Die Schweizerische Nationalbank (SNB) entschied am 19. März, den bisher geltenden Leitzins bei null Prozent zu belassen. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Fragen rund um die aktuelle Geldpolitik der SNB: Was bedeutet der Nullzins für Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer, aber auch für Sparerinnen und Sparer und Anlegerinnen und Anleger? Und welche Zinsentwicklung erwartet uns im weiteren Verlauf des Jahres?

Was versteht man unter dem Leitzins? 

Der Leitzins wird von den Zentralbanken festgelegt und ist ein Instrument innerhalb der Geldpolitik. Der Leitzins dient als allgemeine Basis für die Zinssätze und gibt an, zu welchem Zinssatz sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können.

In der linken oberen Ecke ist ein roter Balken mit einem Icon zu erkennen. Innerhalb dieses Icons ist ein Piktogramm von drei abstrakten Häusern. Neben dem Icon steht «Aktuell». Unterhalb des Balkens steht der Titel «Der Leitzins bleibt unverändert». Unter dem Titel ist eine rote Linie zu sehen, welche in einem 45°-Winkel zuerst nach oben steigt, dann nach unten sinkt und zuletzt waagerecht bleibt. Ergänzt wird diese Linie mit einer grossen Darstellung von «0,00%».
In der linken oberen Ecke ist ein roter Balken mit einem Icon zu erkennen. Innerhalb dieses Icons ist ein Piktogramm von drei abstrakten Häusern. Neben dem Icon steht «Aktuell». Unterhalb des Balkens steht der Titel «Der Leitzins bleibt unverändert». Unter dem Titel ist eine rote Linie zu sehen, welche in einem 45°-Winkel zuerst nach oben steigt, dann nach unten sinkt und zuletzt waagerecht bleibt. Ergänzt wird diese Linie mit einer grossen Darstellung von «0,00%».

Wie vom Markt und von den Ökonomen von Swiss Life erwartet, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins an ihrer letzten geldpolitischen Lagebeurteilung am 19. März 2026  bei null Prozent belassen. Damit setzt sie die seit Juni 2025 geltende «Nullzinspolitik» fort, obwohl die Inflation in den vergangenen Monaten tiefer ausgefallen ist als erwartet. Die mittelfristig prognostizierte Teuerungsrate bewegt sich jedoch nach wie vor innerhalb des Zielbandes, weshalb die SNB ihr Ziel, das Preisniveau zu stabilisieren, als erfüllt betrachtet.

Die weiterhin expansive Geldpolitik unterstützt die Wirtschaft und fördert die Inflation, obwohl sich das Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) im ersten Quartal 2026 voraussichtlich etwas verlangsamen wird. Die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz sehen aber grundsätzlich positiv aus, wie
Marc Brütsch, Chefökonom von Swiss Life, und Dr. Peter Kaste, Chief Investment Officer von Swiss Life Wealth Managers, in ihrer Prognose für das Jahr 2026 erläutern. 

Wer ist von Veränderungen am Leitzins betroffen?

Egal, ob eine Leitzinssenkung ansteht, der Leitzins erhöht wird oder die SNB am bestehenden Zins festhält: Der Leitzins beeinflusst nicht nur die Schweizer Wirtschaft, sondern auch Privatpersonen. Besonders relevant ist er für Hypothekarnehmerinnen und Hypothekarnehmer, für Menschen, die über Sparguthaben verfügen, aber auch für Personen, die ihr Geld anlegen. Für sie alle haben wir hier die Antworten auf die wichtigsten  Fragen rund um den Leitzins: 

Was passiert weiter mit dem Leitzins?

Swiss Life geht aktuell davon aus, dass die SNB den Leitzins bis mindestens Ende 2026 unverändert bei null belassen und anschliessend langsam erhöhen wird.

Was bedeutet der Nullzins für Sparerinnen und Sparer?

Bei tiefen Zinsen gilt: Wer spart, verliert. Denn wenn die SNB-Leitzinsen niedrig sind oder Nullzinsen herrschen, sind auch die kurzfristigen Marktzinsen tief. Banken können sich also bereits günstig Geld leihen und müssen Sparerinnen und Sparern keine hohen Zinsen auf ihre Sparkonten gewähren. Sind die Zinsen auf Sparguthaben tiefer als die Inflationsrate, verlieren Sparerinnen und Sparer unter Umständen sogar an Kaufkraft.

Können Anlegerinnen und Anleger bei tiefen Zinsen bzw. dem Nullzins profitieren?

Wer sein Geld anlegt, statt es auf dem Sparkonto zu parkieren, kann von den anhaltend tiefen Leitzinsen in der Schweiz je nach Anlageklasse unterschiedlich profitieren:

  • Aktienmarkt: Tiefe Zinsen können Aktien tendenziell einen Schub verleihen, da künftige Gewinne höher bewertet werden. Auch bei Leitzinssenkungen reagieren Aktien oft positiv, da sie zu höheren Unternehmensbewertungen führen und tiefe Zinsen Finanzierungen für Unternehmen attraktiver machen.
  • Obligationen: Bei anhaltenden Nullzinsen bleiben neue Obligationen meist mager verzinst und
    teuer bewertet. Sie liefern also wenig laufenden Ertrag. Wer bereits Obligationen besitzt, kann  profitieren, wenn es zu Zinssenkungen kommt, da die bestehenden Obligationenanlagen an Wert gewinnen.
  • Immobilieninvestments: Bei Anlagen in Immobilien zeichnet sich ein positives Bild, da günstigere
    Finanzierungskosten die Nachfrage nach Immobilien erhöhen können. Wie die Situation spezifisch für Hypothekarnehmerinnen und Hypothekarnehmer aussieht, erklären wir im nächsten Abschnitt.
  • Edelmetall: Anlagen in Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin können bei tiefen Zinsen attraktiver werden. Sie werfen selbst keine Zinsen ab, was bedeutet, dass der Opportunitätsverlust gegenüber festverzinslichen Anlagen bei Zinssenkungen auch sinkt.

Wie stark Sie der anhaltende Zinsstillstand beeinflusst, hängt von Ihrer Lebenssituation und Ihren finanziellen Entscheidungen ab. Fakt ist jedenfalls: Klassisches Sparen lohnt sich bei diesen  Entwicklungen immer weniger. Je stärker die Leitzinsen in der Schweiz sinken oder sich auf tiefem Niveau halten, desto attraktiver wird es also, sich mit dem Thema Geldanlage zu befassen.

Wie wirkt sich der Nullzins oder eine Leitzinssenkung auf die Hypotheken in der Schweiz aus?

Die Zinsen für Festhypotheken bewegen sich aktuell auf tiefem Niveau seitwärts. Bei Swiss Life können Sie Ihre auslaufende Hypothek bereits bis zu 18 Monate vor Fälligkeit vorzeitig verlängern. Der Zinsaufschlag für eine vorzeitige Verlängerung ist nach wie vor für viele Laufzeiten sehr tief.

Ob Sie von Leitzinssenkungen oder tiefen Zinsen profitieren können, hängt in erster Linie davon ab, welche Art von Hypothek Sie abgeschlossen haben:

  • Festverzinsliche Hypotheken: Bestandshypotheken bleiben auf dem Zinsniveau, auf dem Sie diese abgeschlossen haben, sofern keine Umschuldung vorgenommen wird. Wer eine neue festverzinsliche Hypothek abschliesst, kann profitieren, da die Banken niedrigere Zinsen anbieten können.
  • SARON-Hypothek: Wer eine SARON-Hypothek abgeschlossen hat, kann sich bei Leitzinssenkungen glücklich schätzen. Schliesslich sind SARON-Hypotheken an kurzfristige Zinssätze gebunden, die stark mit dem SNB-Leitzins korrelieren. Entsprechend sind die Zinssätze in den letzten Monaten auch graduell gesunken. Viele Institute berücksichtigen jedoch keine negativen SARON-Sätze, wodurch das Potenzial für weitere Zinssenkungen bei SARON-Hypotheken begrenzt ist. Hält die SNB mittel- bis längerfristig am Nullzins fest, sollten sich auch die Zinsen für die SARON-Hypotheken seitwärts bewegen.

Sollte man mit der Verlängerung von Hypotheken aktuell noch zuwarten?

Swiss Life geht davon aus, dass die langfristigen Hypothekarzinsen im Jahr 2026 moderat steigen werden. Bewahrheitet sich diese Prognose, dürfte es sich aktuell um einen guten Zeitpunkt für Verlängerungen handeln.

Wie kann ich meine Hypothek vorzeitig verlängern?

Die meisten Banken und Versicherungen bieten eine vorzeitige Verlängerung der Hypothek zwischen 6 und 24 Monaten an. Für die Verlängerung schliessen Sie die neue Hypothek bereits auf einen festgelegten Termin ab und sichern sich somit den aktuellen Zinssatz, unabhängig davon, wie hoch oder tief der Zinssatz am Fälligkeitstag Ihrer Hypothek sein wird.

Neuabschluss: Welche Formen von Hypotheken werden aktuell empfohlen?

Die Hypothekarzinssätze befinden sich zurzeit nahe der Talsohle. Swiss Life erwartet, dass sich diese im Laufe des Jahres moderat erhöhen werden. Weshalb also nicht eine Festhypothek abschliessen und sich einen attraktiven Zinssatz für die nächsten Jahre sichern? Mit einer günstigen Festhypothek schützen Sie sich schliesslich vor möglichen Zinsanstiegen während der gesamten Laufzeit und können Ihre Zukunft mit  Gewissheit planen, ohne sich mit möglichen Zinsanpassungen auseinandersetzen zu müssen.

Die Antwort auf die Frage nach der passendsten Hypothekarform hängt aber auch stark von der eigenen Risikobereitschaft und den finanziellen Mitteln ab:

  • Wer viel Wert auf Sicherheit, Stabilität und Planbarkeit legt oder nur über einen geringen finanziellen Spielraum verfügt, ist mit einer langfristigen Festhypothek meist gut beraten.
  • Gehen Sie davon aus, dass die Hypothekarzinsen weiter sinken, und können finanzielle Schwankungen gut ausgleichen, lohnen sich unter Umständen eine kürzere Laufzeit und die Beimischung von SARON-Hypotheken. Hier gilt es jedoch, Vorsicht walten zu lassen: Viele Institute berücksichtigen keine negativen SARON-Sätze. Entsprechend ist das Potenzial für weitere Zinssenkungen bei SARON-Hypotheken begrenzt.

Worauf sollte ich als Hypothekarnehmerin oder Hypothekarnehmer zusätzlich achten?

Eine persönliche Beratung zum Thema Hypotheken zahlt sich immer aus. Swiss Life-Expertinnen und -Experten begleiten Sie in jeder Marktlage und unterstützen Sie in Ihrem gesamten Finanzierungsprozess mit einer kompetenten Beratung zu den Themen Wohneigentum und Hypotheken – damit Sie genügend Geld verfügbar haben, um sich Ihren Wohntraum selbstbestimmt zu erfüllen.

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In einer Beratung zeigen wir Ihnen die Vor- und die Nachteile von SARON- und Festhypotheken sowie der grünen Hypothek auf und können ermitteln, welches Produkt und welche Produktlaufzeit am besten zu Ihnen und Ihren finanziellen Bedürfnissen passen.

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Dr. Peter Kaste

Chief Investment Officer Swiss Life Wealth Management AG

Dr. Peter Kaste ist Chief Investment Officer bei der Swiss Life Wealth Management AG. Er ist promovierter Physiker, CFA Charterholder, Mitglied der Swiss CFA Society sowie Dozent an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Nach seiner Promotion war Peter Kaste während mehrerer Jahre als Wissenschafter an der École Polytechnique (Paris) sowie der ETH Zürich tätig. Seit 2006 arbeitet er im Asset Management. Von 2008 bis 2023 baute er das Quantitative-Research-Team von Swiss Life Asset Managers auf und leitete dieses. Seit 2024 leitet er als Chief Investment Officer das Investment-Team von Swiss Life Wealth Managers.

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