliden-Kinderrente

Für jedes Kind (bis 18 Jahre; oder bis 25 Jahre, falls in Ausbildung oder zu mindestens zwei Dritteln invalid)

Todesfall

60% Witwen-/Witwerrente

60% der vollen Invaliden-/Altersrente. Anspruch besteht, wenn Witwe oder Witwer für den Unterhalt eines oder mehrerer Kinder aufkommen muss oder das 45. Altersjahr zurückgelegt ist und die Ehe mindestens 5 Jahre gedauert hat. Andernfalls erfolgt eine einmalige Abfindung in einer Höhe von 3 Jahresrenten. Die geschiedene Person ist der Witwe/dem Witwer gleichgestellt, wenn die verstorbene Person zu Unterhaltsbeiträgen verpflichtet war und die Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat.

 

20% Waisenrente

20% der vollen Invaliden-/Altersrente für jedes Kind der verstorbenen Person (bis 18 Jahre; oder bis 25 Jahre, falls in Ausbildung oder zu mindestens zwei Dritteln invalid)