Arbeitslosigkeit – was das für Ihre Vorsorge bedeutet

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Wobei es nicht nur unfreiwillige Arbeitslose gibt. Manche kündigen, ohne eine neue Anstellung zu suchen. Zum Beispiel, wenn man für Kind und Familie oder ein Studium die Arbeit zumindest vorübergehend aufgibt. So oder so ändert sich einiges in der Vorsorgesituation.

Bei Ihrer bisherigen Pensionskasse sind Invalidität und Todesfall nach dem letzten Arbeitstag nur noch 30 Tage gedeckt. Umso wichtiger ist, den Risikofall je nach familiärer Situation abzusichern. Hinzu kommt, dass bei ausbleibenden AHV-Zahlungen eine lebenslange Kürzung der Altersrente droht. Deshalb sollten Sie den jährlichen AHV-Mindestbeitrag einzahlen.

Wenn Sie sich bei Ihrem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) oder der Arbeitslosenversicherung (ALV) als arbeitslos anmelden, sind die Folgen von Invalidität und Tod versichert. Dieser Versicherungsschutz besteht bei der nationalen Einrichtung Stiftung Auffangeinrichtung BVG (www.chaeis.net). Die Anmeldung wird automatisch durch die Arbeitslosenversicherung vorgenommen.

Die Stiftung Auffangeinrichtung versichert aber nur das BVG-Minimum. Das kann bedeuten, dass Sie spürbar schlechter versichert sind als bei Ihrem vorhergehenden Arbeitgeber. Die Prämien für die Risikoversicherung zahlen Sie und die Arbeitslosenkasse je zur Hälfte. Ihr Anteil wird direkt vom Taggeld abgezogen. Das Vorsorgesparen für Ihr Alter ist in dieser Lösung nicht vorgesehen.

Wenn Sie sich bei einer Stellenlosigkeit nicht bei der Arbeitslosenversicherung anmelden, verfügen Sie über keinen Vorsorgeschutz. Beim Austritt aus der bisherigen Pensionskasse ohne neue Arbeitsstelle haben Sie nur noch während 30 Tagen eine Risikonachdeckung.

Treten Sie nicht gleich eine neue Arbeit an, können Sie Ihr Guthaben (Freizügigkeitsleistung) in zwei Formen anlegen:

  • mit der Freizügigkeitspolice einer Versicherung: Damit wird die Höhe der Freizügigkeitsleistung und die jährlich neu festgelegte Verzinsung garantiert.
  • mit der Freizügigkeitslösung einer Bank: Damit können Sie die Gelder auf einem Konto, in Wertschriften oder einer Kombination von beidem anlegen.

Im Allgemeinen kann ein Arbeitnehmer in der Schweiz frühestens im 58. Altersjahr in Pension gehen. Wenn Sie in diesem Alter die Arbeitsstelle verlieren, wird Ihre Vorsorgesituation komplex. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen eine Beurteilung und Beratung durch einen Vorsorgespezialisten sowie die Durchsicht des Merkblattes «Arbeitslosigkeit und Pensionierung» der Zeitschrift Beobachter.

Bestellen Sie Ihren neuen Vorsorgeausweis und das Reglement Ihrer neuen Pensionskasse. Prüfen Sie, wie sich Ihre Vorsorgeleistungen zur früheren Pensionskasse verändert haben. Allenfalls besteht Handlungsbedarf für eine zusätzliche Risikodeckung. Sie sollten auch die Altersleistungen (Altersrente, Kapital bei Pensionierung) zwischen letzter und neuer Pensionskasse vergleichen. Bei grösserer Differenz lohnt es sich zu prüfen, ob ein Einkauf in die Pensionskasse möglich ist.

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