Was für einige Dörfer von Ureinwohnern im Amazonas oder in Südasien noch gilt, muss die moderne Gesellschaft neu lernen: Nicht mehr von der Natur zu nehmen, als man ihr zurückgeben kann. Ein Versuch startet dieses Jahr im holländischen Almere.

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Rund zehn Milliarden Menschen sollen laut UNO-Bericht im Jahr 2050 auf der Erde leben. Angesichts der heutigen katastrophalen Mangellage in vielen Regionen der Erde und der bestehenden Überbevölkerung in vielen Städten und Ländern vor allem der Dritten Welt, müssen Lösungen gefunden werden, wie sauberes Wasser, Nahrungsquellen, Abfallentsorgung und Unterkunft für alle bereitgestellt werden können.

Riesiges, weltweites Echo

Genau diesen Fokus hat das Projekt im holländischen Almere, wo das weltweit erste versorgungsunabhängige Dorf am Entstehen ist. Seit das Projekt im Juni 2016 an der Biennale in Venedig vorgestellt worden ist, ist das Interesse an dieser Idee explodiert. Die Projekt-Website verzeichnete mehr als 20 Millionen Besucher, 10'000 E-Mails erreichten die Verantwortlichen und das Projekt wurde Ende August 2016 bereits im Weissen Haus vorgestellt, wie der Website des Projektes zu entnehmen ist. 

Bauen mit Zukunft heisst Nullenergiehäuser und vertikale Landwirtschaft

Doch wie sieht so ein versorgungsunabhängiges Dorf aus, dass weder Lebensmittel, Wasser noch Energie und Dünger von aussen zugeführt bekommt und keinen Abfall nach aussen schaffen will? Die Energie kommt von der Sonne. Das Dorf besteht aus modernsten Nullenergiehäusern und einer Reihe von Gewächshäusern, zum Teil mit vertikaler Landwirtschaft, auf dem technisch neusten Stand. Diese ermöglichen nicht nur den Anbau von genügend Lebensmitteln auf kleinem Raum, sondern auch das Recycling von Abfall.

Bauen mit Zukunft heisst Recycling

Der Abfall dient zum einen als Futter für die Nutztiere. Zum anderen werden damit Soldatenfliegen gefüttert, die ihrerseits als nachhaltige Nahrungsquelle für die Fischfarmen dienen. Die Fischrückstände wiederum werden als Dünger für das Aquakultursystem in der vertikalen Landwirtschaft genutzt. Nutztierexkremente düngen die aussen gelegenen saisonabhängigen Gärten.

Landwirtschaft mit weniger Verbrauch und mehr Ertrag

Berechnungen von ReGen kommen zum Schluss, dass diese Hightech-Landwirtschaftssysteme auf der selben Fläche mehr als den zehnfachen Ernteertrag mit 90% weniger Wasserverbrauch als herkömmliche Landwirtschaft produzieren werden. «Wir erwarten buchstäblich Tonnen von ökologisch erzeugten Lebensmitteln jedes Jahr. Gemüse, Obst, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fische, Eier, Hühner, Milch und Eiweiss von kleinen Tieren. Die vertikalen Gartensysteme werfen das ganze Jahr über Ertrag ab», erklärte ReGen-Geschäftsführer Ehrlich.

18 Monate und 100 Häuser in Almare

Der Abfall dient zum einen als Futter für die Nutztiere. Zum anderen werden damit Soldatenfliegen gefüttert, die ihrerseits als nachhaltige Nahrungsquelle für die Fischfarmen dienen. Die Fischrückstände wiederum werden als Dünger für das Aquakultursystem in der vertikalen Landwirtschaft genutzt. Nutztierexkremente düngen die aussen gelegenen saisonabhängigen Gärten.Sonnenkollektoren und andere nachhaltige Energielösungen versorgen das Ganze mit genügend Energie. Die Arbeiten in der Landwirtschaft und der Unterhalt der Energiesysteme werden von den Bewohnern des Dorfes übernommen. Der Plan für die nächsten 18 Monate sieht vor, das selbstversorgende Dorf mit 100 Pilothäusern in Almere zu bauen. Funktioniert das Projekt wie erwartet, bestehen bereits Pläne für ähnliche Projekte in Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland und Belgien. Hinter dem Projekt stehen die Entwicklungsfirma ReGen und das dänische Architekturbüro Effekt.

Quellen:

  • World Population Prospects: The 2015 Revision United Nations, Department of Economics and Social Affairs
  • Website www.regenvillages.com
  • Website www.derwaechter.net

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