Loanne Duvoisin ist amtierende U23-Weltmeisterin im Cross-Triathlon und eine der Schweizer Olympia-Hoffnungen für die Zukunft. Corona machte ihren Plänen für die Wettkampfsaison 2020 einen dicken Strich durch die Rechnung. Doch die 22-jährige Neuenburgerin gibt nicht auf.

Es ist der 4. August 2012. In London gewinnt die Schweizerin Nicola Spirig mit einem Wimpernschlag Vorsprung Olympiagold im Triathlon. In einem kleinen Neuenburger Dörfchen im Val de Ruz fiebert ein 14-jähriger Teenager mit der Schweizer Ausnahmeathletin – und sagt danach keck: «Ich will auch für etwas kämpfen.» 

Loanne Duvoisin trainiert wie verbissen, «ich war», erzählte sie Ende 2018 im Kundenmagazin SWISSLIFE, «ich war damals mit 300 Stundenkilometern unterwegs.» Will heissen: Sie wollte mehr, mehr leisten, bessere Leistungen erbringen, das Beste aus sich herausholen, sowohl im Sport wie auch in der Schule.

Das Talent blieb nicht verborgen. Yvain Jeanneret, der sie noch heute betreut, erstellte ihr ein Aufbauprogramm, seit dieser Saison trainiert sie zusammen mit anderen Frauen und Männern in einem Westschweizer Triathlon-Team. Seit sie gezielt Rad fährt, schwimmt und läuft, seit sie Ruhepausen einbaut und klare Ziele fixiert, geht’s aufwärts. 

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Die Olympischen Spiele lassen mich träumen

«Die Olympischen Spiele lassen mich träumen», sagt Loanne, «aber 2021 wird noch etwas zu früh sein.» Die nächsten drei Saisons will sie sich auf die Wettkampfserie XTERRA konzentrieren, Europa- und Weltmeisterschaften absolvieren.

Aber als Fernziel bleibt Olympia. «Wenn dir deine Träume keine Angst machen, dann sind sie nicht gross genug.» Diese Aussage von Ellen Johnson-Sirleaf, die als erste Frau ein afrikanisches Land regierte, steht ganz oben auf Loannes Website. Es sollen keine leeren Worte bleiben.

Trotz Corona hält Loanne, in der Ausbildung als Physiotherapeutin ebenso gefordert wie im täglichen Workout, den Fokus weiterhin auf dem Leistungssport. Was es für eine Top-Athletin bedeutet, wenn Trainings nur eingeschränkt möglich und die meisten Wettkämpfe für 2020 abgesagt sind, erzählt Loanne Duvoisin im Interview.

Selbstbestimmt leben heisst für Loanne Duvoisin, nie aufzugeben und fest an ihren sportlichen Traum zu glauben. (Video von Oktober 2018, Produktion: Vitronic)

Wie hat sich Corona auf deine sportlichen Aktivitäten ausgewirkt?
Wie für die meisten Menschen hat Covid-19 auch mein Leben verändert – aber zum Glück habe ich die Möglichkeit, einen Sport mit drei Disziplinen auszuüben, der in meinem täglichen Leben ebenfalls eine gewisse Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erfordert. Ich habe darum zusammen mit meinem Trainer meine Ziele und die Planung für die nächsten Monate überprüft; auch weil unser Dachverband, der Swiss Triathlon, empfahl, nicht mehr nach draussen zu gehen. So konnten wir anfänglich nur mit Heimtrainern trainieren, was sehr schnell langweilig wird und eine gewisse Wachsamkeit bei unserer Flüssigkeitszufuhr erfordert. Eine Stunde Heimtrainer entspricht ungefähr zwei Liter Wasserverlust, einschliesslich einiger Mineralsalze.

Wie bleibst du so lange ohne Wettkämpfe in Form?
In den ersten Wochen beschlossen mein Trainer und ich einen mehrwöchigen Trainingsblock, der dem Laufen gewidmet war. Ich hielt eine Trainingsbelastung von ungefähr 16 Stunden pro Woche und ersetzte das Schwimmtraining durch Laufen, Heimtrainer oder Fitness. Das Wichtigste dabei war, nicht verletzt zu werden, wenn wir unsere Trainingsbelastung zu schnell erhöhen wollen. Wir müssen auch immer Spass haben und unsere Motivation fördern, indem wir persönliche Ziele finden – bei mir war das die persönliche Bestleistung über 5000 Meter.

Was bleibt von deinem Wettkampfprogramm in diesem Jahr?
Ich hoffe, dass die Rennen am Ende der Saison stattfinden, aber das Wichtigste ist die Gesundheit aller. Eines meiner grossen Ziele für diese Saison ist die Cross-Triathlon-Weltmeisterschaft, die hoffentlich am 9. September in Holland stattfinden kann. Andernfalls brechen wir die Saison früher ab, damit wir uns noch früher und gründlicher auf die Saison 2021 vorbereiten können.

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Loanne Duvoisin gilt als eines der grössten Schweizer Triathlon-Talente. Die 22-jährige Neuenburgerin ist amtierende U23-Weltmeisterin. 2017 wurde sie in Hawaii XTERRA-Junioren-Weltmeisterin, 2018 Schweizer Meisterin im Cross-Triathlon. Seit Ende 2019 trainiert die angehende Physiotherapeutin zwischen ein- bis dreimal täglich; im Laufen fordert Betreuer Jeanneret für Duvoisin eine neue persönliche Bestleistung über 5000 Meter.

Du bist aktuell im Xterra-Cross-Triathlon weltweit die Nummer 7. Was ist mit Olympia 2021 in Tokio?
Die Olympischen Spiele lassen mich träumen, aber 2021 wird noch etwas zu früh sein. Ich habe noch einen langen Weg vor mir, bevor ich in die grossen Ligen komme. Für diese nächsten drei Saisons habe ich darum beschlossen, mich dem Xterra (Anm. d. Red.: XTERRA ist ein Cross-Triathlon-Ausdauerwettkampf. Die klassische XTERRA-Distanz führt über 1,5 km Schwimmen, 30 km Mountainbiken und 10 km Geländelauf.) zu widmen. Dies ermöglicht es mir, in jeder der drei Disziplinen und hauptsächlich im Schwimmen Fortschritte zu machen, während ich meine berufliche Ausbildung fortsetze. Schwimmen ist meine Schwachstelle, deshalb arbeite ich viel in dieser Disziplin. 

Und sonst?
Wie gesagt: Ich möchte meine Ausbildung zur Physiotherapeutin an der Haute Ecole de Santé Vaud parallel zum Sport abschliessen, was viel Zeit und Energie erfordert. Beim Mountainbiken kann ich weiter Kraft und Technik entwickeln und natürlich trainiere ich auch viel auf Rennrädern. Mein Ziel in den nächsten drei Jahren ist es, mich auf die Xterra-Rennen auszurichten und vielleicht in Hawaii wieder die Xterra-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Langfristig möchte ich mich für die Europa- und die Weltmeisterschaften im Strassen-Triathlon qualifizieren. Und irgendwann will ich an Olympischen Spielen starten!

www.loanneduvoisin.ch

Text: Christoph Grenacher
Bilder: Mario Baronchelli, zVg

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