2027 sinken die Strompreise in der Schweiz zum dritten Mal in Folge. Das hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) am 8. September 2026 bekannt gegeben. Wer über eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach nachdenkt, könnte deshalb ins Grübeln geraten: Rechnet sich Solarstrom bei tieferen Strompreisen überhaupt noch?

2027 bezahlen Schweizer Haushalte im Mittel rund vier Prozent weniger für Strom als 2026. Für einen typischen Haushalt mit einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunden bedeutet das gemäss ElCom eine Ersparnis von rund 53 Franken pro Jahr. Für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage ist dieser Rückgang aber nur ein Faktor unter vielen.

Eigenverbrauch macht den Unterschied

Wer Solarstrom auf dem eigenen Dach produziert und direkt nutzt, muss diese Energie nicht beim Stromversorger einkaufen. Damit entfallen für diesen Teil des Verbrauchs auch die Netznutzungsgebühren
sowie verschiedene Abgaben und Zuschläge.

Besonders interessant ist das für Haushalte mit höherem Strombedarf – etwa mit Wärmepumpe oder Elektroauto. Auch Waschmaschine, Geschirrspüler und Warmwasseraufbereitung lassen sich teilweise
gezielt dann nutzen, wenn die eigene Anlage viel Strom produziert.

Langfristig rechnen

Photovoltaikanlagen sind langfristige Investitionen. «EnergieSchweiz» nennt für Anlagen auf Einfamilienhäusern in der Regel eine Amortisationsdauer von 15 bis 20 Jahren, dies bei einer Lebensdauer von mindestens 25 Jahren.

Wie schnell sich eine Anlage tatsächlich rechnet, hängt einerseits von Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung, Investitionskosten und Anlagengrösse, andererseits vom Eigenverbrauch ab.

Wer ohnehin eine Dachsanierung plant, sollte beide Projekte gemeinsam prüfen. Auch Fördergelder können die Investition reduzieren. Für kleinere Anlagen gibt es die Einmalvergütung des Bundes, je nach Region kommen weitere Fördermöglichkeiten hinzu.

Ab 2027 wird Eigenverbrauch wichtiger

Auch die Vergütung von überschüssigem Solarstrom ändert sich. Ab 2027 soll sich diese stärker am Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung orientieren, sofern keine andere Vereinbarung mit dem Netzbetreiber besteht. Für kleinere Anlagen bleiben Minimalvergütungen bestehen.

Gerade an sonnigen Tagen, wenn viel Solarstrom gleichzeitig ins Netz gelangt, können die Marktpreise gemäss Bundesamt für Energie (BFE) tief sein. Umso wichtiger wird es dann, einen möglichst grossen Teil des produzierten Stroms selbst zu nutzen.

Ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, lohnt sich finanziell aber nicht automatisch. Oft lässt sich bereits viel erreichen, wenn etwa das Elektroauto tagsüber geladen oder weitere Elektrogeräte wie Waschmaschine, Warmwasseraufbereitung, Geschirrspühler etc.  gezielt während der Sonnenstunden betrieben wird.

Fazit

Auch bei sinkenden Strompreisen kann sich eine Solaranlage fürs Eigenheim lohnen. Entscheidend ist weniger der Tarif eines einzelnen Jahres als die Frage, wie viel des produzierten Stroms Sie selbst nutzen können. Wer etwa eine Wärmepumpe, die Anschaffung eines Elektroautos oder eine Dachsanierung plant, sollte diese Investitionen zusammen betrachten. 

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