Die Nachfrage nach Zweitwohnungen in der Schweiz ist ungebrochen hoch. Wer Wohneigentum über 1000 Höhenmetern erwerben will, muss besonders tief die Tasche greifen.
Im Wallis geht die Preisschere zwischen Zweitwohnungen über und unter 1000 Metern seit 2020 stark auseinander. Das zeigt eine Studie der Immobilienberatung Wüest Partner. Einer der Hauptgründe: der Klimawandel. Milde Temperaturen im Sommer und Schneesicherheit im Winter machen hochgelegene Ferienwohnungen besonders attraktiv. Und die Situation wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärfen: Gemäss Experten wird die Schneemenge in Gebieten unter 1500 Metern bis 2050 um 30 Prozent zurückgehen.
Ferienwohnungen über 1000 Meter werden immer teurer
Folge dieser Entwicklung: steigende Preise. Wer einen Zweitwohnsitz auf über 1000 Metern kauft, zahlt dafür mehr als für ein vergleichbares Objekt unter der magischen Höhengrenze. Bereits vor 2020 waren Immobilien in der Nähe von Skigebieten teuer, aber das Preiswachstum in dieser Lage hat inzwischen um fast 20 Prozent zugenommen. Und auch wenn die Auswertung von Wüst Partner sich nur auf das Wallis bezieht, dürfte diese Entwicklung auch auf andere Wintersportregionen wie das Berner Oberland oder Graubünden zutreffen.
Die Nachfrage nach Ferienwohnungen ist ungebrochen
Seit der Corona-Pandemie sind Zweitwohnungen attraktiver denn je. Die Folge: Seit 2020 steigen die Preise stetig. Im Bündnerland ist der Kauf einer Zweitwohnung besonders teuer. Seit 2011 sind die Preise dort um über 75 Prozent gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig: die Nähe zu Zürich, der Zusammenschluss der Skigebiete Arosa und Lenzerheide, der Ausbau der Infrastruktur. Arosa nimmt bei den Preisen einen Spitzenplatz ein. Aber auch in den Kantonen Bern und Wallis sind die Preise heute um rund 50 Prozent höher als noch 2011.
Preise werden weiter steigen
Das neue Zweitwohnungsgesetz, seit dem 1. Oktober 2024 in Kraft, kann die Situation wohl nur minimal entschärfen. Die sogenannten altrechtlichen Wohnungen dürfen neu nicht mehr nur als Zweitwohnungen verkauft oder vermietet und die Wohnfläche bei Umbauten um bis zu 30 Prozent erhöht werden, sondern es dürfen bei einem Umbau zusätzliche Wohnungen und Gebäude erstellt werden. Damit könnte das Angebot an Zweitwohnungen steigen – aber wohl trotzdem nicht mit der Nachfrage mithalten. Die Preise von Ferienwohnungen dürften also weiter in die Höhe schiessen.
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