Melanie Hanimann will talentierten Designern aus Ghana die Tür zum Erfolg öffnen. Dafür braucht sie oft Mut, manchmal Naivität und immer Humor – in wechselnden Portionsgrössen.

Manchmal muss man einfach loslaufen. Genau das macht Melanie Hanimann 2018 und gründet ihre Agentur Hanimanns. Zusammen mit einem lokalen Geschäftspartner scoutet Melanie in Ghana Modedesigner, lässt ausgewählte Designs in Ghana produzieren und importiert die Kleider nach Europa. Dieses Projekt hat wie so viele Wahnsinnsabenteuer ganz harmlos begonnen, mit einem Stage als Volunteer.

Die heute 32-jährige Melanie reist 2011 zum ersten Mal nach Ghana, um dort Primarschüler zu unterrichten. Zurück in der Schweiz arbeitet sie vier Jahre lang als Marketingleiterin von Modissa und absolviert dazu einen Bachelorstudiengang, was ihr ein Arbeitspensum von über 100 Prozent, ein solides Rüstzeug und exzellente Kenntnisse der Modebranche verschafft. Nach dem Bachelor fliegt sie 2017 erneut für einen Monat nach Westafrika und besucht auch die Fashionweek in Accra.

Fotogalerie: Ein Tag im Leben der Unternehmerin

Wunderschöne Kleider, keine Läden

«Das war richtig lässig! Es war alles sehr einfach, etwa 70 Designer haben ausgestellt.» Als sie wissen will, wo sie die Kleider kaufen könne, ist die Antwort: «nirgendwo». Die Designer haben keine Möglichkeit, ihre Kleider zu produzieren, geschweige denn zu vertreiben oder gar ins Ausland zu verkaufen. 

Getreu ihrem Lebensmotto «just do it» – einfach loslaufen und anfangen – stürzt sich Melanie ins Abenteuer. Sie stellt einen Businessplan auf und legt los. Ein erster Dämpfer gleich zu Beginn, als sie mit einem ihrer Designer nach Berlin an eine Fachmesse reist und kein Mensch ihren Stand besucht. An den Publikumsmessen läuft es besser. 

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Melanie Hanimann, geboren 1986, gründete die Agentur Hanimanns im Jahr 2018. Von 2014 bis 2018 war sie Head of Marketing Communication bei Modissa. Ebenfalls 2014 gründete sie zusammen mit einem Partner die Dance School Baden. An der HWZ erwarb sie einen Bachelor in Business Communications. Derzeit absolviert sie einen MBA-Lehrgang in Sustainability Management an der Sustainability Management School.
Website und Online-Shop 

Humor begleitet sie auf ihren Reisen nach und durch Westafrika. Die Freiheit, immer alles selbst bestimmen zu können, kann auch anstrengend sein. Wenn es scheinbar nicht mehr weitergeht, kontaktiert sie ihre Freunde in der Schweiz oder in Ghana, telefoniert mit der Familie. Vor allem ihr Vater, der als Maschinenbauingenieur sehr viel gereist ist, gibt ihr Halt und Antworten auf manche Fragen. 

Mit Humor reagiert sie auf schwierige interkulturelle Situationen, etwa wenn sie als Weisse automatisch mit Reichtum gleichgesetzt wird. Schwierig findet Melanie auch gewisse Kommunikationsfinessen, darum ist es ihr so wichtig, dass ihr Businesspartner Nana Kwasi Wiafe, der in Accra lebt, ihr wenn nötig auch kulturelle Übersetzungsarbeit leisten kann. 

Life Stories-Serie

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Unentdecktes und unterschätztes Afrika

Sehr laut lachen muss Melanie auf die Frage, ob sie von ihrer Arbeit leben könne. Während ihrer Zeit bei Modissa habe sie natürlich gespart, erzählt sie, und zusammen mit ihrem Freelancerlohn klappe das ganz gut. Sie rechnet damit, noch eine ganze Weile nicht von ihrer Agentur leben zu können. Derzeit arbeitet sie mit vier ghanaischen Designern zusammen, mit dem Ziel, ein Portfolio für den weltweiten Vertrieb aufzubauen. Sie schaut mit Optimismus in die Zukunft, in der ihr Glas stets halbvoll ist – am liebsten mit Amaretto Sour. 

Für Melanie ist klar: Afrika, mit Ausnahme des Nordens und des Südens, ist noch völlig unentdeckt. Afrika sei nicht nur Armut und Krieg – «Afrika ist riesig und bietet so viele alte und reiche Kulturen, so viel Musik, Kunst und Mode, die es zu entdecken gibt». Und gerade dieser Kultur, dieser Mode, auf deren Potenzial sie setzt, möchte sie die Tür weit aufstossen, als Teil einer gleichberechtigten Partnerschaft mit den Designern in Ghana. Keine Frage: Mit ihrem Sprung in die farbenfrohe Fashion Westafrikas wird Melanie noch von sich reden machen.

Bild: Nataljia Gormolova
Text: Ruth Hafen
  

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