Selbstbestimmt leben – Patientenverfügung als persönliche Vorsorge

Obwohl die Medizin immer weitere Fortschritte verzeichnet, kann es passieren, dass man plötzlich krank wird oder einen Unfall erleidet. Unter Umständen können wir plötzlich nicht mehr selber entscheiden, wie wir behandelt oder betreut werden sollen. Wer da bereits vorgesorgt hat, erleichtert seinen Angehörigen die Formalitäten ungemein.

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Was beinhaltet eine Patientenverfügung?
Mit einer Patientenverfügung wird definiert, ob und welche medizinische Behandlung im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls gemacht wird, wenn Sie sich selber nicht mehr dazu äussern können. Zudem beinhaltet die Patientenverfügung das Ernennen einer Vertrauensperson im Zweifelsfall. Sie definiert zusätzlich persönliche Werte und legt fest, ob lebensverlängernde Massnahmen gewünscht sind. Auch Wünsche, wo der Patient sterben möchte und wie er zu Organspenden und Obduktion steht, werden in einer Patientenverfügung geregelt. Die Verfügung richtet sich direkt an das Ärzteteam und gibt ihnen Handlungsanweisungen, wenn schwierige Entscheide anstehen. Damit können das Umfeld und die Angehörigen entlastet und Konflikte vermieden
werden  – diese müssen sich nicht mehr fragen, was der Erkrankte oder der Verunfallte gewollt hätte.

Jeder Mensch ändert im Lauf seines Lebens seine Ansichten und Meinungen zum Thema Leben, Krankheit, Unfall und Sterben. Die klare Formulierung einer Patientenverfügung sowie die Aktualität sind deshalb enorm wichtig. Es empfiehlt sich, die Verfügung alle zwei Jahre nochmals anzuschauen und je nach Bedarf abzuändern oder sie noch einmal zu bestätigen.

Wie verfasse ich eine Patientenverfügung?
Es ist in erster Linie sicher richtig, die Verfügung mit Ihrer Vertrauensperson oder Ihrem Hausarzt zu besprechen. Diese Gespräche können dabei auch von Personen bestätigt werden, so dass an Ihrem Willen keine Zweifel mehr besteht. Informieren Sie Ihre Kinder, Ihren Partner und ihr Umfeld über ihren Willen, damit im Ernstfall keine Zweifel aufkommen.
Eine Kopie der Verfügung sollte man deshalb an die Vertrauensperson und den Vertrauensarzt geben. Mit einer Karte in der Brieftasche kann auf die Verfügung aufmerksam gemacht werden – im Ernstfall wird im Portemonnaie nach Organspendeausweis oder Verfügung gesucht. Das Original der Patientenverfügung wird zuhause aufbewahrt und muss unbedingt persönlich unterschrieben sein. Die Echtheit der Unterschrift kann man sich allenfalls von einem Notar noch bestätigen lassen, dies ist jedoch kein Muss. Eine Checkliste zum Vorgehen finden Sie hier: https://www.swisslife.ch/de/gut-zu-wissen/lebensrisiken/todesfall.html

Sorgen Sie für die Zukunft vor
Die Verantwortung einer Entscheidung liegt schlussendlich beim Arzt, dabei muss er aber das Selbstbestimmungsrecht des Patienten berücksichtigen und in seinem Willen und Interesse handeln. Seit Anfang 2013 gilt das neue Erwachsenenschutzgesetz, in dem das Recht auf Selbstbestimmung gestärkt wird. Seither sind Ärzte verpflichtet abzuklären, ob es eine Patientenverfügung gibt. Gibt es keine Verfügung, muss der Arzt sich mit dem Ehepartner, den Kindern, Eltern oder Geschwistern besprechen und entscheiden. Diese Personen haben in dieser Reihenfolge auch das Vertretungsrecht für den Patienten und müssen so oftmals überraschend weittragende Entscheide fällen.

Sorgen Sie also für sich, Ihre Liebsten, Ihre Angehörigen und Ihr Umfeld im Sinne eines längeren selbstbestimmten Lebens langfristig vor – auch wenn Ihnen die Thematik womöglich schwer fällt.

Hier können Sie Muster-Patientenverfügungen herunterladen:

Schweizerisches Rotes Kreuz des Kantons Zürich
Caritas Schweiz
Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH