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Die 3. Säule – sie schliesst die Lücke mit privater Vorsorge

Die private Vorsorge wurde 1972 in der Bundesverfassung verankert. Die 3. Säule dient dazu, Einkommenslücken aus der 1. und 2. Säule möglichst weitgehend zu schliessen. Damit soll der gewohnte Lebensstandard auch im Ruhestand gesichert werden.

Sparen für sich selbst

Die private Vorsorge ist freiwillig. Deshalb wird sie von Bund und Kantonen mit Steuervergünstigungen gefördert. Finanziert wird die 3. Säule im Kapitaldeckungsverfahren. Das heisst, jeder bezahlt direkt für seine eigene Leistung und spart damit auf sein Alter hin (im Gegensatz zum Umlageverfahren der 1. Säule: In AHV, IV und EL gehen die Beitragszahlungen direkt an die Rentner).

 

1. und 2. Säule decken rund 60% des letzten Lohns

Zwischen rund CHF 25'000 und 85'000 Jahreslohn decken die 1. und 2. Säule ca. 60% des letzten Einkommens. Mit einem höheren Lohn wird die Vorsorgelücke jedoch noch grösser. Je nach Höhe des angesparten Vorsorgekapitals und des Budgets ermöglicht die 3. Säule, sein Leben auch nach der Pensionierung im gewohnten Rahmen weiterzuführen. Diese Form von privater Vorsorge deckt auch Einkommenslücken bei Invalidität und im Todesfall. So sind Angehörige für existenzielle Risiken abgesichert.

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Die Säulen 3a und 3b im Vergleich

Die private Vorsorge wird in zwei Säulen unterteilt: die Säule 3a (gebundene Vorsorge) und 3b (freie Vorsorge). Hier die wichtigsten Unterschiede:

 

Säule 3a (gebundene Vorsorge)

 

Säule 3b (freie Vorsorge)

Personenkreis

Erwerbstätige mit Wohnsitz Schweiz

Jede Person (weltweit)

Zweck

Altersvorsorge

Frei wählbar

Beiträge 2015

Der vom Bund festgesetzte Maximalabzug für die gebundene Vorsorge (Säule 3a) beträgt 2015:

  • Max. CHF 6’768 für Erwerbstätige, die einer Pensionskasse angehören
  • 20% des Erwerbseinkommens (max. CHF 33’840) für Erwerbstätige, die keiner Pensionskasse angehören.

Höhe und Zahlungsrhythmus frei wählbar

Steuern

Beiträge sind vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig. Bei Auszahlung: reduzierter Steuersatz, getrennt vom übrigen Einkommen.

 

Wenn beide Ehegatten oder eingetragenen Partner erwerbstätig sind und Beiträge an eine anerkannte Vorsorgeform leisten, können beide die Abzüge beanspruchen.

Im Rahmen der Pauschalabzüge für Versicherungsprämien. Während der Laufzeit werden die Rückkaufswerte von Versicherungspolicen als Vermögen besteuert. Bei Auszahlung steuerfrei.

Bezug

Bezug frühestens 5 Jahre vor und spätestens 5 Jahre nach ordentlichem AHV-Alter (Männer 65/Frauen 64)

Frei wählbar

Vorbezug

In folgenden Fällen möglich:

  • Finanzierung von selbstbewohntem Wohneigentum
  • Vorsorgenehmer bezieht eine ganze Invalidenrente
  • Einkauf in eine Pensionskasse
  • Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  • Verlassen der Schweiz (Auswanderung)
  • Tod des Vorsorgenehmers

Keine Einschränkung

Begünstigung

Im Alter und bei Invalidität:

Nur Versicherter selber

 

Im Todesfall:

Nur Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister und gesetzliche Erben unter Beachtung der Pflichtteile.

Begünstigte frei einsetzbar unter Beachtung gesetzlicher Pflichtteile.