Die Schweizer Bevölkerung kommt im europäischen Vergleich gut über die Runden. Das zeigt das neu lancierte «Vorsorge-Panorama Schweiz» von Swiss Life. Doch wie zufrieden sind die Menschen mit ihren Finanzen? Wo holen sie sich Tipps? Welche Flops haben sie erlebt – und welche Volltreffer gelandet? Das haben wir Menschen direkt auf der Strasse gefragt.

Was verrät der Blick ins Portemonnaie?

«Wenn ich jammern würde, wäre das auf einem so hohen Niveau, dass ich mich schämen müsste», sagt Heidi (76). Sie steht sinnbildlich für die Schweizer Bevölkerung: Laut dem Vorsorge-Panorama sind viele zufrieden mit ihren Finanzen. Auch Alanis (16) kommt gut mit dem Taschengeld ihrer Eltern zurecht. Elsbeth (80) ist gar zu 100% zufrieden. Aber nicht überall ist die Situation so rosig: Fabio (34) arbeitet 80% und kommt knapp über die Runden. Auch Sandra (40) wünscht sich mehr Lohn. Für Federico Emanuel (77) zählt ganz anderes: «Solange ich Bücher lesen und mit Menschen kommunizieren kann, bin ich ein reicher Mensch.»

Fotografie von zwei älteren Damen, im Hintergrund sind Bäume zu sehen.
Wenn ich jammern würde, wäre das auf einem so hohen Niveau, dass ich mich schämen müsste.
Fotografie von einem älteren Herr, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Solange ich Bücher lesen und mit Menschen kommunizieren kann, bin ich ein reicher Mensch.

Swiss Life-Strassenumfrage: Das sagen Menschen in Zürich über ihre Finanzen.

Der beste finanzielle Schachzug?

«Ich habe früh begonnen, in Aktien zu investieren», verrät Naima (25). Glückspilz Hans-Peter (68) erwarb vor acht Jahren Nvidia-Aktien. Auch Carolina (30) hat angelegt, Elsbeth (80) in Immobilien. Roberta (36) nennt die dritte Säule, Antonio (64) und Risch (76) den Hauskauf. Stella Mia (24) und Sandra (40) setzen auf ein Sparkonto. Ungewöhnliche, beste Finanzentscheide? Die gibt es auch: «Ich habe zwei, drei Uhren gekauft, deren Wert über all die Jahre explodiert ist», sagt Pascal (33). Und Debby (35) erzählt: «Ich habe einen Kleinbus gekauft, den ich zu einem Camper umgebaut habe.» Zeitweise lebte sie darin und ersparte sich die Miete.

Portrait von zwei Damen, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Ich habe einen Kleinbus gekauft, den ich zu einem Camper umgebaut habe.
Portrait von einem Herr, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Ich habe zwei, drei Uhren gekauft, deren Wert über all die Jahre explodiert ist.
Illustration: Eine ältere Frau steht mit einer Landkarte in der Hand vor dem Panorama der Vorsorge.
Illustration: Eine ältere Frau steht mit einer Landkarte in der Hand vor dem Panorama der Vorsorge.

Vorsorge-Panorama Schweiz 2025

Zahlen und Fakten zur finanziellen Lage der Bevölkerung

Der grösste Investitionsflop?

Ein Whirlpool, echt jetzt? Naima nickt lachend und erzählt: «Meine Eltern waren gar nicht happy, als plötzlich ein Whirlpool im Garten stand.» Dominik (27) ist dagegen früh von zu Hause ausgezogen und musste selbst für die Miete aufkommen. Christa (67) bereut, dass sie als 22-Jährige Gold erworben und wieder verkauft hat. Fabio (34) hat die kleine Erbschaft seines Vaters ausgegeben und hätte lieber etwas investiert. Sandra (40) hat einen Kredit aufgenommen, den sie heute bereut: «Man zahlt halt einfach drauf.» Antonio (64) nennt die Hochzeit, weil seine Ehe in die Brüche ging: «Eine Scheidung ist kapitalmässig eine Katastrophe», sagt er.

Portrait von einer jungen Damen, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Meine Eltern waren gar nicht happy, als plötzlich ein Whirlpool im Garten stand.
Portrait von einem Herr, im Hintergrund ist die Stadt Zürich zu sehen.
Eine Scheidung ist kapitalmässig eine Katastrophe.

Was tun mit 1000 Franken mehr pro Monat?

«Ich würde sicher einen Teil für Kleider ausgeben», sagt Alanis (16) schmunzelnd. Sandra (40) würde sich gesünderes Essen leisten – mehr Bio und regional. Antonio (64) würde sich ein schöneres Auto kaufen, Heidi (76) in Kunstprojekte investieren. Debby (35) würde das ganze Geld anlegen, Carolina (30) mehrheitlich: «Nur für meinen Hund würde ich vielleicht noch etwas ausgeben.» Stella Mia (24) und Eva (16) würden sparen, Roberta (36) in die dritte Säule einzahlen und Pascal (33) alles für seine Altersvorsorge auf die Seite tun. Elsbeth (80) würde spenden, Federico Emanuel (77) ebenso – nachdem er seine Liebste zum Dinner in die Kronenhalle ausgeführt hätte.

Portrait von zwei jungen Damen, im Hintergrund ist der Zürichsee  zu sehen.
Ich würde sicher einen Teil für Kleider ausgeben.
Portrait von einer Dame, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Nur für meinen Hund würde ich vielleicht noch etwas ausgeben.

Bester Finanzberater?

«Meine Mutter», sagt Pascal (33) lachend und erklärt: «Sie ist nie in finanzielle Not geraten und hat ihre Finanzen absolut im Griff.» Carolina (30) nennt ihre Schwester, Sandra (40) ihre Schwiegermutter: «Sie ist immer up to date und gibt mir Tipps und Tricks.» Federico Emanuel (77) hatte nie einen Finanzberater. Antonio (64) sagt: «Das bin ich selber.» Naima (25) nennt ihre Kollegin und ergänzt lachend: «Meinen Vater würde ich nicht fragen.» Robin (37) findet es grundsätzlich wichtig, dass man über die Finanzen redet: «Ich bleibe mit Freunden im Austausch und spreche mit ihnen darüber.»

Portrait von einer Dame, im Hintergrund ist der Zürichsee  zu sehen.
Meine Schwiegermutter ist immer up to date und gibt mir Tipps und Tricks.
Portrait von zwei Damen, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Ich bleibe mit Freunden im Austausch und spreche mit ihnen darüber.

Gender Investment Gap: Überrascht?

Antonio (64) überrascht das nicht: «Frauen bevorzugen die Sicherheit eines Sparkontos», erklärt er. Das sieht auch Imelda (74) so: «Frauen sind prinzipiell vorsichtiger, was Investitionen angeht.» Roberta (36) sieht sich selbst nicht risikofreudig. «Als Frau musst du viel mehr Eigeninitiative zeigen», gibt Naima (25) zu bedenken. So würden etwa Väter eher mit Söhnen als mit Töchtern über Finanzen sprechen.

Portrait von einem Ehepaar, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Frauen sind prinzipiell vorsichtiger, was Investitionen angeht.

Anders sieht das Elsbeth (80): «Mein Mann hat sich nie um unsere Finanzen gekümmert. Er hat zwar gut verdient. Aber alles, was mit Finanzen zu tun hatte, war mein Job.» Debby (35) glaubt, dass der Gender Investment Gap künftig abnehmen wird: Immer mehr Frauen würden sich mit dem Thema auseinandersetzen. Dieser Meinung ist auch Carolina (30). Ihr Tipp für Frauen: «Einfach machen, go for it – investieren und das Beste daraus machen.»

Portrait von einer Dame, im Hintergrund ist die Zürcher Altstadt zu sehen.
Mein Mann hat sich nie um unsere Finanzen gekümmert. Er hat zwar gut verdient. Aber alles, was mit Finanzen zu tun hatte, war mein Job.

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