Der Wunsch nach Gesundheit und Langlebigkeit wird immer grösser, der Sinn des Fortschritts ist unbestritten, Ärzte sollen alles richten. Der Kardiologe Thomas F. Lüscher will jedem Patienten eine bestmögliche Behandlung bieten – durch den Dreiklang von praktizierender Medizin, Ausbildung und Forschung.

Als Kind wollte er Autorennen fahren. Später bastelte er Flugzeuge und träumte davon, Ingenieur zu werden. Als junger Mann klopfte sein Herz für die grossen Fragen dieser Welt. Doch nach ein paar Semestern Philosophie stellte sich Ernüchterung ein. Thomas Lüscher wechselte zur Medizin und fand dort seine Bestimmung. Als sein Vater an einem plötzlichen Herztod starb, wollte der Sohn wissen, «weshalb jemand auf einen Schlag stirbt». Herz und Kreislauf interessierten ihn immer mehr. Zudem faszinierte ihn, dass Kardiologie eines der wenigen Fächer ist, in denen man forschen und auch behandeln kann. Das Herz selbst betrachtet Lüscher wie die meisten Mediziner nüchtern als «eine simple Pumpe».

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Thomas F. Lüscher studierte Medizin an der Universität Zürich. Nach Forschungsaufenthalten im Ausland arbeitete er in verschiedenen Spitälern in der Schweiz und war ab 1996 Klinikdirektor der Kardiologie am Universitätsspital Zürich. Nach 21 Jahren folgte er einem Ruf an das Royal Brompton & Harefield Hospital und das Imperial College in London. Lüscher ist Präsident der Forschungskommission der Schweizerischen Herzstiftung und Chefredaktor des renommierten European Heart Journal.

Nach erfolgreichem Studium prägte ihn ein Aufenthalt an der weltberühmten Mayo-Klinik in den USA. Sein damaliger Chef, der Belgier Paul M. Vanhoutte, hat Lüscher sehr gefördert und mit seinem Credo geprägt: Jedem Patienten zu jeder Zeit eine bestmögliche Behandlung bieten – durch den Dreiklang von praktizierender Medizin, Ausbildung und Forschung.

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Herzklopfen

Herzklopfen ist lebenswichtig. Denn damit pumpt der Herzmuskel tagein, tagaus sauerstoffreiches Blut bis in die winzigsten Kapillargefässe des menschlichen Körpers.

Noch nie war der Mensch so gesund wie heute
Was man in der Medizin, speziell auch in der Kardiologie in den letzten zwei, drei Generationen erreicht habe, bezeichnet der Arzt als «phänomenal». So seien 1955, als der damalige US-Präsident Eisenhower einen Herzinfarkt erlitt, die Behandlungsmöglichkeiten noch sehr beschränkt gewesen. In seinem Buch «Über das Herz hinaus» beschreibt Lüscher, wie die Todesfallrate nach einem Infarkt von damals 50 Prozent auf heute fünf bis zehn Prozent gesenkt werden konnte: «Wir sind so gesund wie noch nie», bilanziert Lüscher. Die meisten Herzerkrankungen seien Alterserkrankungen – «weil in der Evolution nicht vorgesehen ist, dass wir so alt werden».

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Herzschlagfrequenz

Babys haben eine Herzschlagfrequenz von 120 Schlägen pro Minute. Alte Menschen nur noch von rund 70. Ein Embryo hat übrigens bereits ab der sechsten Schwangerschaftswoche einen Herzschlag. Das kleine Herz, schon mit rechter und linker Herzkammer ausgestattet, schlägt dann sogar 160 Mal in der Minute.

Der Zürcher Kardiologe verweist auch darauf, dass wir stark durch unsere DNA bestimmt sind. Der nächste grosse Entwicklungsschritt in der Medizin, ist er überzeugt, werde deshalb in der Genetik stattfinden. Aktuell suche man beispielsweise nach einem Wirkstoff, «der in den Leberzellen gezielt das Gen für ein Eiweiss abstellt, das die Cholesterinrezeptoren entsorgt». Dadurch könne man das Cholesterin in den Griff bekommen und so Arteriosklerose vermeiden: «Dann wird es wohl keine Herzinfarkte mehr geben», sagt Lüscher.

Wie lange wollen wir eigentlich leben?
Mit den Möglichkeiten seien aber auch die Erwartungen gestiegen und der Aufwand der dazu erforderlichen Mittel. Eine Diskussion über Sinn und Zweck der Medizin, über heikle Themen wie Angemessenheit, Rationalisierung oder Rationierung, so Lüscher, könne nur auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnis geführt werden. Wie viel die Gesellschaft für die Gesundheit ausgeben wolle, bedürfe aber klar verorteter Entscheide, sagt er: «Letztlich muss die Politik, die alles auch bezahlen muss, über die Angemessenheit ärztlichen Handelns entscheiden.»

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Blutmenge

Mit jedem Herzschlag fliessen rund 70 Milliliter Blut aus den Herzkammern in die Schlagadern. Das rechnet sich: Pro Jahr sind das 3,65 Millionen Liter. Oder über 90 Tanklastwagen voll.

Ob und wie alt wir würden, hänge aber stark von unserer DNA ab, sagt Lüscher. Natürlich stelle sich aber die Frage, wie lange man eigentlich leben wolle. «Im Grundsatz bin ich für ein selbstbestimmtes Leben», sagt der Mediziner. Wenn ein Patient wünsche, dass man ihn bestmöglich behandle, dann tue man das. Ärzte sollten laut Lüscher aber auch akzeptieren, wenn jemand dies nicht mehr möchte. «Selbstbestimmung ist ja die Vision des Humanismus und der Aufklärung», sagt er.

Text: Yvonne Eckert
Fotos: Christian Aeberhard
Illustrationen: Janine Wiget

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Valéry Chantepy, Verkaufsleiter Generalagentur Lausanne

Kontakt: 021 340 08 17, Valery.Chantepy@swisslife.ch

«Wir alle hoffen, dass unser Herz noch lange schlägt. Eine Garantie haben wir aber nicht. Es ist deshalb beruhigend, zu wissen, dass wir unsere Nächsten finanziell absichern können, falls uns etwas zustösst.» Mit dem Angebot «Swiss Life Protection» kann man sich und die Angehörigen vor den finanziellen Folgen von Erwerbsunfähigkeit oder Tod schützen. Bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt Swiss Life den Kunden eine Rente aus, falls sie durch Unfall oder Krankheit erwerbsunfähig werden. Diese Rente erhalten sie, bis der Vertrag abläuft oder die Wiederaufnahme der Arbeit möglich ist. Im Todesfall zahlt Swiss Life den Begünstigten die versicherte Leistung aus. swisslife.ch/risikoabsicherung

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