Ein Laptop, ein Tisch, ein Stuhl – theoretisch braucht es nicht viel, um zuhause arbeiten zu können. Praktisch sieht es allerdings anders aus: Wer regelmässig im Homeoffice arbeitet, stellt andere Ansprüche an die eigenen vier Wände. Ruhe und Tageslicht werden ebenso wichtig wie eine stabile Internetverbindung.
Das Arbeiten von zuhause hat sich in der Schweiz etabliert. Gemäss Bundesamt für Statistik leisteten 2025 rund 37 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich Teleheimarbeit. Dieser Wert übertrifft die Zahl der drei Vorjahre und verzeichnet ein Plus von über 12 Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie.
Damit verändert sich auch die Funktion des Zuhauses. Es ist für viele nicht mehr nur Rückzugs-, Familien- und Freizeitort, sondern an einzelnen Tagen zugleich Arbeitsplatz. Eine Studie von EBP Schweiz (ein unabhängiges Schweizer Beratungsunternehmen) im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen kommt denn auch zum Schluss, dass multilokales Arbeiten vor allem verändert, wie wir wohnen und unseren Alltag organisieren und nicht nur, wo wir wohnen.
Flexible Lösungen sind gefragt
Ein separates Arbeitszimmer ist natürlich die komfortabelste Variante: Man kann die Tür schliessen, Videokonferenzen führen und am Ende des Tages auch räumlich Feierabend machen. Doch gerade in Städten ist ein zusätzliches Zimmer teuer.
Deshalb zählt zunehmend die Flexibilität des Grundrisses. Eine grosszügige Nische, ein flexibel nutzbares Zimmer oder ein Bereich, der sich mit einem Raumteiler oder Schiebetüren abtrennen lässt, kann bereits viel
bewirken. Entscheidend ist also weniger die reine Zahl der Quadratmeter als die Frage, wie vielseitig diese genutzt werden können.
Was ein gutes Homeoffice braucht
In kleineren Wohnungen landet der Laptop oft auf dem Esstisch. Für gelegentliches Homeoffice funktioniert das, bei regelmässiger Nutzung zeigen sich jedoch schnell die Grenzen: Arbeit und Privatleben vermischen sich, Videokonferenzen konkurrieren mit dem Familienalltag und der Arbeitsplatz muss täglich auf- und abgebaut werden.
Bei der Immobiliensuche sollte deshalb nicht nur die Frage zählen, ob irgendwo ein Schreibtisch Platz findet, sondern auch, wo. Tageslicht, Ruhe und gute Lüftungsmöglichkeiten erhöhen den Komfort. Ebenso wichtig ist eine leistungsfähige Internetverbindung.
Auch das Wohnumfeld zählt
Wer häufiger zuhause arbeitet, verbringt automatisch mehr Zeit im eigenen Quartier. Damit gewinnen eine ungestörte Arbeitsumgebung Einkaufsmöglichkeiten und andere Angebote in der Nähe an Bedeutung.
Eine Studie des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt zudem: Homeoffice kann den Wunsch nach mehr Wohnfläche verstärken. Gleichzeitig ermöglicht flexibles Arbeiten manchen Haushalten, einen weniger zentralen Standort zu wählen, wenn der Arbeitsweg nicht mehr täglich anfällt. Eine grundsätzliche Abwanderung aus den Städten lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Andere Faktoren, insbesondere das soziale Umfeld, bleiben für die Wohnortwahl wichtiger.
Fazit: Die Immobilie muss zum Arbeitsalltag passen
Homeoffice hat das Wohnen nicht revolutioniert, aber um eine wichtige Anforderung ergänzt. Neben Lage, Preis und Grösse stellen sich heute zusätzliche Fragen: Wo kann ich hier arbeiten? Kann ich mich zurückziehen? Gibt es genügend Tageslicht und schnelles Internet? Lässt sich ein Raum später anders nutzen?
Wer eine Immobilie sucht, sollte deshalb den eigenen Arbeitsalltag genauso in die Entscheidung einbeziehen wie Familiengrösse, Budget oder Freizeitbedürfnisse. Denn eine Wohnung, die am Wochenende perfekt erscheint, muss noch lange nicht die richtige sein, wenn am Montagmorgen der Laptop aufgeklappt wird.
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