Wer vorzeitig plant, wie er im Rentenalter wohnen möchte, kann dem Ruhestand gelassen entgegenblicken. Idealerweise sollte man bereits fünf bis zehn Jahre vor der Pensionierung mögliche Optionen prüfen: Möchte ich mein Eigenheim behalten oder verkaufen? Und wie kann ich die Finanzierung bestmöglich gestalten?
Viele ältere Wohneigentümerinnen und -eigentümer möchten solange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Doch auch wenn die Idee von einem Leben ohne Mietzins reizvoll ist, sollte man auch die Kehrseite der Medaille betrachten: Ein grosser Teil des Vermögens steckt dann im Haus. Bei unerwarteten Reparatur- oder Sanierungskosten kann die fehlende finanzielle Flexibilität problematisch sein.
Immobilie muss altersgerecht sein
Zudem ist ein Eigenheim nicht automatisch altersgerecht: Treppen, fehlende Barrierefreiheit, Mehrstöckigkeit oder fehlender Lift können zur Last werden. Eine kleinere, altersgerechte Wohnung mit guter Infrastruktur kann die sinnvollere Wahl sein. Bushaltestelle und Einkaufsmöglichkeiten vor der Tür und eine medizinische Versorgung in der Nähe sind im Alter Gold wert.
Wie bleibt die Hypothek im Rentenalter tragbar?
Wer sein Haus gleichwohl behalten will, steht vor der Frage: Wie ist die Hypothek im Rentenalter zu stemmen? Reicht das Einkommen aus Rente, AHV, Pensionskasse und Vermögen? Wichtig: Banken rechnen bei älteren Kreditnehmerinnen und -nehmern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von rund fünf Prozent und nicht mit dem tatsächlichen aktuellen Hypothekarzins. Diese Vorsicht dient dazu, auch bei künftig steigenden Zinsen die Tragbarkeit zu sichern. Die Summe aller Wohnkosten, sprich Zinsen, Unterhalt, Nebenkosten sowie allfällige Amortisation, sollte nicht mehr als rund ein Drittel des verfügbaren Einkommens betragen.
Vorbereitung ist das A und O
Es ist wichtig, sich rechtzeitig auf die Zeit nach der Pensionierung vorzubereiten. Machen Sie mindestens fünf Jahre vor Ihrem letzten Arbeitstag eine Bestandesaufnahme: Wie hoch sind Einkommen, Pensionskasse und Vermögen auf der einen Seite, wie hoch die erwarteten Ausgaben, Unterhalts- und Wohnkosten auf der anderen Seite? Auf diese Weise erkennen Sie frühzeitig, ob eine Teilamortisation oder Anpassung sinnvoll ist.
Abschaffung des Eigenmietwerts
Für all jene, die erst in ein paar Jahren pensioniert werden, greifen die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen und steuerliche Änderungen rund um den Eigenmietwert. Während der steuerpflichtige Eigenmietwert für selbstbewohnte Immobilien zukünftig entfällt, fallen zugleich mögliche Abzüge etwa für Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten weg.
Für Personen im Rentenalter ändert sich dadurch die steuerliche Gesamtrechnung: Eine niedrige oder vollständig amortisierte Hypothek kann attraktiver sein als früher. Das gilt besonders, wenn man kaum Hypothekarzinsen bezahlt und der Unterhaltsabzug entfällt.
Achtung, neue Bankenregeln!
Mit der Umsetzung der internationalen Bankenstandards und der nationalen Eigenmittelverordnung haben sich auch die Rahmenbedingungen für Hypotheken geändert: Banken müssen mehr Eigenmittel hinterlegen. Das beeinflusst auch die Kosten und Bedingungen für Hypotheken. Diese Tatsache kann gerade für ältere Eigentümerinnen und Eigentümer relevant sein, die ihre Hypothek verlängern oder neu verhandeln wollen.
Ist eine Umkehrhypothek die Lösung?
Für Pensionierte, deren Immobilie weitgehend amortisiert ist, die aber sonst wenig liquide Mittel haben, kann eine sogenannte Umkehrhypothek eine Option sein. Dabei bleibt man Eigentümer, belastet die Liegenschaft jedoch erneut mit einer Hypothek. Die Tragbarkeit wird auch in diesem Fall fundiert von den Finanzierungsinstituten geprüft.
Diese Lösung kann helfen, finanziell flexibel zu bleiben. Allerdings ist die Variante mit Vorsicht zu geniessen – insbesondere im Hinblick auf Erbschaft, langfristige Kosten und künftige Entwicklungen des Immobilienwerts.
Fazit
Beginnen Sie frühzeitig mit einer finanziellen Übersicht und prüfen Sie, ob eine Teil- oder vollständige Amortisation sinnvoll ist. Überlegen Sie, ob eine Alternative wie der frühzeitige Verkauf Ihrer Immobilie sinnvoll sein könnte, insbesondere, wenn Ihnen Liquidität im Alter wichtig ist. Holen Sie sich bei Unsicherheit oder komplexer Vermögenslage unbedingt fachkundige Beratung.
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