Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins bei null Prozent. Für den Immobilienmarkt ist das vorerst eine gute Nachricht: Hypotheken bleiben günstig, die Finanzierung planbar. Gleichzeitig bleibt Wohneigentum kostpielig . Für Eigentümer und Kaufinteressierte gilt deshalb: Der Nullzins hilft, aber er löst nicht alle Probleme.

Der Grund für den Entscheid der SNB: Sie erwartet zwar kurzfristig etwas mehr Teuerung, etwa wegen höherer Energiepreise, rechnet aber insgesamt weiterhin mit einer tiefen Inflation: Für 2026 und 2027 geht sie im Schnitt von je 0,5 Prozent aus. Das spricht gegen einen raschen Zinsschub.

Stabilität und Sicherheit für Eigentümer

Für bestehende Immobilienbesitzer ist der Entscheid vor allem eine Entlastung. Wer eine Saron-Hypothek hat, profitiert direkt vom tiefen Leitzins. Aber auch Festhypotheken bleiben im historischen Vergleich attraktiv, selbst wenn sie stärker von den Kapitalmärkten abhängen.

Das sorgt für Stabilität: Die Finanzierung bleibt berechenbar, die monatliche Belastung steigt nicht zusätzlich. Gleichzeitig stützen tiefe Zinsen die Nachfrage nach Immobilien und steigern damit auch die Preise. Der Immobilienwert ist damit gesichert.  

Chance und Risiko für Käufer

Auch wer kaufen will, profitiert zunächst: Die Finanzierung bleibt günstiger, als sie es bei steigenden Zinsen wäre. Doch genau das hält den Markt unter Druck. Wenn Geld billig bleibt und das Angebot knapp ist, steigen die Preise weiter oder bleiben hoch.

Für Kaufinteressierte liegt die grösste Hürde deshalb oft nicht beim aktuellen Hypothekarzins, sondern bei
Eigenkapital und Tragbarkeit. Banken rechnen mit kalkulatorischen Zinsen, die deutlich über dem realen Niveau liegen. Auch bei null Prozent Leitzins kann ein Kauf also an der Finanzierung scheitern.

Worauf Sie jetzt achten sollten

Der tiefe Leitzins darf nicht zu falscher Sicherheit verleiten. Entscheidend ist nicht nur, ob eine Immobilie
heute finanzierbar ist, sondern auch in einigen Jahren noch tragbar bleibt. Wer knapp rechnet, geht ein Risiko ein – besonders dann, wenn Einkommen wegfällt, eine Sanierung ansteht oder die Zinsen später wieder steigen. Rechnen Sie deshalb beim Kauf unbedingt Unterhalt, Rückstellungen und  laufende Betriebskosten mit ein und vergleichen Sie verschiedene Hypothekarmodelle.

Inflation bleibt ein Faktor

Auch wenn die Teuerung in der Schweiz niedrig bleibt, sind die Risiken nicht verschwunden. Höhere Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und teurere Renovationen können Eigentümer trotzdem belasten. Wer Wohneigentum besitzt oder erwerben will, sollte deshalb die gesamte Kostenrechnung im Blick behalten, nicht nur die Hypothek.

Fazit

Der unveränderte Leitzins ist für den Schweizer Immobilienmarkt eine Stütze. Eigentümer profitieren von tiefen Finanzierungskosten und mehr Planungssicherheit. Attraktive Hypothekarzinsen spielen andererseits auch Kaufinteressenten weiterhin in die Hände.  Doch der Nullzins hat auch eine Kehrseite: Er hält die Nachfrage hoch und die Preise vielerorts unter Druck. Entscheidend bleibt deshalb nicht, ob Geld billig ist, sondern ob die Immobilie langfristig ins Budget passt.

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