Seine Probezeit absolvierte er auf einem Achttausender, am wohlsten fühlt er sich im Zelt in den Bergen: Dany Gehrig ist CEO des Schweizer Individualreiseanbieters Globetrotter.

«Ich lebe im Moment»: Globetrotter-CEO Dany Gehrig im Interview. (Kamera: Martin Rickenmann, Vitronic AG)

Was fasziniert Sie an ihrem Job?
Vielleicht, dass ich ihn nicht als Job ansehe (lacht). Ich habe zwei grosse Leidenschaften, einerseits das Reisen, andererseits die ständige Suche nach Herausforderungen, sei das nun im Sport, beim Mountainbiken oder beim Bergsteigen, oder im Alltag. Und diese Leidenschaften miteinander verbinden zu können, das fasziniert mich an meinem Job. Und mir liegt auch die Kultur, die wir im Unternehmen leben.

Was ist das für eine Kultur?
Wir haben alle einen grossen gemeinsamen Nenner: Wir gehen fürs Leben gern auf Reisen. Und ich glaube, das verbindet, diese Leidenschaft, und zwar von Anfang an. Und dann sind wir natürlich ein KMU, also wir können gar nicht sieben Hierarchiestufen haben, wir müssen schlank sein. Wir sind per Du, wir haben kurze Wege und suchen nach handfesten Lösungen, sonst sind wir nicht rentabel.


Welche Werte sind Ihnen als CEO wichtig?
Das Wichtigste für uns ist die Kommunikation auf Augenhöhe. Das geht unserer Meinung nach in der heutigen Welt ein wenig verloren. Jeder schaut für sich, jeder schaut auf die Gewinnoptimierung. Klar, die Zahlen müssen stimmen. Aber es muss nicht immer mehr, mehr, mehr sein. Für uns als Unternehmen Globetrotter ist wichtig, dass wir gut durchkommen. Es ist vielleicht mehr eine Lebenseinstellung, die ich einzubringen versuche. Und zwar weg vom egoistischen Denken hin zum pluralistischen, dass man eigentlich nur gemeinsam weiterkommt.

Dani Gehrig, CEO Globetrotter

Dany Gehrig stieg 2010 als Leiter Marketing bei Globetrotter ein. Anfang 2013 übernahm er von André Lüthi die Position des CEO. Vorher war der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Sportökonom über mehrere Jahre Projektleiter des Gigathlons und Marketing-Verantwortlicher von Swiss Olympic an den Olympischen Spielen in Peking und Vancouver. Der Biker und Alpinist mag anspruchsvolle Routen und ist hoch in den Bergen gern auf unbekanntem Terrain unterwegs. «Der Blick von oben relativiert das Treiben auf der Welt», findet der 49-jährige kanadisch-schweizerische Doppelbürger, in dessen Adern auch japanisches Blut fliesst.

Gelingt es Ihnen immer, die sogenannte Work-Life-Balance zu finden?
Zeit hat man immer zu wenig, aber man sollte das Beste aus der Zeit machen, die man hat. Ich habe eine sehr gute Balance, auch dank der Art und Weise, wie wir bei Globetrotter arbeiten. Unsere Berater haben bis zu zwölf Wochen Ferien im Jahr, wir Führungskräfte haben acht Wochen. In dieser Zeit bringe ich Familienreisen, aber auch meine persönlichen Projekte unter. Im Moment gelingt mit dies sehr gut, darum geniesse ich’s.

In Ihrem Büro steht ein Foto mit einer persönlichen Widmung («Vielen Dank, dass du mein Leben komplett verändert hast! Die beste Veränderung überhaupt», Anm. d. Red.). Was ist die Geschichte dahinter?
Das Bild hat mir ein Fotograf geschenkt, der dank uns eine Reportagereise zu den Krokodilmännern nach Papua-Neuguinea machen konnte. Wir haben 2012 den Förderpreis «Globetrotter World Photo» ins Leben gerufen. Jährlich unterstützen wir zwei Fotografen bei der Umsetzung einer Ausland-Fotoreportage mit journalistischer Relevanz. Wenn jemand anders dank uns seinen Traum in die Tat umsetzen kann, dann macht mich das natürlich auch stolz, das gibt mir viel.

Wann haben Sie sich das erste Mal mit dem Thema Vorsorge auseinandergesetzt?
Da muss ich etwas überlegen (lacht). Ich bin nicht derjenige, der ewig lange vorausplant. Also ich denke schon voraus, aber ich lebe im Moment. Ich will eigentlich jederzeit wieder ganz einfach leben können und ich bin überzeugt, das werde ich immer irgendwie können. Aber ja, ich werde nächstes Jahr 50, da fragt man sich schon: Wie viel Geld habe ich denn später mal und wie lange sollte ich, muss ich noch arbeiten? Es fängt jetzt langsam an.

Was bedeuten Ihnen persönlich Geld und finanzielle Sicherheit?
Das ist so ein Wechselspiel. Auf der einen Seite geben Finanzen Sicherheit. Wenn man die finanziellen Mittel hat, ist man auch freier in dem Sinne, dass man sich mehr leisten kann. Ich persönlich kann ganz einfach leben, ich fühl mich am wohlsten irgendwo abseits vom Wege in Nepal im Zelt, mit dem Mountainbike. Je weniger ich eingebunden bin und je weniger finanzielle Verpflichtungen ich habe, desto freier bin ich auch. Und das Wichtigste ist Gesundheit, und die kann man sich nicht kaufen.

Globetrotter

Beim Schweizer Reiseanbieter Globetrotter haben die Mitarbeiter ihr Hobby zum Beruf gemacht. Drei Monate im Jahr sind sie unterwegs, um die Welt zu erkunden und Abenteuer zu erleben. Damit die Mitarbeiter bei der Vorsorge optimal abgesichert sind, vertraut Globetrotter auf eine BVG-Lösung von Swiss Life.

BVG bei Swiss Life

Swiss Life bietet das volle BVG-Sortiment: von der Vollversicherung mit einer 100%-Garantie bis hin zu Lösungen in der Teilautonomie. Arbeitgeber können wählen, welche Lösung am besten zu ihnen passt, und ihren Mitarbeitern eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen. swisslife.ch/business

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