Die Steuererklärung ist in der Regel kein Thema, auf das man sich freut. Dennoch steht sie einmal im Jahr an und muss gewissenhaft ausgefüllt werden. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, ist selbstbestimmtes und organisiertes Handeln gefragt. Dann wird die Steuererklärung vielleicht nicht zum Kinderspiel, aber definitiv machbar. Am besten gehen Sie nach den folgenden drei Punkten vor.

1. Unterlagen sammeln

Bevor Sie mit dem Ausfüllen der Steuererklärung beginnen, sollten Sie erst einmal alle Unterlagen zusammentragen. Es lohnt sich, eine Ablage (z. B. eine Box oder einen Ordner) zu schaffen, in der Sie über das Jahr hinweg schon einmal die Quittungen und Belege sammeln. Anfang des neuen Jahres erhalten Sie vom Arbeitgeber den Lohnausweis und von den Banken die Zinsbelege für das zurückliegende Jahr. Auch diese Dokumente können Sie in die Ablage geben. So haben Sie zur Steuererklärung bereits alle Unterlagen zusammen, ohne danach suchen zu müssen.

Folgende Unterlagen sollten Sie bereit haben:

Einkommen 

  • Lohnausweise beider Ehepartner – auch für Neben- und Teilzeiterwerb
  • Rentenbescheinigungen
  • Bescheinigungen zu Taggeldern (z. B. Arbeitslosenkasse) und Erwerbsausfallentschädigungen 

Konten und Wertschriften 

  • Zinsbescheinigung der Bank
  • Bankauszüge und Postkontoauszüge zum Jahresende
  • Wertschriften mit Sparheften, Dividendenabrechnungen und Zinsnachweisen
  • Schuldzinsnachweise und Hypothekenbescheinigungen 

Arbeit 

  • Belege für Arbeitswegkosten und auswärtige Verpflegung
  • Belege über Weiterbildungskosten

Allgemein 

  • Belege über den Liegenschaftsunterhalt, Umbauten und Mieteinnahmen
  • Bescheinigungen Säule 3a
  • Bescheinigungen Einkauf in die 2. Säule
  • Spendenquittungen
  • Mitgliederbeiträge und Zuwendungen an politische Parteien
  • Quittungen für die Kinderkrippe und Kinderbetreuung
  • Belege für selbst bezahlte Krankheitskosten
  • Belege zu Krankenkassenbeiträgen 

2. Steuererklärung ausfüllen

Sobald Sie alle Unterlagen zusammen haben, können Sie mit dem Ausfüllen der Steuererklärung beginnen. Als Erstes empfiehlt es sich, die Wegleitung durchzulesen und sich einen guten Überblick zu verschaffen. Danach können Sie die Zusatzformulare ausfüllen. Die dort berechneten Beträge benötigen Sie für das Hauptformular, das Sie als Nächstes in Angriff nehmen können. Gehen Sie am besten Punkt für Punkt durch. Wenn Sie nicht weiterkommen, können Sie nochmals in der Wegleitung nachschauen oder direkt das Steueramt kontaktieren.

Welche Kosten können Sie von den Steuern abziehen? 

  • notwendige Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte
  • Mehrkosten für Verpflegung (Pauschale)
  • Aus- und Weiterbildungskosten
  • Versicherungsprämien (limitiert)
  • Spenden
  • Beiträge für die gebundene Vorsorge
  • Krankheitskosten
  • Schuldzinsen
  • Fremdbetreuung bei Kindern
  • Alimente und Unterhaltsbeiträge 

Für einige der genannten Kosten gibt es Pauschalen. Wenn Sie stattdessen die effektiven Kosten abziehen möchten, müssen Sie diese als Belege der Steuererklärung beifügen. Gewisse Kosten können jedoch nur bis zu einem bestimmten Betrag abgezogen werden, selbst wenn die Kosten nachweislich höher waren.

Tipp 1

Für die Fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort kann man bei der direkten Bundessteuer bis zu CHF 3000 von der Steuer abziehen.

Tipp 2

Eltern können die Kosten für die Kinderbetreuung bis zu einem Maximalbetrag abziehen. Bei der direkten Bundessteuer beträgt dieser CHF 10 100 pro Kind.

3. Steuererklärung fristgerecht einreichen

In der Regel muss die Steuererklärung Anfang des Jahres eingereicht werden. Allerdings hat jeder Kanton leicht abweichende Regeln. In den meisten Kantonen muss die Abgabe der Steuererklärung jedoch bis 31. März erfolgen. Diese Frist gilt für natürliche Personen, also den Normalbürger. Juristische Personen (z. B. Vereine und Gesellschaften) haben normalerweise bis 30. September Zeit. Eine Fristverlängerung ist möglich, muss jedoch rechtzeitig beantragt werden. In der Regel geht dies bequem online.

Normalerweise erhalten Sie innerhalb einiger Monate eine Einschätzung zu Ihrer Steuererklärung. Diese sollten Sie ausgiebig prüfen. Stimmen steuerbares Einkommen und Vermögen? Wurde der richtige Steuertarif angewandt? Auch Steuerbeamten können Fehler unterlaufen. Sollten Ihnen Abweichungen auffallen, rufen Sie bei Ihrem Steueramt an und fragen dort höflich nach. Mitunter war es nur ein Fehler, der sich schnell beheben lässt. Letztlich geht es bei der Steuererklärung um Ihre finanzielle Situation, daher ist eine gewisse Selbstverantwortung gefragt.

Steuererklärung online

Sie können Zeit und Aufwand sparen, wenn Sie die Steuererklärung elektronisch ausfüllen. Die Software dazu erhalten Sie im Internet. In den Kantonen Zürich, Bern, Freiburg, Waadt, Genf und Jura können Sie Ihre Steuererklärung sogar direkt online ausfüllen.

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