Wir leben immer länger und haben dadurch auch mehr Möglichkeiten, unser Leben selbstbestimmt zu gestalten. Frühpensionierung steht bei vielen als Wunsch auf der Agenda, doch nicht jeder kann sich eine Frühpensionierung auch leisten. Wer sich jedoch frühzeitig damit beschäftigt, kann auch bei einem früheren beruflichen Ausstieg finanziell zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Die beruflichen Ziele sind oft schon erreicht, grosse Karriereschritte in der Anstellung kaum mehr zu erwarten – wer zwischen 50 und 60 Jahre alt ist, beginnt, sich darüber Gedanken zu machen, wie die Zeit nach dem Arbeitsleben ausschaut und wann diese beginnt. Dabei kommt mit Sicherheit die Frage auf, ob man es sich überhaupt leisten kann, früher in Rente zu gehen. Ein Blick in die eigene Finanzplanung lohnt sich allemal. Denn wer seine Pensionierung frühzeitig und systematisch plant, geniesst später umso mehr Freiheiten.

Frühpensionierung: die Fakten

Die voraussichtliche Altersrente setzt sich aus der AHV-Rente und der Pensionskassenrente zusammen. Um die Details der Frühpensionierung zu klären, ist es wichtig, sich möglichst frühzeitig zu informieren und Kontakt mit der AHV und der Pensionskasse aufzunehmen. Diese können eine Hochrechnung vornehmen und bestätigen, ob und ab wann eine Frühpensionierung möglich ist. Gemäss Gesetz ist dies frühestens mit 58 Jahren der Fall.

Bei einer Frühpensionierung wird zwischen einer Voll- und einer Teilpensionierung unterschieden. Bei einer Teilpensionierung scheidet der Arbeitnehmer stufenweise aus seinen vertraglichen Verpflichtungen aus. In diesem Fall wird ein reduzierter Umwandlungssatz angewandt und der anteilige Bezug der Altersleistungen als Rente oder Kapital ausbezahlt, während die Vorsorgeleistungen des Arbeitgebers in die 2. Säule weiter fortgesetzt werden. Vor der vollen Pensionierung sind insgesamt zwei Reduktionen möglich. Bei einer frühzeitigen Pensionierung entfallen die Beiträge an die 2. Säule – und die effektive Rente fällt kleiner aus. Die sich hier abzeichnende Vorsorgelücke gilt es zu berücksichtigen oder mit einer freiwilligen Absicherung zu schliessen. 

Budgetplanung ist das A und O

Am besten beginnt man die Pensionsplanung mit einer Übersicht der monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Mit einer detaillierten Budgetplanung lässt sich feststellen, wie viel Einkommen man künftig benötigt, um die Ausgaben zu decken. Als Faustregel gilt, dass feste Ausgaben durch feste Einnahmen gedeckt werden sollten. Sind die Fixkosten geklärt, lohnt sich ein Blick auf die variablen Ausgaben, etwa für Hobbys, Shopping, Reisen und Restaurantbesuche. Zuletzt sollte geklärt werden, ob noch grössere Ausgaben wie die Renovation des Eigenheims oder der Kauf eines neuen Autos geplant sind. Ist dies der Fall, muss zusätzliches Geld zurückgelegt werden.

Mit der Budgetplanung wird auch klar, welche Lücken generell vorhanden sind und welche finanziellen Einbussen bei einem früheren Arbeitsaustritt abzusehen sind. In einem nächsten Schritt geht es darum, diese Lücken zu schliessen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten – zum Beispiel den Einkauf in die Pensionskasse oder die private Vorsorge. Darüber hinaus muss das fehlende Einkommen während der Frühpensionierung ausgeglichen werden. Auch hierfür gibt es verschiedene Optionen:

  • Vermögensverzehr

  • Teilbezug aus der Säule 3a

  • Vorbezug von Pensionskassengeldern

  • Auszahlung aus der Lebensversicherung

  • Erhöhung der Hypothek

Finanzielle Vorsorge

Nicht nur im Fall einer Frühpensionierung, sondern auch allgemein ist es wichtig, für die finanzielle Zukunft vorzusorgen. Hoch im Kurs stehen z. B. Immobilien, da sie insbesondere in der Schweiz kaum anfällig für grosse Wertverluste sind. Das garantiert, sofern das Wohneigentum nicht mit Hypotheken oder Kreditratenzahlungen belastet ist, eine hohe Sicherheit. Eine weitere Risikoabsicherung stellen zu erwartende Kapitalbezüge aus Lebensversicherungen und ähnlichen langfristigen Anlagen dar, die es rechtzeitig abzuschliessen gilt. Wie genau sich der Finanzmix später zusammensetzt, hängt entscheidend davon ab, wie gezielt man auf seinen vorzeitigen Feierabend hinarbeitet. Swiss Life unterstützt dabei alle Berufstätigen, die ihr Leben von übermorgen schon heute aktiv planen.

Eine Frage der individuellen Bedürfnisse

Wie bei vielen Entscheidungen ist auch bei der Frühpensionierung vieles eine Frage der individuellen Ansprüche und Bedürfnisse. Deshalb sollte man sich bewusst sein, wie man sich den Alltag nach dem Berufsleben vorstellt. Eine Studie zu den Top-Lebensambitionen der Schweizer hat gezeigt, dass die Gesundheit speziell für die ältere Generation an erster Stelle steht. Ein intaktes Familiengefüge, eine gut funktionierende Beziehung, Reisen und das Leben in finanzieller Unabhängigkeit geniessen gehören ebenfalls zu den erstrangigen Zielen. Nicht alle dieser Faktoren lassen sich finanziell lösen, aber eine gute Absicherung trägt massgeblich zum Erhalt des Lebensstandards und zu einem unbeschwerten und selbstbestimmten Frührentnerdasein bei. 

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