Ihr Risikoschutz – als Paar oder Familie

Ob Ehe oder Konkubinat: Partner und Kinder sollen im Risikofall abgesichert sein. Um Vorsorgelücken bei Erwerbsunfähigkeit und im Todesfall zu verhindern, erhalten Sie hier wichtige Informationen – und können entsprechend planen.

In neuen Lebenssituationen entstehen auch neue Bedürfnisse und Prioritäten. Zum Beispiel, wenn Sie als Paar zusammenziehen. Diese Veränderungen sollten Sie auch in der beruflichen und privaten Vorsorge berücksichtigen. Das heisst, dass Sie Ihren Risikoschutz betreffend Erwerbsunfähigkeit und Tod prüfen und bei Bedarf anpassen. So haben Sie mit einer finanziellen Absicherung alles getan – weil niemand das Leben voraussehen kann.

Immer mehr Paare bleiben unverheiratet, selbst mit Kindern. Doch aufgepasst: Das Konkubinat ist gesetzlich nicht geregelt. Damit der Partner im Todesfall abgesichert ist, müssen Sie Vorkehrungen treffen. Insbesondere dann, wenn der eine die Arbeit reduziert oder ganz aufgibt, um sich um Haushalt und Kinder zu kümmern.

Selbst nach noch so vielen Jahren Lebensgemeinschaft gibt es keinen gesetzlichen Erbanspruch für den Konkubinatspartner. Dringend empfohlen: In einem Konkubinats- oder Erbvertrag alle wichtigen Punkte zu regeln.

AHV (1. Säule)

Stirbt ein Konkubinatspartners, wird keine Witwen- oder Witwerrente ausbezahlt. Dieser Nachteil kann auch nicht vertraglich geändert werden.

Für gemeinsame Kinder werden Waisenrenten ausgerichtet. Bis zum 18. Geburtstag oder bis zum Abschluss der Ausbildung, spätestens jedoch bis zum 25. Geburtstag.

Pensionskasse / Freizügigkeitskonto (2. Säule)

Stirbt ein versicherter Partner, erhält der hinterbliebene Ehepartner oder der eingetragene Partner eine lebenslängliche Witwen- bzw. Witwerrente der Pensionskasse. Näheres dazu finden Sie auf Ihrem Vorsorgeausweis und im Reglement Ihrer Pensionskasse. Liegt Ihr Vorsorgeguthaben auf einem Freizügigkeitskonto oder einer -police, geht das gesamte Guthaben an den verbleibenden Ehegatten.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente gibt es für Konkubinatspartner nicht. Die Pensionskassen dürfen aber freiwillig Todesfallleistungen ausrichten (die Beträge stehen auf Ihrem Vorsorgeausweis).

Dazu müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der hinterbliebene Lebenspartner wurde von der verstorbenen Person finanziell erheblich unterstützt.
  • Die Lebensgemeinschaft dauerte mindestens fünf Jahre.
  • Der überlebende Partner sorgte für ein gemeinsames Kind.
     

Voraussetzungen: Erfüllt der hinterbliebene Partner keine der drei Voraussetzungen und sind keine Kinder anspruchsberechtigt, geht das gesamte Guthaben an die gesetzlichen Erben.

Freizügigkeit: Liegt Ihr Vorsorgeguthaben auf einem Freizügigkeitskonto oder einer -police, muss ebenfalls eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein. Nur so hat der überlebende Konkubinatspartner einen Anspruch hat.

Kinder: Die Kinder erhalten eine Waisenrente, und das bis zum 18. Altersjahr oder bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens bis zum 25. Geburtstag. Die Höhe dieser Rente finden Sie auf Ihrem Vorsorgeausweis.

Begünstigung: Informieren Sie sich in Ihrem Vorsorgeausweis und im Reglement Ihrer Pensionskasse über Ihre Situation. Oder fragen Sie bei Ihrer Vorsorgeeinrichtung nach. Damit erfahren Sie auch, ob Sie eine Begünstigungserklärung für Ihren Partner deponieren müssen.

Private Vorsorge (3. Säule)

Eine grossartige Möglichkeit, den Partner abzusichern, haben Sie mit der privaten Vorsorge in der 3. Säule. Diese besteht aus zwei unterschiedlichen Angeboten – ausgerichtet an die persönlichen Bedürfnisse: In der Säule 3a ist die Vorsorge gebunden, in der Säule 3b ist sie frei. Was das bedeutet und wie sich die beiden Säulen unterscheiden, sehen Sie unter dem Titel „3a und 3b im Vergleich“.

Erbrecht

Der Ehepartner ist nicht automatisch Alleinerbe. Die Ehefrau oder der Ehemann lässt sich jedoch den anderen Erben gegenüber begünstigen.

Mit gemeinsamen Kindern: Mit einem Ehevertrag kann man bestimmen, ob die gesamte Errungenschaft – und nicht nur die Hälfte – dem hinterbliebenen Partner zufällt. Dazu braucht es keine Zustimmung der Kinder.

Ohne gemeinsame Kinder: Das Gesetz bestimmt, dass nicht gemeinsame Kinder gegenüber dem hinterbliebenen Ehepartner nicht benachteiligt werden dürfen. So darf die Änderung im Ehevertrag nicht deren Pflichtteil verletzen. Auch die Nutzniessung am Vermögen ist gegen ihren Willen nicht zulässig.

Trotzdem kann der Ehepartner maximal begünstigt werden. Für diesen Fall setzen Sie in einem Testament die Kinder auf den Pflichtteil. Den Ehepartner begünstigen Sie mit maximal fünf Achtel des Nachlasses.

Ohne Nachkommen, dessen Eltern bereits verstorben sind: Der Ehegatte erhält von Gesetzes wegen drei Viertel des Nachlasses. Anstelle der vorverstorbenen Eltern erben die Geschwister. Will man das verhindern, reicht es, im Testament den Ehegatten als Alleinerben zu bestimmen.

Mit dem Ja-Wort ist in Bezug auf Erbrecht und Sozialversicherungen vieles geklärt. Und doch ergeben sich wichtige Fragen, die Ehepaare wissen sollten.

Erbrecht

Der Ehepartner ist nicht automatisch Alleinerbe. Die Ehefrau oder der Ehemann lässt sich jedoch den anderen Erben gegenüber begünstigen.

Mit gemeinsamen Kindern: Mit einem Ehevertrag kann man bestimmen, ob die gesamte Errungenschaft – und nicht nur die Hälfte – dem hinterbliebenen Partner zufällt. Dazu braucht es keine Zustimmung der Kinder.

Ohne gemeinsame Kinder: Das Gesetz bestimmt, dass nicht gemeinsame Kinder gegenüber dem hinterbliebenen Ehepartner nicht benachteiligt werden dürfen. So darf die Änderung im Ehevertrag nicht deren Pflichtteil verletzen. Auch die Nutzniessung am Vermögen ist gegen ihren Willen nicht zulässig.

Trotzdem kann der Ehepartner maximal begünstigt werden. Für diesen Fall setzen Sie in einem Testament die Kinder auf den Pflichtteil. Den Ehepartner begünstigen Sie mit maximal fünf Achtel des Nachlasses.

Ohne Nachkommen, dessen Eltern bereits verstorben sind: Der Ehegatte erhält von Gesetzes wegen drei Viertel des Nachlasses. Anstelle der vorverstorbenen Eltern erben die Geschwister. Will man das verhindern, reicht es, im Testament den Ehegatten als Alleinerben zu bestimmen.

AHV (1. Säule)

Stirbt ein Ehepartner, wird eine Witwen- oder Witwerrente ausbezahlt.

Für gemeinsame Kinder werden Waisenrenten ausgerichtet. Bis zum 18. Geburtstag oder bis zum Abschluss der Ausbildung, spätestens bis zum 25. Geburtstag.

Pensionskasse / Freizügigkeitskonto (2. Säule)

Für eine Witwer- oder Witwenrente muss der Ehepartner mind. eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllen.

  • Der Ehepartner ist älter als 45 und die Ehe dauerte mind. fünf Jahre.
  • Oder der Partner war zur Zeit des Todesfalls für den Unterhalt von mind. einem Kind zuständig (das jünger als 18 ist, aber längstens bis 25, falls es in Ausbildung ist).
     

Ist keine der beiden Voraussetzungen erfüllt, erhält der überlebende Ehepartner eine einmalige Abfindung in Höhe von drei Jahresrenten.

Viele Pensionskassen sind jedoch freiwillig weniger streng als gesetzlich vorgeschrieben. Sie verzichten z.B. auf die Alterslimite von 45 Jahren oder mildern eine der anderen Bestimmungen.

Private Vorsorge (3. Säule)

Hier gilt dasselbe wie für das Konkubinat. Eine grossartige Möglichkeit, den Partner abzusichern, haben Sie mit der privaten Vorsorge in der 3. Säule. Diese besteht aus zwei unterschiedlichen Angeboten – ausgerichtet an die persönlichen Bedürfnisse: In der Säule 3a ist die Vorsorge gebunden, in der Säule 3b ist sie frei. Was das bedeutet und wie sich die beiden Säulen unterscheiden, sehen Sie unter dem Titel „3a und 3b im Vergleich“.

Hier die 3. Säule in ihren beiden Varianten. Beide haben ihre spezifischen Vorteile. So können Sie je nach persönlicher Situation die gebundene oder die freie Vorsorge bevorzugen. Oder Sie kombinieren beide Säulen – und profitieren damit aus beiden Angeboten.

 

Säule 3a (gebundene Vorsorge)

 

Säule 3b (freie Vorsorge)

Personenkreis

Erwerbstätige mit Wohnsitz Schweiz

Jede Person (weltweit)

 

Zweck

Altersvorsorge

Frei wählbar

 

Beiträge 2015

  • Max. CHF 6’768 für Erwerbstätige, die einer Pensionskasse angehören
  • 20% des Erwerbseinkommens (max. CHF 33’840) für Erwerbstätige, die keiner Pensionskasse angehören.

Wenn beide Ehegatten oder eingetragenen Partner erwerbstätig sind und Beiträge an eine anerkannte Vorsorgeform leisten, können beide die Abzüge beanspruchen.

 

Höhe und Zahlungsrhythmus frei wählbar

Steuern

Beiträge sind vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig. Bei Auszahlung: reduzierter Steuersatz, getrennt vom übrigen Einkommen.

Keine Abzüge. Während der Laufzeit werden die Rückkaufswerte von Versicherungspolicen als Vermögen besteuert. Bei Auszahlung steuerfrei.

 

Bezug

Bezug frühestens 5 Jahre vor und spätestens 5 Jahre nach ordentlichem AHV-Alter (Männer 65/Frauen 64)

 

Frei wählbar

Vorbezug

In folgenden Fällen möglich:
  • Finanzierung von selbstbewohntem Wohneigentum
  • Bezug einer ganzen Invalidenrente durch Vorsorgenehmer
  • Einkauf in eine Pensionskasse
  • Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  • Verlassen der Schweiz (Auswanderung)
  • Tod des Vorsorgenehmers

Keine Einschränkung

Erbschaft

Begünstigt werden die gesetzlichen Erben unter Beachtung der Pflichtteile.

Begünstigte frei einsetzbar unter Beachtung gesetzlicher Pflichtteile.

 

Wie Sie sehen, haben Sie neben den bestehenden Sozialversicherungen gute Möglichkeiten, den Partner abzusichern. Je nach familiärer Konstellation ergibt sich der entsprechende Handlungsbedarf. Wichtig ist, dass Sie sich rechtzeitig dem Thema annehmen. Weil niemand das Leben vorhersehen kann.

Haben Sie Fragen, wie Sie am besten vorgehen? Wir beraten Sie gern.

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