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Einfach weiterarbeiten

In der der Altersgruppe 55 plus steigt die Erwerbsquote kontinuierlich an. Ihren Beitrag dazu leistet wachsende Zahl von Selbständigerwerbenden, die die Freude am eigenen Geschäft entdecken.

Nach der Pension weiterarbeiten oder nicht? Wem die Arbeit Freude macht oder wer sein Hobby in späten Jahren zum Beruf machen möchte, überlegt hier nicht lang. Für viele Menschen, so die NZZ am Sonntag (02.10.2016) ist dies jedoch keine Option, sie müssen auch nach dem regulären Pensionsalter ganz einfach weiterarbeiten, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Weil es für viele in diesem Alter aber nahezu aussichtslos erscheint, noch eine Stelle zu finden, ist der Schritt in die Selbständigkeit oft der einzige Ausweg. Das gilt auch für Beschäftigte, die wenige Jahre vor dem Pensionsalter ihre Stelle verlieren. So ist die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen In den letzten fünf Jahren hierzulande um immerhin 5,3 Prozentpunkte auf inzwischen 75,8 Prozent gestiegen. Zugenommen hat auch das Durchschnittsalter beim Austritt aus dem Erwerbsleben, wie neuste Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen. 2015 lag es bei 65,5 Jahren. Das ist ein halbes Jahr mehr als 2011.

Wichtige Vorsorgeentscheide
Ob freiwillig oder nicht, Selbständigerwerbende, die vor dem Pensionsalter stehen, müssen sich mit einer ganzen Reihe von Vorsorgeproblemen auseinandersetzen. Wer schon vor dem offiziellen Rentenalter auf eigene Rechnung arbeitet, echte Selbständige also, die eine Einzelfirma oder eine Kollektivgesellschaft besitzen, müssen die Entscheidung treffen, ob sie für die Vorsorge in die «grosse» Säule 3a für Selbständige einzahlen (derzeit bis 33 840 Fr.) oder ob sie sich freiwillig einer Pensionskasse (PK) anschliessen. Dies ist ein grundlegender Entscheid für die Pensionierungsplanung. Zieht jemand nach der Pensionierung eine Rente einer Kapitalausschüttung vor, so sollte er sich am besten einer PK anschliessen. Infrage kommen dafür die Vorsorgeeinrichtungen des jeweiligen Berufsverbandes. Wer sich keiner PK angeschlossen hat, sollte auch Risikoleistungen für Todesfall, IV usw. abdecken. Mit einem PK-Anschluss kann man mit Einkäufen sodann auch Steuern sparen. Grössere Vorsorgeprobleme bietet das Weiterarbeiten im Seniorenalter nicht. AHV-Beiträge müssen weiterhin bezahlt werden. Allerdings gilt für Rentner nun eine Freigrenze von 1400 Franken im Monat. Und ab dem Alter 65 kann man sich keiner PK mehr anschliessen.

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Insbesondere Selbständige sollten sich mit dem Thema Vorsorge auseinandersetzen.


Knacknüsse bei Frühpensionierung
Schwieriger gestaltet sich die Frühpensionierung. Diese ist immer noch stark verbreitet, steht aber heute aus mehreren Gründen im Gegenwind - in erster Linie aus Kostengründen. Ein Altersrücktritt ein Jahr vor der ordentlichen Pensionierung kostet nämlich rund ein Jahresgehalt. Umso früher der Zeitpunkt, desto grösser die Vorsorgelücke und der Abschlag bei den Renteneinkünften. Wer dennoch eine Frühpensionierung anstrebt, sollte eine umfassende Finanz- und Budgetplanung rechtzeitig in Angriff nehmen. Hier empfiehlt sich, die Hilfe eines Experten in Anspruch zu nehmen. um die richtigen Fragen zu klären: Was kostet mich eine Frühpensionierung genau? Kann ich mir mit den vorzeitigen AHV- und PK-Renten die gewünschte Lebenshaltung leisten? Ist es möglicherweise besser, anstelle einer Rente das Kapital zu beziehen?

Zu beachten ist auch, dass bei der Frühpensionierung weiterhin AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige bezahlt werden müssen. Bei der Krankenkasse muss man - wie übrigens nach der Pensionierung auch - wieder eine private Unfallversicherung abschliessen. Dies, weil die obligatorische Versicherung durch den Arbeitnehmer nicht mehr greift.

Steuern nicht vergessen
Abzuklären sollte man des Weiteren, ob vorherige PK-Einkäufe noch sinnvoll sind. Der Entscheid, ob man die Rente in regelmässigen Auszahlungen oder einmalig als Kapital bezieht, hat auch Einfluss auf die Steuerplanung. Das Guthaben der Säule-3a sollte man in Abstimmung mit allfälligem PK-Bezug vorteilhafterweise gestaffelt beziehen.

Quelle: NZZ am Sonntag; 02.10.2016

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Der Entscheid, ob man die Rente in regelmässigen Auszahlungen oder einmalig als Kapital bezieht, hat auch Einfluss auf die Steuerplanung.