Nach der romantischen Hochzeit beginnt für frisch Verheiratete das gemeinsame Leben erst richtig. Damit die neue Zweisamkeit auch in finanzieller Hinsicht unbeschwert bleibt, empfiehlt sich ein nüchterner Blick auf die Vermögens- und Vorsorgesituation. Was ändert sich für den Einzelnen und wie kann man die Zukunft zu zweit selbstbestimmt gestalten? Mit folgenden acht Tipps gelingt die Umstellung.

1. Abschluss einer Lebensversicherung

Es ist das Letzte, woran man denken möchte, wenn man den Partner fürs Leben gefunden hat. Dabei ist eine Lebensversicherung im Krankheits-, Unfall- oder Todesfall von existenzieller Bedeutung. Denn sie sichert den Ehepartner und mögliche Kinder finanziell ab, damit diese im Ernstfall die Kosten für den Unterhalt und das Eigenheim weitertragen können. Eine gemischte Lebensversicherung eignet sich zudem als solide Sparanlage, die ausbezahlt wird, wenn die drei genannten Risikofaktoren nicht eintreten. Die Einzahlungen, die dabei in die Säule 3a getätigt werden, wirken sich auch steuerlich vorteilhaft aus.

2. Absicherung einer möglichen Erwerbsunfähigkeit

Nicht immer geht eine Heirat mit der Gründung einer Familie einher. Kommen jedoch Kinder auf die Welt, gibt es in den meisten Fällen nur noch einen Hauptverdiener. Fällt dieser dauerhaft aus, folgen Geldengpässe, die das Familienleben belasten können. Prinzipiell wird unterschieden, ob die Berufsunfähigkeit unfall- oder krankheitsbedingt ist. Zahlt die obligatorische Unfallversicherung bei voller Arbeitsunfähigkeit noch 80% des bisherigen Lohns, sind es bei einer nicht heilbaren Krankheit nur noch 40%, die durch die 1. und die 2. Säule gedeckt sind. Dabei ist vielen nicht bewusst: Eine Krankheit führt statistisch gesehen weit häufiger zu einer Erwerbsunfähigkeit als ein Unfall. Eine entsprechende Police sorgt in beiden Fällen vor.

3. Altersvorsorge überprüfen

Zusammen alt zu werden, ist die Idealvorstellung von einer Ehe. Damit das Pensionsalter finanziell unbeschwert wird, empfiehlt es sich, bereits in jüngeren Jahren eine Bestandsaufnahme der Pensionsaussichten vorzunehmen. Die Höhe der Pension setzt sich aus dem AHV-Anteil (1. Säule), den Rentenbeiträgen des Arbeitgebers (2. Säule) und einer möglichen individuellen Vorsorge (3. Säule) zusammen. Den grössten Anteil bildet dabei in aller Regel die 2. Säule. Verdient ein Partner deutlich weniger oder reduziert sie oder er das Arbeitspensum zugunsten der Kinderbetreuung, sollte eine Ausgleichslösung gefunden werden. Entweder durch eine ergänzende Altersvorsorge wie Aktienfonds, einen Sparvertrag, eine Lebensversicherung oder schlicht durch Einzahlungen in die 2. Säule durch den Ehepartner.

4. Hausrat- und Haftpflichtversicherung zusammenlegen

Das neue Leben als Ehefrau und Ehemann bringt in den allermeisten Fällen einen gemeinsamen Hausstand mit sich. So gibt es auch keinen Grund, weiterhin zwei Hausrat- und Haftpflichtversicherungen zu unterhalten. Hier haben verheiratete Paare gegenüber unverheirateten Paaren deutliche Vorteile, denn die Vertragsauflösung ist zwischen den einzelnen Versicherungsgesellschaften geregelt und mit keinerlei Gebühren verbunden. Es gilt nur zu entscheiden, welche Police man behalten möchte. Eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung für alle spart neben Kosten auch Zeit bei der Abwicklung von Schadensfällen. Hinsichtlich der Hausratversicherung ist zudem ein Update der Versicherungssumme unerlässlich, so dass der Wert der Besitztümer nach dem aktuellen Stand gedeckt ist.

5. Fahrzeugversicherung ummelden

Wenn beide Ehepartner ihr eigenes Auto mit in die Ehe bringen, müssen nach der Trauung die Ausweise ändern. Fährt der Partner öfter als der Halter selbst, kann dies zu Komplikationen im Schadensfall führen. Besser, man erkundigt sich direkt bei der Fahrzeugversicherung nach den genauen Versicherungsbedingungen für verheiratete Paare und macht sehr genaue und verlässliche Angaben, was die Nutzung des jeweiligen Autos betrifft.

6. Rechtsschutz anpassen

Wie auch bei der Hausrat- und Haftpflichtversicherung können sich Eheleute eine Rechtsschutzversicherung teilen. Die Voraussetzung: Die Police muss auf den Typ „Familie“ geändert werden. In der Deckung inbegriffen sind beide Partner und alle Kinder. Dies vergünstigt und vereinfacht das Zusammenleben.

7. Kontoführung festlegen

Meins? Deins? Unseres? Uneinigkeit beim Thema Geld kann in einer Ehe zu einer Zerreissprobe führen. Besser, man spricht bereits vor der Hochzeit darüber, wie man das Finanzielle in Zukunft regeln möchte – besonders dann, wenn die Einkommen sehr unterschiedlich sind.

Hier gibt es verschiedene Lösungen:

  • Gemeinsames Leben, getrennte Konten: Trotz allen Vertrauens fühlen sich viele verheiratete Paare mit dieser Lösung am wohlsten. Geplante Ausgaben werden zusammen besprochen und die Fixkosten fair aufgeteilt.

  • Der Ein-Konto-Klassiker: Ideal für Verheiratete mit klarer Rollenverteilung zwischen Job und Familie. Ein zweites Konto macht bei einem geringen Einkommen kaum Sinn. Wichtig ist in diesem Fall nur ein entspannter Umgang mit den Einkommensunterschieden.

  • Drei Bankkonten: Ein guter Mix aus Wir-Gefühl und finanzieller Unabhängigkeit. Das Ehekonto deckt die Fixkosten, mit den Privatkonten werden die persönlichen Hobbys und Vergnügungen beglichen.

8. Steuern sparen

Mit einer Hochzeit fliessen aus steuerlicher Sicht zwei Einkommensquellen zusammen. Ein Umstand, den Eheleute, je nach Gehalt und Arbeitsstatus, gut für sich nutzen können. So müssen Selbständige anders rechnen als Angestellte. Grund genug, diese komplexe Situation von einem Experten anschauen zu lassen, um gegebenenfalls Steueroptimierungen vorzunehmen. Dies kann durch Einzahlungen in die Säule 3a mittels privater Spar- und Vorsorgeinvestitionen geschehen oder aber auch durch den Kauf von Wohneigentum.

Damit frisch verheiratete Paare ihr Liebesglück ungetrübt geniessen und finanziell zuversichtlich in die Zukunft blicken können, zahlt es sich aus, die oben erwähnten Punkte genau zu überprüfen. Die Swiss Life-Experten unterstützen dabei und zeigen auf, wie man diese Möglichkeiten selbstbestimmt nutzt.

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