Was bedeutet es für die Pensionskasse meiner Firma, wenn ich das Unternehmen verkaufe?

Der Verkauf oder die Übertragung Ihrer Firma an neue Eigentümer kann sich direkt auf die Vorsorgesituation im Unternehmen aus­wirken – mit einer rechtzeitigen Planung können Sie aber sowohl für den Betrieb als auch für sich selbst markante Verbesserungen bei der Vorsorge bewirken.

Der Wirtschaftsinformationsdienst Bis­node zählt in der Schweiz 55 000 Unter­nehmen, die in den nächsten Jahren vor einer Nachfolgeregelung stehen. Der Grund: Die Eigentümer oder die Gesell­schafter erreichen das Pensionsalter. Die Suche nach einem passenden Nachfolger für den eigenen Betrieb ist oft eine lang­wierige und komplexe Aufgabe. Bei einer autonomen Vorsorgelösung kann das Ausscheiden des Patrons auch Konse­quenzen für die Vorsorgesituation des Betriebs haben. Aber die Nachfolgerege­lung ist auch eine einmalige Gelegenheit, die Firma neu aufzustellen – nicht zu­letzt über eine attraktivere Vorsorge. Zudem ist es der perfekte Zeitpunkt, Ihre persönliche Vorsorgesituation als Verkäufer des Unternehmens zu opti­mieren.

Schrumpfendes Altersguthaben

Bei einer Vorsorgelösung mit einer auto­nomen Sammelstiftung wirkt sich das Ausscheiden des Patrons ganz direkt auf die Pensionskasse aus. Beziehen Sie nämlich Ihr Altersguthaben als Kapital, schrumpft das gesamte Anlagevermögen aller in Ihrer Firma Versicherten – normalerweise hat der Patron das grösste Altersguthaben angespart. Unter Um­ständen schränkt dann ein tieferer Kapi­talbestand die Investitionsmöglichkeiten auf der Anlageseite der autonomen Stif­tung ein. Der Grund: Mit einem kleine­ren Vermögen kann nicht mehr so gut in verschiedene Anlageklassen diversifiziert werden. Solche Probleme entstehen nicht, wenn die Vorsorge Ihrer Firma dem Vollversicherungsmodell eines Le­bensversicherers angeschlossen ist. Hier garantiert die Versicherungsgesellschaft mit ihrem eigenen Vermögen jederzeit die Altersguthaben der ihr angeschlos­senen Betriebe und sorgt für eine aus­reichende Liquidität und Deckung der Altersguthaben Ihrer Versicherten.

Eigenkapital verringern

Besonders KMU und Familienbetriebe verzichten oft auf Fremdkapital. Bei der Suche nach einem Nachfolger für die eigene Firma kann sich ein hoher Eigen­kapitalanteil aber rächen. Denn Eigenka­pital treibt den Verkaufspreis der Firma in die Höhe und schreckt unter Um­ständen potenzielle Käufer ab. Sie als Verkäufer des Unternehmens haben verschiedene Möglichkeiten, um hier vorzeitig Gegensteuer zu geben. Ein wichtiges Instrument ist die persönliche Vorsorge. So können Sie etwa vor dem Verkauf über zusätzliche Lohnbezüge oder Dividendenauszahlungen die Firma «leichter» machen – das erhöht aber die persönliche Steuerlast. Im Gegenzug können Sie aber die Steuerprogression brechen, indem Sie gestaffelt freiwillige Einzahlungen in die 2. Säule tätigen. Diese Beiträge können Sie sowohl bei der kantonalen als auch bei der Bundes­steuer vom Einkommen abziehen.

Liquidierung

Ist kein geeigneter Nachfolger in Sicht, bleibt häufig nur die Liquidierung. Auch hier spielt die 2. Säule eine wichtige Rolle für den Unternehmer. Die Unternehmenssteuerreform II bietet die Möglichkeit, Liquidationsgewinne über virtuelle Einkäufe in die Pensionskasse zu reduzieren oder ganz zu beseitigen. Bei einem virtuellen Einkauf muss der Einkaufsbetrag nicht mehr de facto in die Pensionskasse eingezahlt, sondern lediglich als entsprechende Reserve aus­gewiesen werden. Auch diese Reserve wird reduziert besteuert. Das wirkt sich unmittelbar auf Ihre Einkommenssituation aus.

Umfassende Analyse

Nebst diesen kurz vorgestellten Möglich­keiten sind noch viele andere Massnahmen denkbar, die den Verkauf der eigenen Firma erleichtern und die per­sönliche Vorsorgesituation des Verkäu­fers optimieren. Welche Massnahmen zu welchem Zeitpunkt getroffen werden sollten, hängt von der individuellen Situation der Firma und des Patrons ab – eine umfassende Analyse und Planung der Einkommens­, Vermögens­ und Vorsorgesituation ist unabdingbar und gibt nicht nur Ihnen als Unternehmer die nötige Basis für den Ruhestand, sondern sichert auch den Fortbestand Ihrer Firma und das weitere Wohl der Mitarbeitenden.

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