Noch viele Jahre ganz entspannt geniessen. Am liebsten selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden. Das ist für viele Schweizer die Idealvorstellung für die Zeit nach der Pensionierung. Wer folgende Tipps beachtet, kann dieses Vorhaben in die Tat umsetzen – und das Eigenheim sorgenfrei geniessen.

Tragbarkeit kalkulieren

Vor einer Hypothekenvergabe berechnen die Finanzinstitute deren Tragbarkeit. Sie rechnen dabei mit einem so genannten kalkulatorischen Zinssatz von 5% – auch wenn die effektiven Zinsen aktuell viel tiefer liegen. Dabei dürfen die laufenden Kosten (bestehend aus Nebenkosten, Unterhalt, Zinskosten und Amortisation) 1/3 des Einkommens nicht übersteigen – so die Faustregel. Da nach der Pensionierung das Einkommen meist bedeutend tiefer ist als zu Erwerbszeiten, sollte man die Weichen rechtzeitig stellen, damit das Eigenheim im Alter noch finanziert werden kann und nicht zur Belastung wird.

Ansprüche und Budget abgleichen

Am besten ergreift man selbst frühzeitig die Initiative und erstellt ein Budget für die Zeit nach der Pensionierung. Wie will ich später leben? Was kosten neue Hobbys, die ich in der neu gewonnenen Freizeit ausleben möchte? Stehen Renovationen oder Umbauten an? Ausgaben für Steuern, die Krankenkasse und weitere Gesundheitskosten müssen ebenfalls miteinberechnet werden. Die Ausgaben lassen sich in der Regel in drei Bereiche unterteilen: fixe Ausgaben, variable Ausgaben und Reserven für Investitionen. Das Einkommen wird aus Renten, Kapitalbezügen und weiteren Quellen generiert. Es gibt im Web diverse Budgetrechner, die einem die Arbeit erleichtern. Zum Beispiel hier.
 

Sinnvoll vorsorgen

Wer rechtzeitig plant, kann finanzielle Engpässe verhindern und sicherstellen, dass man im geliebten Eigenheim bleiben kann. Und wer zum Beispiel in die Säule 3a einzahlt, profitiert gleich doppelt: 

  1. durch einen unmittelbaren Steuervorteil für den Rest des Erwerbslebens

  2. sowie durch das Ersparte, das später zur Finanzierung der eigenen vier Wände genutzt werden kann.

Zusätzliche freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse sind eine weitere Möglichkeit, das finanzielle Polster aufzustocken, um es sich später zuhause ohne Sorgen gemütlich zu machen. Eventuelle Vorbezüge aus der Pensionskasse, die auch der Finanzierung des Eigenheims gedient haben können, sollten in jedem Fall vor der Pensionierung zurückbezahlt werden.
 

Amortisation

Eine weitere Frage, die sich stellt: Bis zu welchem Betrag sollte man die Hypothek zurückzahlen? Einerseits werden mit einer Amortisation die Wohnkosten reduziert – heute und auch in Zukunft. Auf der andern Seite steht die höhere Steuerbelastung, da nur noch tiefe Hypothekarzinsen abgezogen werden können. Und das Kapital ist im Haus gebunden. Deshalb zahlt es sich aus, frühzeitig mit dem Kreditgeber das Gespräch zu suchen: Welche Erwartungen hat er in Bezug auf die Rückzahlung der Hypothek, wenn das Pensionsalter erreicht wird? 

Grundsätzlich lässt sich sagen: Kann Erspartes nicht zu einem besseren Zins als dem geltenden Hypothekarsatz angelegt werden, wird die Amortisation interessant.

Altersgerechtigkeit prüfen

Keiner ist im Alter vor körperlichen Beeinträchtigungen gefeit. Daher ist es wichtig, das Eigenheim unter folgenden Gesichtspunkten anzuschauen:

  • Begehbarkeit: In welcher Etage liegen die Wohnräume? Gibt es einen Lift oder nur Treppen? Sind die Treppen durch Geländer gut abgesichert?

  • Arbeitsintensität: Wie verhält es sich mit der Grösse von Wohnraum und Garten und dem damit verbundenen Aufwand für die Pflege und Instandhaltung?

  • Versorgung: Welche Einkaufsmöglichkeiten sind in der Nähe? Wie verhält es sich mit der medizinischen Versorgung?

  • Anbindung: Wie gut ist der Alterswohnsitz an den öffentlichen Verkehr angebunden? Welche Unterstützung oder welche Vereinstätigkeiten gibt es in der Umgebung für ältere Menschen?

Wichtig: Wenn das Eigenheim noch nicht den Ansprüchen an altersgerechtes Wohnen genügt, stehen Umbauten, zum Beispiel für einen Treppenlift oder altersgerechte Bäder, an. Die Kosten hierfür sollten im Voraus durchkalkuliert werden, da ungeahnte Ausgaben schnell ein grosses Loch ins Budget reissen können.

Fazit

Wenn das Eigenheim noch nicht den Ansprüchen an altersgerechtes Wohnen genügt, stehen Umbauten, zum Beispiel für einen Treppenlift oder altersgerechte Bäder, an. Die Kosten hierfür sollten im Voraus durchkalkuliert werden, da ungeahnte Ausgaben schnell ein grosses Loch ins Budget reissen können.

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