Wie viel Wohnraum steht einer Person in den grössten Schweizer Städten heute zur Verfügung? Hat sich die Wohnsituation verbessert oder verschlechtert? Eine aktuelle Analyse des Bundesamts für Statistik (BfS) 2024 gibt Aufschluss über die Entwicklung der letzten Jahre.
Die Wohnqualität in einer Stadt hängt von zahlreichen Faktoren ab – darunter die durchschnittliche Wohnfläche pro Person. Eine neue Studie des BfS vergleicht 50 Schweizer Städte und zeigt klare Unterschiede auf. Dabei liegt der Fokus auf den acht bevölkerungsreichsten Städten: Zürich, Genf,Basel, Bern, Lausanne, Luzern, St. Gallen und Lugano.
Lugano weiterhin Spitzenreiter
Nach wie vor gilt: In den Stadtzentren ist der Wohnraum knapper als in den Agglomerationen. Der durchschnittliche Wohnraum pro Person in den grossen Kernstädten liegt aktuell bei 41 m2, während er in den umliegenden Regionen 48 m2 beträgt. 2017 betrug dieser Wert noch 42 m2 bzw. 46 m2, was zeigt, dass die Verfügbarkeit von Wohnraum in den Städten leicht gesunken ist. Eine Ausnahme bildet Lugano, wo die Wohnfläche pro Person mit 46 m2 am höchsten ist. Dies ist vor allem der hohen Anzahl an Einfamilienhäusern geschuldet. Der Anteil dieser Immobilien liegt hier bei 16 %, während er schweizweit bei nur 6 % liegt. Auch Luzern und St. Gallen schneiden mit jeweils 44 m2 gut ab.
Genf bleibt Schlusslicht
Das andere Extrem zeigt sich in Genf, das mit 12'950 Einwohnern pro Quadratkilometer eine der am dichtesten besiedelten Städte Europas bleibt. Hier stehen pro Person lediglich 34 m2 Wohnfläche zur
Verfügung, ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2017 (35 m2). Auch Basel, Bern, Zürich und Lausanne liegen weiterhin unter dem Durchschnitt. Die geringste Wohnfläche gibt es dabei nach Genf in Basel (36 m2), Bern (37 m2) und Zürich (38 m2).
Eng bewohnte Wohnungen
Ein weiteres Problem ist die Wohnungsüberbelegung. In der Definition des BfS gilt eine Wohnung als überbelegt, wenn mehr Personen darin leben als Zimmer vorhanden sind. Diesbezüglich besonders betroffen ist erneut Genf, wo aktuell 19 % der Haushalte als überbelegt gelten. Auch in Lausanne (14 %) und Basel (11 %) gibt es eine hohe Überbelegungsquote. Dagegen bleibt die Situation in Luzern und St. Gallen mit jeweils nur 4 % entspannt.
Mehr Leerstand, bessere Chancen
In Städten mit mehr Wohnraum pro Person gibt es tendenziell auch mehr leerstehende Wohnungen. In Lugano und Luzern liegt die Leerwohnungsziffer aktuell bei 2.6 %, was Suchenden die Wohnungssuche
erleichtert. In Genf ist die Quote mit nur 0.4 % hingegen weiterhin alarmierend niedrig. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Mietpreise, da eine geringe Verfügbarkeit den Preisdruck verstärkt.
Fazit
Auch wenn die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in der Schweiz seit 1970 (30 m2) massiv gestiegen ist, hat sie sich in den letzten Jahren kaum verbessert. Der Wohnraum pro Person ist in den meisten Städten
stagniert oder gesunken. Der heutige Wert von 41 m2 in den Kernstädten liegt nur noch knapp über dem Niveau von 2010, während in einigen Städten wie Genf oder Zürich sogar ein Rückgang zu verzeichnen ist. Lugano, St. Gallen und Luzern sind weiterhin die attraktivsten Städte in Bezug auf Wohnfläche und Leerstand. Genf, Basel, Zürich und Lausanne bleiben dagegen am unteren Ende des Rankings, mit wenig Wohnraum pro Person und einer hohen Überbelegungsquote.
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