Invalidität – und die finanziellen Folgen

Kann jemand seiner Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen, spricht man von einer Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit. Relevant ist hier immer die Frage, ob der Auslöser eine Krankheit oder ein Unfall ist. Denn je nachdem können die Leistungen aus den Sozialversicherungen stark variieren.

Die Erwerbsunfähigkeit kann jeden unerwartet und plötzlich treffen. Mögliche finanzielle Folgen dürfen dabei nicht unterschätzt werden. Unabhängig von Lebens- und Arbeitssituation entsteht für jeden eine Lücke. Erwerbsunfähig wird man infolge Unfall oder Krankheit, wobei in rund 90% der Fälle eine Krankheit die Ursache ist.

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Als arbeitsunfähig bezeichnet man jemanden, der im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit nicht mehr ausüben kann. Dies kann durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit erfolgen. Die Arbeitsunfähigkeit kann wenige Tage dauern (z.B. eine Grippe), bei einer schweren Gesundheitsstörung auch länger. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht kann einem Mitarbeiter ersatzweise eine andere zumutbare Arbeit zugewiesen werden.

Hat eine versicherte Person in ihrem Arbeitsmarkt aus gesundheitlichen Gründen keine Erwerbsmöglichkeit mehr, spricht man Erwerbsunfähigkeit. Auslöser ist auch hier eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit. Aber trotz zumutbarer Behandlung und Eingliederung ist eine Erwerbsarbeit für den Lebensunterhalt nicht mehr möglich. Das betrifft nicht nur die bisherige Tätigkeit, sondern auch eine andere zumutbare Arbeit.

Eine Erwerbsunfähigkeit, die voraussichtlich länger oder für immer andauert, ist eine Invalidität. Dieser Zustand löst in vielen Fällen eine Rente der Sozialversicherungen aus (Invalidenversicherung (IV), Pensionskasse, Unfallversicherung). Ist jemand in den täglichen Lebensverrichtungen dauernd und im erheblichen Mass auf die Unterstützung Dritter angewiesen, wird zusätzlich eine Hilflosenentschädigung ausgerichtet.

Problematisch kann die Situation vor allem für folgende fünf Personengruppen werden. Hier empfiehlt sich eine Analyse Ihres Vorsorgeschutzes.

  • Personen ohne Pensionskasse, z.B. Studenten. Bei einer Invalidität erhalten sie nur eine Rente aus der 1. Säule (IV), und das frühestens nach einem Jahr.
  • Personen mit tiefem Einkommen, z.B. junge Erwerbstätige. Die Leistung aus den Sozialversicherungen ist im Schadenfall häufig recht klein.
  • Personen mit hohem Einkommen (über CHF 100’000). Da der versicherte Lohn bei Pensionskasse und Unfallversicherung begrenzt ist, kann es sein, dass das bisherige Einkommen nicht erreicht wird.
  • Selbständige. Im Vergleich zu Angestellten sind sie betreffend der staatlichen Unterstützungbenachteiligt. Umso mehr brauchen sie eine freiwillige Absicherung im Rahmen der 2. oder 3. Säule.
  • Arbeitnehmende mit familiären Verpflichtungen. Für sie empfiehlt sich eine Prüfung des gesamten Vorsorgeschutzes.

Bei Unfall

Die rund 10% der Personen, die durch Unfall erwerbsunfähig werden, sind durch die Unfallversicherung (UVG) gut geschützt. Nicht nur bei kurzzeitigem Ausfall, sondern auch bei einer Invalidität erhalten die meisten Arbeitnehmenden einen Lohnersatz von 80–90%.

Bei Krankheit

Ein nur kurzzeitiger Ausfall ist in der Regel gut abgesichert. Aufgrund einer Lohnfortzahlungspflicht und des Krankentaggelds erhalten Sie bis zu zwei Jahre 80% bzw. 100 % des Lohns weiterhin ausbezahlt. Viele Arbeitgeber haben für diesen Fall eine kollektive Krankentaggeldversicherung abgeschlossen. Fehlt diese, empfehlen wir den Abschluss einer privaten Taggeldversicherung.

Hohe Einbussen können aber entstehen, wenn Sie aufgrund einer Krankheit langfristig oder sogar dauerhaft nicht mehr arbeiten können. Die meisten Betroffenen kommen nur noch auf etwa 60% des bisherigen Gehalts. So können grosse Lücken entstehen, die sich nur mit einem privaten Risikoschutz decken lassen.

Finanzielle Folgen bei Erwerbsunfähigkeit

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