Immer mehr Einrichtungsgegenstände werden zu intelligenten Möbeln: Tische laden Mobilgeräte auf, Betten überwachen die Vitalfunktion. Ein neuer Stuhl soll jetzt sogar helfen, Leben zu retten.

der-intelligente-stuhl

«Sitzen ist das neue Rauchen», erklärt Dr. James Levine von der weltbekannten Mayo Clinic in den USA. Dabei verbinden wir doch Sitzen mit Gemütlichkeit, Entspannung und Ruhe, also mit positiv besetzten Werten. Dem widerspricht Dr. Levine in seinem Buch «Get up!» kategorisch. «Es ist bewiesen, dass übermässiges Sitzen zum Beispiel das Krebsrisiko erhöht und Diabetes Typ 2 fördert.»

Sechs Stunden sitzen im Maximum

Dr. Levine geht in seinen Studien, die weltweit Anerkennung finden, davon aus, dass Menschen pro Tag nicht mehr als sechs Stunden sitzend verbringen sollten. Auf seiner Website stellt er einen kurzen Test zur Verfügung, mit dem jeder selber einschätzen kann, ob er «stuhlabhängig» ist oder nicht. Wer mehr als sechs Stunden auf dem Allerwertesten verbringt, steigert laut Wissenschaftler Levine sein Sterberisiko um bis zu 40 Prozent.

Intelligente Möbel als Lebensretter

Diesen Gedanken haben die Designerinnen Liliana Lambriev und Melina Pyykkönen vom Copenhagen Institute of Interaction Design aufgenommen. Sie hatten die Idee, alltägliche Objekte dafür zu nutzen, sich mehr zu bewegen, also intelligente Möbel zu schaffen. Ins Zentrum der Ideen rückte verständlicherweise der Stuhl. «Ein Stuhl ist ein traditioneller Teil unseres Lebens und ist so etwas wie eine Erweiterung unseres Körpers. Wir starten darin in den Tag und am Ende des Tages ist er ein Zielpunkt», erklärt Liliana Lambriev auf der Website des Instituts. Ziel sei gewesen, den Stuhl so zu verändern, dass er die Menschen motiviert, sich mehr zu bewegen.

«Du musst dich mehr bewegen»

Das Resultat heisst Clūnēs. Es ist ein schlauer Stuhl, der Sesseljunkies sehr effektiv dran hindert, sich zu setzen. Der Stuhlbesitzer erfährt nämlich von seinem Handy, wie sein Bewegungsprofil aussieht und wie lange er den Tag über schon sass. Ist das Limit erreicht, klappt die Sitzfläche des Stuhls nach oben und verhindert damit, dass er sich draufsetzt. Kommt man dann heim, sagt einem der Stuhl durch die senkrechtstehende Sitzfläche also, dass man sich nicht genügend bewegt hat.

Erziehung durch intelligente Möbel

Natürlich ist es auf den ersten Blick eine lustige Idee. Auf den zweiten Blick setzen die Erfinderinnen auf den erzieherischen Wert, den intelligente Möbel haben können. Im Unterbewusstsein würde das Verhalten des Möbels nachwirken und den Menschen dazu bringen, sein Verhalten zu hinterfragen. So gesehen darf man sich vielleicht auf das weinende Fahrrad, das Bett mit Schleudervorrichtung, die Weinflasche mit elektronischem Verschluss oder den kalorienzählenden Tisch freuen…

Quelle:

  • Buch «Get up» von Dr. James Levine

Ihr Immobilienthema.
Unsere ganzheitliche Lösung.

Telefon: 043 284 49 99
E-Mail: immopulse@swisslife.ch

Swiss Life AG
Immopulse
General-Guisan-Quai 40
Postfach
CH-8022 Zürich