Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt auch 2026 angespannt. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist hoch und das Angebot knapp. Dazu kommen leicht steigende Hypothekarzinsen. Für Kaufinteressierte und Eigenheimbesitzer stellt sich zunehmend die Frage, welche Hypothekarform in diesem Umfeld die richtige ist.

Obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) weiterhin an einer Nullzinspolitik festhält, sind besonders die Zinsen für Festhypotheken mit längeren Laufzeiten im vergangenen Quartal gestiegen. Der Grund dafür liegt weniger in der Geldpolitik als vielmehr in den Entwicklungen an den Kapitalmärkten: Banken refinanzieren sich über langfristige Anleihen, deren Renditen zuletzt gestiegen sind. Hinzu kommen höher gewichtete Risikoprämien, regulatorische Anforderungen und eine vorsichtigere Kreditvergabe.

SARON-Hypothek: Günstig, aber nicht risikofrei

Vor diesem Hintergrund rückt der Entscheid zwischen SARON- und Festhypothek in ein neues Licht. SARON-Hypotheken orientieren sich am kurzfristigen Geldmarkt und profitieren direkt vom tiefen Leitzinsniveau. Sie sind nach wie vor vergleichsweise günstig und bieten eine hohe Flexibilität, etwa bei einem späteren Wechsel oder einer Rückzahlung. Gleichzeitig reagieren sie unmittelbar auf Veränderungen des Zinsumfelds. Steigen die Geldmarktsätze, macht sich das rasch in den monatlichen Kosten bemerkbar. Wer sich für eine SARON-Hypothek entscheidet, muss daher bereit sein, Schwankungen zu tragen und finanziellen Spielraum einzuplanen.

Festhypothek: Planungssicherheit hat ihren Preis

Festhypotheken hingegen bieten Stabilität. Der Zinssatz wird für eine bestimmte Laufzeit fixiert, was eine verlässliche Budgetplanung erlaubt. Gerade in einem Umfeld, in dem langfristige Zinsen tendenziell leicht anziehen, kann diese Sicherheit ein entscheidender Vorteil sein. Allerdings erkauft man sich diese Planbarkeit mit einer höheren Gewinnmarge seitens des Finanzierungsinstituts. Wer sich heute langfristig bindet, zahlt mehr als noch vor einigen Quartalen und verzichtet auf die Chance, von weiterhin tiefen Geldmarktzinsen zu profitieren.

Welche Finanzierung passt zu mir?

Welche Variante sinnvoller ist, hängt stark von der persönlichen Situation ab. Wer langfristig im Eigenheim bleiben will, ein stabiles Einkommen hat und Wert auf kalkulierbare Ausgaben legt, dürfte mit einer Festhypothek ruhiger schlafen. Wer hingegen flexibel bleiben möchte, kürzere Planungshorizonte hat oder bewusst auf weiterhin tiefe Zinsen setzt, kann mit einer SARON Hypothek Kosten sparen – sollte sich der Risiken aber bewusst sein.

Kombinationen gewinnen an Bedeutung

Da die SNB ihren Leitzins voraussichtlich noch länger unverändert lassen wird, spricht kurzfristig wenig für stark steigende SARON-Zinsen. Gleichzeitig bleibt das Risiko bestehen, dass sich die Kapitalmarktzinsen weiter nach oben bewegen und damit auch Festhypotheken teurer werden. In diesem Spannungsfeld kann es sinnvoll sein, verschiedene Laufzeiten oder Hypothekarformen zu kombinieren, um Risiken zu streuen und Chancen zu nutzen.

Fazit

Eine pauschal richtige Lösung gibt es nicht. Entscheidend ist eine realistische Einschätzung der eigenen finanziellen Belastbarkeit, der Zukunftspläne und der persönlichen Risikobereitschaft. Wer diese Faktoren sorgfältig abwägt, kann auch 2026 in einem heissen Immobilienmarkt klug finanzieren.

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