Geht es darum, dass Banken Wohnung oder Haus finanzieren, wird die Tragbarkeit offiziell mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent berechnet. Doch es geht auch günstiger, wie der Blick in die Welt der Hypotheken zeigt.

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Obwohl die Hypothekarzinsen historisch tief sind, fallen viele Hypothekengesuche von kaufwilligen Kunden dem Zinssatz von 5 Prozent zum Opfer, mit dem Banken offiziell die Tragbarkeit einer Finanzierung für den Kreditnehmer berechnen. Die hohen Immobilienpreise sorgen in Verbindung mit diesem Zinssatz von 5 Prozent dafür, dass der Traum vom Eigenheim trotz stabiler Einkommensverhältnisse für viele nichts als ein Traum bleibt.

Haus finanzieren: Banken suchen neue Kunden

Doch diese 5 Prozent-Hürde ist nicht in Stein gemeisselt und schon gar nicht gesetzlich verpflichtend. Denn obwohl das Hypothekarvolumen vor allem bei den Kantonalbanken und den Raiffeisenbanken seit Jahren stark ansteigt, lockern einige Banken die Kriterien zur Tragfähigkeit, um sich neue Kundenkreise in tieferen Einkommensklassen zu erschliessen, berichtete die Handelszeitung in ihrer Ausgabe vom 19. Januar 2017. Die Raiffeisenbank verzichtet zwar auf die angekündigte Einführung der Berechnung der Tragfähigkeit mit 3 Prozent, will aber mit angepassten Rechnungsmodellen vor allem jungen Familien Wohnung oder Haus finanzieren. Und die Bank Valiant rechnet, wie sie selber sagt, «schon seit jeher mit einem Satz von 4,5 statt 5 Prozent.

Verschiedene Lebensversicherer treten ebenfalls als Kreditgeber von Hypotheken auf. Da diese anders rechnen, liegen die Zinsangebote oft unter denjenigen der Banken, was eine Hypothek erschwinglicher macht.

Neue Rechnungsart

Ganz andere Wege geht das Vermögenszentrum VZ. Hier wird sogar mit dem tatsächlichen Hypothekarsatz von 1 bis 2 Prozent gerechnet. Allerdings muss während der Laufzeit der Hypothek so viel amortisiert werden, dass nach Ablauf der Laufzeit die Tragbarkeit mit 5 Prozent erreicht wird. Das macht es Kunden mit wenig Eigenkapital oder tieferem Einkommen möglich, Wohnung oder Haus finanzieren zu können. Allerdings müssen sie bereit sein, für die Laufzeit der Hypothek zu Gunsten der Amortisation andere Ansprüche zurückzustellen.

Innovativ oder riskant?

Völlig unbekannte Wege schlagen neue Anbieter auf dem Hypothekarmarkt ein. Hyposcout tritt als Vermittler von Krediten von Privatanlegern gegenüber Eigenheiminteressenten auf, die über zu wenig Eigenkapital für den Erwerb von Wohneigentum verfügen. Mit den privaten Krediten können diese ihr Eigenkapital erhöhen und damit bei herkömmlichen Instituten Hypotheken beantragen. Dass damit ein Kredit mit einem weiteren Kredit finanziert wird, sollte aber laut Handelszeitung zur Vorsicht mahnen.
Die Firma Finovo wiederum versucht, Pensionskassen auf der Suche nach Rendite den Hypothekarmarkt schmackhaft zu machen. Dabei steuern die Pensionskassen die Mittel bei während sich Finovo um Kreditvergabe und Verwaltung kümmert.

Viel Bewegung also im Hypothekarmarkt. Sicher ist: Wer zur Zeit viele Offerten einholt und gut verhandelt, kann auf jeden Fall Geld sparen.

Quellen:
- Handelszeitung vom 19. Januar 2017

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