Immer mehr Menschen in der Schweiz wollen Wohneigentum erwerben. Das erstaunt, denn traditionell sind die Schweizer ein Volk von Mietern. Findet nun das grosse Umdenken statt?

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Etwas über 38 Prozent der Schweizer Haushalte leben zurzeit in den eigenen vier Wänden. Das ist die tiefste Wohneigentumsquote Europas.

Steigender Eigentumsanteil seit 1970

Ist das eine Kehrtwende in den Schweizer Wohngewohnheiten? Nein, es ist lediglich die Verstärkung eines Trends, der seit den 70ern in der Schweiz anhält. Laut Bundesamt für Statistik (BfS) stieg von 2000 bis 2014 die Zahl der Eigentumswohnungen in der Schweiz um rund ein Viertel auf 1,34 Millionen an (930'000 Häuser, 410'000 Wohnungen im Stockwerkeigentum). Der Bestand an Mieterwohnungen nahm in der gleichen Periode um knapp zehn Prozent auf zwei Millionen zu.

Der Anteil Wohneigentümer stieg damit seit 1970 von 28,5 Prozent über 34,6 Prozent im Jahr 2000 auf die heutigen rund 38 Prozent an. Allerdings sind die Unterschiede innerhalb der Schweiz sehr gross. Währen im Kanton Wallis mehr als 57 Prozent Eigentümer sind, beträgt dieser Anteil in der Stadt Zürich gerade mal sieben Prozent.

Doch nicht nur der Eigentümeranteil steigt. Laut Hauseigentümerverband (HEV) nahm auch der Platzbedarf pro Haushalt enorm zu. 1960 begnügte sich eine vierköpfige Familie noch mit 63 Quadratmetern, heute sind dies 106 Quadratmeter im Durchschnitt.

Volk von Mietern: unwahrscheinliche Gründe

Trotzdem erstaunt es, dass ein so reiches Land wie die Schweiz nach wie vor überwiegend zur Miete wohnt. Die Gründe dafür sind äusserst vielfältig und eine schlüssige Erklärung fehlt nach wie vor. Avenir Suisse hat einige der Gründe untersucht und kommt zu folgendem Ergebnis: Die hohen Bodenpreise sind nicht schuld daran, denn sie verteuern Eigentum und Miete gleichermassen. Auch der viel beschworene Kaufkraftverlust des Mittelstandes halte einer genauen Analyse nicht stand, kommen die Autoren von Avenir Suisse zum Schluss. Als mögliche Gründe führt der Bericht die restriktive Kreditvergabe der Banken und die Beibehaltung einer hohen Flexibilität der Arbeitnehmer an.

Die wahren Gründe

Entscheidend sind aber laut Avenir Suisse vor allem folgende Gründe:

  • Die starke Verstädterung! 75 Prozent der Bevölkerung wohnen in Agglomerationen, wo das Mehrfamilienhaus und die Mietwohnung die natürliche Gebäudeform sind.
  • Späte Einführung des Stockwerkeigentums. Erst ab 1965 wurde diese Eigentumsform in der Schweiz rechtlich möglich.
  • Eigentum wird in der Schweiz steuerlich nicht gefördert. Steuerlich bevorzugt der Staat keine Eigentumsform, zum Beispiel mit Bausparen oder Subventionen.
  • Massvolle Regulierung des Mietwohnungsmarktes. Der Mietmarkt ist in der Schweiz im Vergleich zum Ausland massvoll reguliert, was zu einem grossen Angebot führt.

Wohneigentum in der Schweiz: erfreuliche Tendenz

So rasch wird sich also die Schweiz nicht vom Schlusslicht zum Eigentums-Musterknaben mausern. Denn die obgenannten Gründe lassen sich nicht in kurzer Frist verändern oder gar abschaffen. Die Vorzeichen für Eigentumserwerb stehen aber nach wie vor sehr gut. Vor allem auf dem Land steigt die Zahl derer, die Wohneigentum in der Schweiz erwerben wollen, stetig an. In der Stadt ist dieser Anteil natürlicherweise kleiner, aber zeigt laut HEV ebenfalls klare Tendenzen nach oben. Da der HEV bis Ende 2017 auch keine nennenswerten Zinsänderungen im Hypothekarmarkt erwartet, steht der Investition in Wohneigentum nicht mehr viel im Weg.

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