«Entsparen» Sie richtig: Der Vermögensverzehrrechner zeigt Ihnen, wie lange Ihr Vermögen reicht und wie viel Sie monatlich von Ihrem Kapital beziehen können.

Häufige Fragen zum Entsparplan

Einen beachtlichen Teil Ihres Lebens verbringen Sie damit, fürs Alter zu sparen. Nach der Pensionierung, wenn das Einkommen aus Ihrer Arbeitstätigkeit wegfällt, ist das Gegenteil der Fall. Es wird üblicherweise «entspart». Das heisst: Sie nutzen Ihr Vermögen (zum Beispiel Ihr Vorsorgekapital) für Ihre Lebenshaltungskosten, grössere Ausgaben und vielleicht auch für die Erfüllung lang gehegter Träume. Das nennt sich «Vermögensverzehr» oder auch «entsparen» und muss gut geplant sein. Schliesslich soll Ihr Geld ja bis ans Ende Ihres Lebens gut reichen und vielleicht auch der nächsten Generation das Leben etwas einfacher machen.

Sie haben stets viel gearbeitet. Nach der Pensionierung soll Zeit sein, Ihr Leben zu geniessen. Das geht nur, wenn Sie auch im Alter noch gut von Ihrem Vermögen leben können. Die Weichen dazu sollten Sie mit einer durchdachten Altersvorsorge frühzeitig stellen. Denn irgendwann stellt sich die Frage «Wie viel Geld bleibt mir für den Rest meines Lebens noch?».

Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig mit der eigenen Einkommenssituation im Alter zu beschäftigen. Dazu gehört, sich zwischen «Rente und Kapital» zu entscheiden – eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen, die Sie in Ihrem Leben treffen werden. Wer das Kapital wählt, trägt dann die Verantwortung, sein nun verfügbares Geld so einzusetzen, dass es bis ans Lebensende reicht. Um das zu gewährleisten, müssen Sie Fragen beantworten wie:

  • Wie viel Geld brauche ich monatlich zusätzlich zu einer allfälligen AHV-Rente, um meine Ausgaben zu decken? Wie wird sich mein Budget mit zunehmendem Alter verändern? (etwa für Wohn- oder Pflegekosten)
  • Wie sehen meine Lebenspläne für die Zeit nach der Pensionierung aus?
  • Wie strukturiere ich mein Vermögen und wie investiere ich das Kapital, welches ich in den nächsten Jahren noch nicht benötige, um inflationsbedingte Wertverluste auszugleichen und es dennoch zu sichern?

Eine Expertenberatung und eine individuelle, umfassende Finanzplanung lohnen sich angesichts der Komplexität dieser Fragen an diesem Punkt Ihres Lebens ganz besonders.

Das richtige Entsparen ist genauso wichtig wie der Vermögensaufbau, dem Sie sich bisher gewidmet haben. So gehen Sie strategisch vor:

  1. Entnahmeplan erstellen: Legen Sie fest, wie viel Sie jährlich oder monatlich entnehmen müssen, um damit Ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. Alternativ können Sie vom gewünschten Zielalter und vom verfügbaren Vermögen ableiten, wie viel Geld Sie sich maximal pro Jahr oder Monat auszahlen können.
  2. Steuern und Inflation beachten: Beachten Sie steuerliche Aspekte und die Entwicklung der Teuerung, um Überraschungen zu vermeiden.
  3. Flexibel bleiben: Prüfen Sie Ihren Entnahmeplan regelmässig und passen Sie ihn wenn nötig an Ihre veränderten Lebensumstände an.
  4. Anlagestrategie festlegen: Auch im Ruhestand sollte ihr Vermögen weiterhin für Sie arbeiten. Verfolgen Sie unter Berücksichtigung Ihres Anlagehorizonts sowie Ihrer Risikofähigkeit und -bereitschaft die zu Ihnen passende Anlagestrategie. Damit stellen Sie sicher, dass sie gezielt Renditechancen nutzen und so Ihr Vermögen trotz Inflation und regelmässigen Bezügen möglichst lange erhalten bleibt. Schliesslich haben Sie statistisch gesehen noch mehrere Jahrzehnte Lebenszeit vor sich. «Entsparen» oder das eigene Vermögen zu verzehren, bedeutet also, Ihr Vermögen so zu nutzen, dass es Ihnen Sicherheit und Lebensqualität bis ins hohe Alter bietet.  

Ein Entsparplan – auch Entnahmeplan oder Kapitalverzehrplan genannt – ist das Gegenstück zum Sparplan. Statt regelmässig Geld einzuzahlen, entnehmen Sie in festen Abständen Beträge aus Ihrem aufgebauten Vermögen. Das verbleibende Guthaben bleibt investiert, zum Beispiel in Aktien oder Obligationen, sodass Sie weiterhin von Renditechancen profitieren.

So können Sie sich mit planbaren Auszahlungen ein zusätzliches Einkommen oder Ihren Lebensunterhalt sichern – etwa im Ruhestand.  

Die optimale Entnahme hängt von mehreren Faktoren ab – etwa der Anlagesumme, der geplanten Laufzeit und der erzielten Rendite.

Als Faustregel gilt: Teilen Sie Ihr investiertes Vermögen durch die gewünschte Laufzeit.

Eine jährliche Entnahme von rund 4–5 % des Vermögens gilt häufig als Orientierung, damit das Kapital langfristig erhalten bleibt.

Eine individuelle Berechnung hilft, die passende Entnahmerate für Ihre Situation zu finden.  

Die Inflation verringert über die Jahre die Kaufkraft Ihres Geldes.

Eine feste Entnahme in Franken verliert daher mit der Zeit an Wert.

Mit einer durchdachten Anlagestrategie können Sie diesem Effekt entgegenwirken:

Erträge aus Aktien, Obligationen oder anderen Sachwerten bieten die Chance, Ihr Vermögen real zu erhalten oder sogar zu steigern.  

Die Entnahmen selbst sind in der Regel steuerfrei und gelten nicht als Einkommen.

Erträge aus der Vermögensanlage – wie Zinsen oder Dividenden – müssen jedoch, wie bei Anlagen in der freien Vorsorge üblich, als Einkommen versteuert werden.

Je nach Kanton und persönlicher Situation kann sich die Steuerbelastung unterscheiden.

Eine steueroptimierte Entnahmestruktur kann helfen, Ihr Vermögen effizient zu nutzen.  

Ein früherer Rentenbeginn verlängert die Entnahmephase. Dadurch kann Ihr Kapital früher aufgebraucht sein.

In diesem Fall sollten Entnahmehöhe und Anlagestrategie überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Eine rechtzeitige Planung sorgt dafür, dass Ihr Vermögen auch bei einem früheren Ruhestand langfristig reicht.  

Die Anlagestrategie bestimmt das Verhältnis zwischen Renditechancen und Risiko Ihres investierten Vermögens.

Obligationen schwanken weniger stark, bieten aber geringere Erträge.

Aktien können höhere Renditen erzielen, unterliegen dafür stärkeren Marktschwankungen.

Entscheidend ist, dass Ihre Strategie zu Risikofähigkeit, Risikobereitschaft und Anlagedauer passt.

Ein gut abgestimmter Mix hilft, Ertrag und Sicherheit in Balance zu halten.  

Ein Entsparplan sollte regelmässig überprüft werden – idealerweise einmal pro Jahr oder bei wichtigen Veränderungen Ihrer Lebenssituation. Dazu zählen zum Beispiel Pensionierung, grössere Ausgaben, Erbschaften oder Anpassungen Ihrer finanziellen Ziele.

Grundsätzlich gilt: Anlagestrategien sind langfristig ausgerichtet und sollen auch kurzfristige Marktschwankungen aushalten. Entscheidend ist daher weniger die kurzfristige Reaktion auf Marktbewegungen, sondern die Anlagedisziplin und das konsequente Festhalten an Ihrer gewählten Strategie.

Durch eine regelmässige Überprüfung Ihres Entsparplans stellen Sie sicher, dass Ihre Auszahlungsstrategie weiterhin zu Ihren Bedürfnissen, Ihren Zielen und Ihrer finanziellen Situation passt. So bleibt Ihr Vermögen auch im Ruhestand optimal auf Kurs.  

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