Ein spannender Comic, neue Spielsachen oder feine Süssigkeiten – dafür geben Kinder gerne ihr Taschengeld aus. Doch wie viel Sackgeld ist eigentlich genug? Und warum ist es pädagogisch so wertvoll? Swiss Life klärt Eltern auf und gibt hilfreiche Tipps.

Taschengeld ist weit mehr als nur ein «Wunscherfüller» für Kinder und Jugendliche. Es bedeutet vor allem auch Erziehung durch die Eltern, denn: Ihr Nachwuchs lernt, mit Geld umzugehen. Sackgeld bereitet Kinder und Jugendliche auf die Herausforderung der heutigen Gesellschaft und den Umgang mit der privaten Vorsorge vor.

Zwar spielt der richtige Umgang mit Geld erst mit dem ersten Gehalt eine Rolle. Doch umso wichtiger ist es, den Kleinen den Umgang mit Geld möglichst früh näherzubringen. Wie viel müssen sie sparen, um sich Träume zu erfüllen? Wie lange dauert es, bis sie sich ein neues Computerspiel leisten können? Wie lange müssen sie sparen, um später mal eine kleine Reise zu unternehmen oder die erste eigene Wohnung einzurichten?

Damit Kinder und Jugendliche ein Bewusstsein dafür entwickeln, möchten wir Ihnen die neun wichtigsten Taschengeld-Tipps ans Herz legen.

Die neun wichtigsten Taschengeld-Tipps

Tipp 1: Angemessene Summe zahlen

Grundsätzlich sollten Sie die Höhe des Sackgelds vom Familienbudget und dem Alter der Kinder abhängig machen. Die folgende Übersicht der Budgetberatung Schweiz hilft Ihnen, sich zu orientieren. 

Ab 6 Jahren 1 CHF / Woche
Ab 7 Jahren 2 CHF / Woche
Ab 8 Jahren 3 CHF / Woche
Ab 9 Jahren 4 CHF / Woche
10 bis 11 Jahre 25 bis 30 CHF / Monat
12 bis 14 Jahre 30 bis 50 CHF / Monat
Ab 15 Jahren 50 bis 80 CHF / Monat

Tipp 2: So früh wie möglich starten

Annamaria Lusardi, Direktorin des Global Financial Literacy Excellence Center an der George-Washington-Universität, rät: «Beginnen Sie mit der Finanzausbildung so früh wie möglich. Spätestens, wenn Ihr Kind den ersten Milchzahn unter das Kopfkissen legt und sich über ein paar Münzen für das Sparschwein freut, kann es losgehen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die Kleinen ihr Geld ausgeben, bevor das Verständnis dafür vorhanden ist.»

Tipp 3: Taschengeld besprechen

Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass Taschengeld mehr ist als nur ein «Wunscherfüller». Besprechen Sie deshalb regelmässig mit ihnen, warum sie sich um ihr Geld kümmern sollten. Warum ist das Sparen manchmal besser, als sofort alles auszugeben? Zeigen Sie Beispiele auf, wie das Sparen für den Führerschein oder die eigene Ausbildung. Machen Sie deutlich, dass auch Sie sparen müssen, um sich etwas leisten zu können.

Tipp 4: Wichtigkeit des Sparens aufzeigen

Betonen Sie die Wichtigkeit des Sparens. Motivieren Sie den Nachwuchs, indem Sie als Belohnung mehr Taschengeld zahlen, wenn das Sparziel erreicht wurde. So entsteht ebenfalls das Verständnis für den Zinseszins.

Tipp 5: Hausarbeit belohnen

Keine Leistung, kein Geld. Geld kommt nicht auf Knopfdruck aus dem Bankautomaten, es braucht einen regelmässigen Lohn. Das müssen auch Kinder und Jugendliche begreifen. Sie können deshalb kleinere Arbeiten wie Geschirr abwaschen, Abfall hinausbringen oder Gassigehen mit einem kleinen Taschengeld bezahlen. So verstehen Kinder, dass Arbeit zwar Disziplin erfordert, sich aber dank dem «Lohn» auszahlt.

Tipp 6: Kosten klar aufteilen

Legen Sie mit Ihrem Kind genau fest, was es mit dem Sackgeld bezahlen muss und was Sie übernehmen. So lernt es, das Geld einzuteilen und unter Umständen für gewisse Wünsche zu sparen. Wichtig ist jedoch, dass Sie pünktlich und regelmässig das Sackgeld auszahlen und sich der Sprössling darauf verlassen kann.

Tipp 7: Taschengeld als Bestrafung vermeiden

Durch eine regelmässige Auszahlung des Taschengelds sollen Kinder lernen, mit einem festen Budget auszukommen und es gut einzuteilen. Können sie über dieses Budget nicht verlässlich verfügen, wäre das kontraproduktiv. Taschengeldentzug sollte deshalb nicht als Bestrafung eingesetzt werden.

Tipp 8: Keinen Vorschuss zahlen

Es ist wichtig und gehört dazu, dass Kinder aus ihren Fehlern lernen – auch im finanziellen Zusammenhang. Schiessen Sie deshalb nichts vor, sondern besprechen Sie mit ihrem Nachwuchs, was bei der Budgetplanung schiefgelaufen ist.

Tipp 9: Jugendlohn einführen

Führen Sie ab einem gewissen Alter den «Jugendlohn» ein. Mit diesem monatlich festgelegten Betrag übernehmen Jugendliche die Verantwortung für ihr Bahn-Abo, den Coiffeur, Kleidung und andere Lebenshaltungskosten selbst und lernen einmal mehr, das Geld gut einzuteilen. Der Jugendlohn empfiehlt sich ungefähr ab 15 Jahren.

Bildquelle: iStock

 
 

Familienbudget optimal planen

Vor allem für Familien mit geringem Einkommen können Kinder zu einer finanziellen Herausforderung werden. Es entstehen Kosten für Bekleidung, Nahrung und Körperpflege, Freizeit und Taschengeld. Hinzu kommen Zusatzausgaben, zum Beispiel für Zahnspange, Hobby oder Handy. Es lohnt sich, das Familienbudget mit dem Budgetrechner von Swiss Life im Auge zu behalten.

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