Marco Tomasi ist Designchef beim Schweizer Herrenmode-Unternehmen Strellson. Schlechtsitzende Anzüge sind ihm ein Graus, für einen feinen Zwirn würde er sein letztes Hemd riskieren.

Bei Marco Tomasi in Kreuzlingen TG laufen im wahrsten Sinne des Wortes alle Fäden zusammen: Der 54-jährige gebürtige Aargauer mit italienischen Wurzeln ist Herr über die Kollektionen des Männermode-Labels Strellson. Saison für Saison wacht er seit 18 Jahren über die kreative DNA der Marke. Im schnelllebigen Modebusiness kommt das fast einem Erdzeitalter gleich.

Der Mann hinter der Marke: Strellson Design-Chef Marco Tomasi über seinen Traumjob, Vertrauen und finanzielle Zuversicht. (Kamera: Martin Rickenmann, Vitronic AG)

Ermüdungserscheinungen angesichts des nicht unbedingt reizarmen Geschäfts? Tomasi lacht und schüttelt entschieden den Kopf. Sein «Baby» gross werden zu sehen, gemeinsam mit seinem Team Herausforderungen zu meistern: «Ja», sagt er, das erfülle ihn durchaus mit Stolz. An der Mode fasziniere ihn der stetige Wandel, der immerwährende Blick nach vorn. Eben die Bereitschaft, «jede Saison den Reset-Button zu drücken und alte Zöpfe abzuschneiden».

Einen Blick zurück wagt Tomasi auf unsere Frage hin trotzdem: «Die ersten zwei, drei Saisons hast du kaum das Produktionsminimum verkauft und plötzlich gehen die Teile in der vierten Saison durch die Decke – viele Erfolgsgeschichten von Strellson sind so entstanden.» Da frage er sich oft: «Wieso hat es jetzt drei Saisons gebraucht?» Aber natürlich, schiebt Tomasi gleich lachend hinterher, sei das halt sein Job, vorauszuschauen. «Denn wir müssen ja über Bedürfnisse des Mannes nachdenken, die er eigentlich gar noch nicht hat.»

Schon die italienische «Mamma» machte Mode

Sich im Vierteljahresrhythmus neu zu erfinden und sich dennoch selbst treu zu bleiben, die Stil-Trüffel unter vielen kommenden und gehenden Trends zu finden – das ist die hohe Kunst im Mode- und Markenzirkus. Eine Kunst, die Marco Tomasi mit echter Leidenschaft praktiziert. Schneiderin war bereits die Mutter, ursprünglich aus Bergamo im Norden Italiens.

Sie war es auch, die die ersten eigenen Entwürfe des Sohnes im Teenageralter an der Nähmaschine umsetzte. Im Einzelhandel und im Verkauf lernte Tomasi später dann die Kundenseite der Modewelt kennen. Heute sei das Anforderungsprofil eines Designers weitaus breiter gefächert, als Skizzen zu zeichnen und ein Gespür für die Trends von morgen mitzubringen. Kundenkenntnis sei gefragt, sagt Tomasi.

«Papi isch en Stöffliussuecher» 

Fast schon andächtig ruhig wird die Stimme des Kreativchefs, wenn er auf die Rohmaterie seiner Produkte zu sprechen kommt. «Stoffe, die musst du spüren, die reden mit dir», sagt er. Keinen halben Atemzug später schwärmt er von hoch gedrillten Garnen, edlen Leinenstoffen, knitterfreien, glänzenden, samtenen Texturen.

Auf Tomasis Visitenkarte steht «Creative Director», seine Tochter im Kindsgi-Alter fand einst etwas andere Worte für den Job des Vaters: «Min Papi isch en Stöffliussuecher.» «Recht hat sie ja irgendwie», sagt der Papa mit einem Schmunzeln im Gesicht. «Und das Beste: Ich bin jetzt 18 Jahre dabei und hab das Gefühl, ich habe eigentlich gerade erst angefangen.»

strellson_web_1280

Marco Tomasi, aufgewachsen im Kanton Aargau, ist seit 18 Jahren Designchef beim Herrenmode-Hersteller Strellson. Der Halbitaliener lebt mit seiner Familie im thurgauischen Triboltingen.

BVG-Lösung

Strellson ist langjähriger Swiss Life-Kunde in der beruflichen Vorsorge. Swiss Life bietet das volle BVG-Sortiment: von der Vollversicherung mit einer 100%-Garantie bis hin zu Lösungen in der Teilautonomie. Arbeitgeber können wählen, welche Lösung am besten zu ihnen passt und ihren Mitarbeitern eine selbstbestimmte Zukunft ermöglicht. swisslife.ch/business-strellson

Das könnte Sie auch interessieren

Menschen

Reiseberaterin bei Globetrotter: kein Job, sondern eine Berufung

Mehr lesen

Menschen

Strellson-CEO Marcel Braun: «Das hat den Modemarkt wirklich aufgemischt»

Mehr lesen

Menschen

Globetrotter-CEO Dany Gehrig: «Es muss nicht immer mehr, mehr, mehr sein»

Mehr lesen