Konkubinat und Vorsorge – was gibt es zu beachten?

Das Konkubinat ist heute gesellschaftlich etabliert, gesetzlich schaut dies jedoch anders aus. Gerade bei der Altersvorsorge gibt es für unverheiratete Paare einiges zu beachten, damit bei einer Trennung oder im Todesfall der Partner oder die Partnerin nicht mit leeren Händen dasteht.

Statt zu heiraten entscheiden sich heute viele Paare dafür, im Konkubinat zusammenzuleben. Dabei profitieren sie oft von Steuer- und Kostenvorteilen. Die Nachteile überwiegen jedoch, insbesondere wenn ein Partner nicht erwerbstätig ist. Beim Zerbrechen der Partnerschaft oder beim Tod des Partners könnte dieser mit leeren Händen dastehen, da Konkubinatspartner nicht die gleichen Ansprüche haben wie Ehepartner. Um dies zu vermeiden, sollten Vorkehrungen getroffen werden, um den Partner finanziell abzusichern. Vor allem wenn Kinder zur Familie gehören, lohnen sich ein Konkubinatsvertrag sowie Regelungen für den Todesfall oder hinsichtlich der Rente.

> Checkliste für die Vorsorge im Konkubinat 

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Mit dem Risikorechner von Swiss Life können Sie feststellen, wie gut Sie, Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin finanziell abgesichert sind. 

Erste Säule (AHV)

Wenn in der Konkubinatsfamilie nur eine Person erwerbstätig ist und die andere den Haushalt führt und die Kinder betreut, ist letztere benachteiligt. Erstens zahlt nur der erwerbstätige Partner AHV-Beiträge und zweitens kommt es bei der Rentenberechnung nicht zur Teilung des Rentenguthabens, wie dies bei Ehepaaren der Fall ist. Wer kein oder nur ein niedriges Einkommen hat, erhält demnach nur eine niedrige Rente. Auch im Todesfall gehen Konkubinatspartner leer aus, da eine AHV-Rente nicht vorgesehen ist. Nur die Kinder erhalten beim Tod der Mutter oder des Vaters eine AHV-Waisenrente ausgezahlt.

Das müssen Sie tun:

  • Der Partner, der nicht erwerbstätig ist, sollte ebenfalls lückenlos AHV-Beiträge einzahlen – und zwar als Nichterwerbstätiger.
  • Wenn Sie Kinder unter 16 Jahren haben, rechnet die Ausgleichskasse für jedes Jahr eine Erziehungsgutschrift an. Lassen Sie diese auf das Konto des nichterwerbstätigen Elternteils einzahlen.

  • Schliessen Sie eine Lebensversicherung ab, um im Todesfall den Konkubinatspartner finanziell abzusichern.

Zweite Säule (BVG)

Die berufliche Vorsorge läuft bei Konkubinatspartnern getrennt – unabhängig davon, ob beide einer Pensionskasse angeschlossen sind oder nur einer. Zerbricht die Beziehung, wird das angesparte Guthaben nicht wie bei Ehepaaren geteilt.

Im Todesfall hat der noch lebende Partner gesetzlich keinen Anspruch auf die Rente des verstorbenen Partners. Einige Pensionskassen verfügen aber über Sonderregeln, auch wenn sie dazu nicht verpflichtet sind. Manche Kassen, die grundsätzlich Leistungen für Konkubinatspartner vorsehen, stellen Bedingungen: zum Beispiel dass die Partnerschaft entweder vor der Pensionierung oder vor einem bestimmten Lebensjahr (meist 60) eingegangen wurde. Eine weitere Bedingung ist oft, dass der Partner bereits zu Lebzeiten der Kasse gemeldet wurde. Sind diese nicht erfüllt, werden keine Leistungen erbracht. Wenn Sie bereits Leistungen aus der Pensionskasse Ihres früheren Ehe- oder Lebenspartners beziehen, haben Sie ebenfalls keinen Anspruch auf Leistungen durch die Kasse Ihres Konkubinatspartners.

Das müssen Sie tun:

  • Informieren Sie sich bei Ihrer Pensionskasse darüber, ob Sie oder Ihr Konkubinatspartner im Todesfall grundsätzlich Anspruch auf Leistungen der Kasse des anderen haben.
  • Sollte die Kasse grundsätzlich Leistungen für Konkubinatspartner vorsehen, informieren Sie sich über die genauen Bedingungen.

  • Erstellen Sie einen Konkubinatsvertrag, um im Todesfall des Partners der Rentenkasse einen Beleg der Partnerschaft vorlegen zu können.

Dritte Säule

Säule 3a

Konkubinatspartner haben keinen Anspruch auf Gelder, die der erwerbstätige Partner auf ein Konto oder in eine Police der gebundenen Säule 3a eingezahlt hat. Im Fall einer Trennung bleibt dieses Guthaben vollständig beim Inhaber des Kontos bzw. der Police. Im Todesfall gilt das eheliche Güter- und Erbrecht. Das bedeutet, dass das Guthaben gemäss der gesetzlichen Begünstigung ausgezahlt wird. Dabei stehen Konkubinatspartner gemeinsam mit den Kindern des Verstorbenen an zweiter Stelle nach dem Ehepartner, sofern die Trennung von diesem noch nicht rechtmässig ist. Sind keine Kinder oder Ehepartner vorhanden, eignet sich die Säule 3a sehr gut zur Vorsorge für Konkubinatspaare.

Säule 3b

Bei der Säule 3b richten sich die Ansprüche allein nach dem Erbrecht. Unverheiratete Partner gehen demnach leer aus. Wurde die Vorsorge in der Säule 3b in Versicherungsform abgeschlossen, werden mitunter auch Konkubinatspartner berücksichtigt, denn bei Todesfallrisikoversicherungen, gemischten Lebensversicherungen und Leibrenten mit Rückgewähr können Sie den Begünstigen frei wählen. Im Todesfall wird einzig der Rückkaufswert zum Nachlass dazugerechnet. Die Versicherungssumme geht hingegen vollumfänglich an die begünstigte Person.

Das müssen Sie tun:

  • Säule 3a: informieren Sie die Bank oder die Versicherung schriftlich, wer Ihr begünstigter Lebenspartner ist. Halten Sie diese Begünstigung zur Sicherheit noch in einem Testament fest.
  • Säule 3b: Verfassen Sie ein Testament, um den Konkubinatspartner im Todesfall abzusichern.

Gerne zeigen wir Ihnen die für Ihre individuelle Situation beste Lösung auf, mit der Sie Ihre Familie finanziell absichern. Vereinbaren Sie gleich heute einen Termin mit einer Beraterin oder einem Berater von Swiss Life. 

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