Kapitalanlagen sind eine aussichtsreiche Möglichkeit, grössere und kleinere Geldbeträge gezielt und systematisch zu vermehren. Deshalb zahlt es sich aus, über einige Grundlagen im Bilde zu sein. Swiss Life-Finanzexpertin Frischta Rahiq verrät ihre zehn besten Anlagetipps. Wer diese befolgt, kann sein Geld selbstbestimmt anlegen und finanziell zuversichtlich in die Zukunft blicken.

1. Budgetplan erstellen

Zuerst muss Klarheit über die finanzielle Situation geschaffen werden, indem man die Einnahmen und Ausgaben der letzten drei Jahre schriftlich festhält – am besten in Tabellenform. Dabei sollte zwischen Fixkosten und variablen Kosten unterschieden werden, denn in letzteren liegen die entscheidenden Sparpotenziale. Zudem ist es wichtig, eine Reserve in Höhe von drei Monatslöhnen einzuplanen. Sind alle Einnahmen und Ausgaben sauber aufgeführt, lässt sich die jährliche Sparquote ermitteln, die als Basis für die nächsten Schritte herangezogen wird.

2. Persönliche Sparziele festlegen

Die Aussicht darauf, dass die eigenen Wünsche Wirklichkeit werden, macht Spass beim Sparen und hilft, der einen oder anderen Versuchung zu widerstehen. Deshalb sollte man kurzfristige, mittelfristige und langfristige Sparziele definieren und die Sparquote entsprechend auf diese drei Gefässe verteilen. Sparziele können eine Reise, eine Ausbildung für sich oder die Kinder, der Erwerb eines Eigenheims oder auch einfach der Aufbau von Kapital zum „Wohlfühlen“ sein.

3. Anlage- und Risikoprofil ermitteln

Der Erfolg einer Finanzstrategie hängt eng mit einer guten Selbsteinschätzung und der realistischen Bewertung der angestrebten Investitionsziele zusammen. Diese Fragen helfen, das eigene Anlegerprofil zu ermitteln.

  • Wie lange möchte ich anlegen?
  • Wie hoch ist meine Sparquote? Wie viel Geld kann zur Seite gelegt werden?
  • Wie sieht es mit meinem Finanzwissen aus? Bin ich ein Einsteiger oder bereits ein angehender Börsenguru?
  • Welche Mentalität habe ich? Bin ich eher risikobereit oder eher vorsichtig?
  • Wie ist meine Finanzsituation?
  • Wie ist meine Lebenssituation?
  • Welche Erwartungen habe ich an die Rendite?
  • Welche Anlageschwankungen bin ich bereit einzugehen?
  • Was sind meine Erwartungen und Bedürfnisse?
  • Was waren meine bisherigen Erfahrungen mit Anlagen?

4. Informationen über Finanzlösungen einholen

Hier gibt es eine Vielzahl an Optionen. Dies sind die drei Hauptkategorien:

  • Einzeltitel wie Aktien und Obligationen stehen für hohe Gewinnaussichten, sind jedoch mit ebenso hohen Risiken verbunden. So setzt man im Prinzip alles auf ein Pferd. Wenn dieses nicht gewinnt, sind die Verluste hoch. Entsprechend setzen diese Kapitalanlagen gute Kenntnisse des Finanzmarktes voraus sowie die Fähigkeit, das eigene Depot zu verwalten. Fazit: Eine Investitionsform für Fortgeschrittene, deren Lebensplanung nicht allein von dieser Art von Investitionen abhängig ist.

  • Fonds (Anlagen) enthalten eine gute Mischung aus Einzeltiteln, so dass die Wertschwankungen einzelner Aktien abgefangen werden. Es gibt verschiedene Arten von Fonds: z. B. Aktienfonds, Obligationenfonds und Strategiefonds. Zudem unterscheidet man zwischen aktiv oder passiv gemanagten Fonds. Aktiv gemanagte Fonds werden von Finanzexperten kontinuierlich überprüft und nach Bedarf angepasst, um den Benchmark zu übertreffen. In passiv gemanagten Fonds wird weit weniger eingegriffen, sie bilden den Index eines Marktes lediglich ab. Fazit: Hier sind Experten am Werk, die das Kapital ihrer Kunden managen. Fonds sind daher ideal für Anleger, die ihr Vermögen möglichst breit streuen möchten.
     

  • Vermögensverwaltung: Vermögensverwalter, so genannte Asset Manager, platzieren das anvertraute Kapital am Markt und verantworten dessen Verwaltung. Dabei setzen sie auf verschiedene Strategien, um einen möglichst positiven Ertrag zu erwirtschaften. Fazit: Die perfekte Anlagestrategie für Personen, die sich eine professionelle Vermögensverwaltung wünschen und die Anlageentscheide Experten überlassen möchten.

5. Kosten und Gebühren vergleichen

Wie im normalen Bankenverkehr fallen auch bei der Verwaltung von Fonds und Aktien Grundkosten und Handelsgebühren an. Es lohnt sich daher, die Angebote der einzelnen Anbieter miteinander zu vergleichen. Hierbei gilt: Günstig muss sich nicht immer rechnen. Oftmals suchen Kunden nach einer günstigen Strategie, vergessen jedoch, dass eine stabile Performance und eine kompetente Betreuung ihren Preis haben. Folgende Fragen sollten daher vorab geklärt werden: Welche Transaktionen werden wie berechnet? Wie ist die Qualität des Online-Portals? Wie hoch sind die Ausgabekommissionen sowie die laufenden Kosten?

6. Finanzdienstleister sorgfältig auswählen

Sicher lassen sich Aktien und Fonds selbständig über die gängigen Online-Anbieter erwerben und verwalten. Wer sich jedoch weniger gut auskennt und einen kompetenten Partner zur Seite wünscht, wendet sich an eine etablierte Bank, eine Versicherung oder einen renommierten Vermögensverwalter. Sie alle kennen den Kapitalmarkt und kontrollieren regelmässig die getätigten Investitionen. Sind die Kompetenzen und Kosten vergleichbar, entscheidet die Chemie. Schliesslich ist Finanzplanung auch Lebensplanung.

7. Anlageform bestimmen

Hat man sich für ein Finanzinstitut entschieden, ist es wichtig, noch einmal das Risikoprofil (Punkt 3) zu prüfen bzw. mit einem Berater zu besprechen. Stimmen die vorher gemachten Annahmen noch oder hat sich etwas geändert? Danach steht die Wahl der passenden Anlage an. Hierbei unterscheidet man zwischen einmaliger Investition, gestaffelten Anlagen und Mischvarianten.

  • Bei einer einmaligen Investition oder einem so genannten Sofort-Investment wird zu einem bestimmten Zeitpunkt einmalig ein Betrag einbezahlt. Anders als beim Sparplan gibt es keine regelmässigen Einzahlungen.
     

  • Gestaffelte Anlagen verlangen regelmässige Investitionen. Hier kommt die Durchschnittspreismethode (Cost-Average-Effekt) zum Tragen, bei der der Anleger für einen gleich bleibenden Betrag bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile kaufen kann. Gestaffelte Anlagen verringern das Risiko, dass eine Investition zum Höchststand des Kurses getätigt wird.
     

  • Mischversionen kombinieren einmalige Anlagen mit Erspartem und zusätzlichen regelmässigen Einzahlungen. 

8. Objektiv bleiben

Hin und wieder kommt es vor, dass eine Aktiengesellschaft negativ in die Schlagzeilen kommt oder bei Freunden und Kollegen in Ungnade fällt. In dieser Situation ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht die Anlagestrategie aus dem Affekt heraus zu ändern. Ein Gespräch mit dem Anlageberater kann für Klarheit sorgen. Dabei ist vor allem das persönliche Verhältnis zum Berater wichtig, das auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt beruhen sollte.

9. Geduldig sein

Es liegt in der Natur der Dinge, dass auch ein Fonds kurzfristig an Wert verlieren kann oder Einzeltitel verkauft werden müssen. Das gehört zum täglichen Geschäft und ist noch lange kein Grund, die Ruhe zu verlieren. In eine solide Finanz- und Vorsorgestrategie sind derlei Schwankungen selbstverständlich mit einkalkuliert und ändern am langfristigen Erfolg der Strategie in der Regel nichts. Hier kann man dem Berater vertrauen, der im Bedarfsfall auch entsprechende Korrekturen und Anpassungen vornimmt.

10. Sich beraten lassen

Eine gute Finanzstrategie ist dazu da, bestmögliche Unterstützung zu erhalten. Folglich muss sie sich bei Veränderungen als flexibel erweisen. Ob ein positives Ereignis wie eine Beförderung oder ein negatives wie eine Scheidung – je frühzeitiger der Berater von derlei Umstellungen erfährt, desto besser kann er auf die Situation, Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Deshalb sollte man regelmässig zusammensitzen. Mit einer guten Vorbereitung wird das Gespräch zur erfolgreichen Wegbeschreibung in eine selbstbestimmte Zukunft. 

Anlagen und Einzeltitel sind also nicht nur eine Investmentstrategie für Experten. Mit einer guten Beratung bieten sie jedem die Möglichkeit, langfristig Kapital aufzubauen und sich selbstbestimmt finanzielle Unabhängigkeit aufzubauen.

Portrait

Frischta Rahiq

Frischta Rahiq ist 32 Jahre alt und verfügt bereits über zehn Jahre Erfahrung in der Finanzbranche. Vor ihrer Karriere bei Swiss Life war sie als Anlageexpertin bei einer Schweizer Grossbank tätig. Seit 2016 betreut die diplomierte Finanzberaterin und Vorsorgespezialistin Privatkunden der Generalagentur Zürich City. Aus Erfahrung weiss sie: Anlagen sind eine gute Möglichkeit, um langfristig Kapital aufzubauen. Man muss die Finanzen nur selbstbestimmt in die Hand nehmen und sich beraten lassen.

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