Nebst seinem Vollzeitjob als Verkaufsleiter ist Fabio Zanella seit drei Jahren Gemeinderat in Novaggio. Er engagiert sich ehrenamtlich im Ort, weil er seinen Anteil zum Wohl der Gemeinde beisteuern will. Dem Zuständigen für «Bildung und Soziales» ist es wichtig, «dass alle hier gut leben können».

Fabio Zanella wohnt seit über 20 Jahren in Novaggio, «qui si sta bene – hier lässt es sich gut leben», sagt er. Das Dorf liegt rund 14 Kilometer von Lugano entfernt und ist so etwas wie das Zentrum der Region Malcantone. Novaggio sei eine lebendige Gemeinde, erklärt der Gemeinderat stolz. Im kleinen Ort mit seinen rund 850 Einwohnerinnen und Einwohnern gibt es unter anderem ein Lebensmittelgeschäft, drei Restaurants und eine Schule. Zanella ist aus der Gegend, aufgewachsen ist er in Caslano. Doch schon als junger Mann kam er nach Novaggio, um im lokalen Klub Fussball zu spielen, zudem war er hier als Skilehrer tätig. «Ich war schon vor meinem Umzug gut in die Gemeinde integriert und hatte praktisch alle bereits gekannt.»

Vor drei Jahren liess sich Zanella für den Gemeinderat aufstellen, vorher war er zwölf Jahre in der Legislative aktiv gewesen. Nach seiner Wahl übernahm er im Fünfergremium den Bereich «Bildung, Soziales, Kultur und Vereine» von seinem Vorgänger. Was hat ihn dazu bewogen, sich neben seinem Vollzeitjob als Verkaufsleiter bei Swiss Life noch in seiner Gemeinde zu engagieren? «Mich verbindet vieles mit Novaggio. Wir haben hier ein Haus gekauft und meine Kinder sind hier zuhause. Es war mein bewusster Entscheid, meinen Anteil zum Wohl der Gemeinde beizusteuern.»

Strukturen für eine gute Zukunft schaffen
Die Tätigkeit in der Exekutive sei spannend, sagt Zanella. Ihm gefällt, dass er immer wieder etwas dazulernt. «Ich finde es auch schön, dass ich mitbekomme, was wir in unserer Region alles haben», fügt er an. Doch manchmal sei die Milizarbeit auch anstrengend. Nebst den wöchentlichen Sitzungen stehen oft auch andere Treffen an, etwa mit Vertretern der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde, Diskussionen mit der Schulleitung oder er muss stellvertretend für den Gemeindepräsidenten repräsentative Arbeiten übernehmen. Dann kann es passieren, dass alle Abende einer Woche für Gemeindearbeit verplant sind.

Was motiviert ihn, sich für die Gemeinde zu engagieren? «Mit den Menschen sprechen zu können», lautet Zanellas Antwort. Dabei kommt ihm seine empathische Art wie auch seine hauptberufliche Tätigkeit als Verkaufsleiter entgegen. Und es freut ihn, dass er nicht nur seinen Kindern eine gute Grundlage für die Zukunft bereiten, sondern für alle Kinder im Dorf Strukturen schaffen kann, die es ihnen erlauben, gut aufzuwachsen.
 

 

«Aufgaben werden komplexer»
In den vergangenen drei Jahren hat der Gemeinderat einen Grossteil seiner Zeit für die Bereiche «Bildung» und «Soziales» aufgewendet. Die Eröffnung des neuen Schulzentrums war das grösste Projekt, er hat dieses von seinem Vorgänger übernommen. Trotzdem mussten noch viele Dinge organisiert werden, etwa der Transport für die Kinder aus den vier umliegenden Gemeinden, die hier die Primarschule besuchen. Auch wurde aufgrund von Zanellas Engagement das Mobiliar erneuert, eine Veränderung, die man zuerst aus Kostengründen nicht angehen wollte. Grösseren Investitionen stehe man eher skeptisch gegenüber, was manchmal gerechtfertigt sei. Der Verkaufsleiter sieht Ausgaben aber auch als Investition in die Zukunft, «da spielt wohl meine berufliche Tätigkeit rein», meint er.

Trotz Vollzeitjob und dem 20%-Pensum als Gemeinderat bleibt Zanella noch Zeit für seine Familie, Freunde und Sport. «Mit Joggen, Velofahren und Skifahren bleibe ich fit und kann dabei auch den Kopf durchlüften», sagt der 51-Jährige, den seine Freunde damit aufziehen, dass er ständig in Bewegung sei.

Und wie sieht Zanella nach drei Jahren als Gemeinderat das Milizsystem? «Unserem politischen System haben wir viel zu verdanken, aber die Aufgaben in den Gemeinden werden immer komplexer und verlangen vermehrt nach Spezialisten», meint er. Zudem seien immer weniger Menschen bereit, sich für eine ehrenamtliche Arbeit zu engagieren. Wenn sich seine Kinder irgendwann selber entscheiden, eine derartige Tätigkeit zu übernehmen, dann würde dies den Vater freuen – eine Gemeinderat-Familientradition will er aber nicht begründen.

Text: Yvonne Eckert
Fotos: Rémy Steinegger 

 
 

Martina Zürcher, Pascal Golay und Stefan Egger haben eines gemeinsam: Sie sind Milizpolitiker und arbeiten bei Swiss Life. Alle drei stehen vor den gleichen Herausforderungen: Wie lassen sich Vollzeitjob, politisches Mandat, Familie und Hobbys vereinbaren? (Film: Swiss Life, Philipp Spaar)

Die Swiss Life-Expertin zur Milizarbeit

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Isabel Stucki-Mauderli, Public-Affairs-Spezialistin

Kontakt: isabel.stucki-mauderli@swisslife.ch

«Swiss Life setzt sich ein für die Stärkung des Milizsystems und unterstützt ihre Mitarbeitenden, die ein öffentliches oder politisches Mandat ausüben.» Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger fürs Gemeinwohl fördert das gute Verständnis zwischen Politik, Gesellschaft und Unternehmen und ermöglicht den Wissenstransfer; das Milizsystem ist eine Schweizer Erfolgsgeschichte. Nur wenn Arbeitgeber die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, können Mitarbeitende ihre Verantwortung in der Gesellschaft und der Politik wahrnehmen. Bei Swiss Life können Mitarbeitende nach Absprache mit ihren Vorgesetzten bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für ihr öffentliches oder politisches Mandat nutzen. Das Unternehmen unterstützt seine Mitarbeitenden so dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

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