Frauen sind aus verschiedenen Gründen beim Thema Rente benachteiligt. Ein Thema, das Menschen in der Schweiz beschäftigt? Swiss Life hat in Zürich nachgefragt.

«Ja, da ist schon eine grosse Ungleichheit»: Strassenumfrage zum Thema Frauen und Vorsorge (Kamera: Adrian Reusser, Keystone)

Wie eine Studie von Swiss Life zeigt, erhalten Frauen in der Schweiz heute im Schnitt ein Drittel weniger Rente als Männer. Ein Ende der Ungleichheit ist noch lange nicht in Sicht. Doch ist die Rentenungleichheit zwischen den Geschlechtern ein Thema, das Menschen auf der Strasse beschäftigt? Swiss Life wollte das genauer wissen und hat Anfang November Passantinnen und Passanten in Zürich befragt. Einige Antworten, Meinungen und Denkanstösse rund um das Thema Frauen und Vorsorge finden Sie im Video – Letzteres als Momentaufnahme und ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. 

Stimmen aus der Umfrage

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Frage: Wie wichtig ist Ihnen als Frau finanzielle Unabhängigkeit?
Shantala Branca, Kunsthistorikerin: «Sehr wichtig. Dieses Muster, das man von früher her kennt, dass die Frau Kinder kriegt und dann eigentlich ihr eigenes berufliches Leben aufgibt – das finde ich absolut nicht mehr zeitgemäss.»

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Frage: Befassen Sie und Ihre Partnerin sich gemeinsam mit der Planung der Altersvorsorge?
Domenico Pignone, Exportleiter:
«Meine Frau beschäftigt sich weniger aktiv mit der Altersvorsorge, das übernehme meist ich für uns gemeinsam. Ich finde, die generelle Situation mit den Rentenunterschieden zwischen Männern und Frauen ist nicht okay. Wir leisten ja alle das Gleiche, also soll auch jeder das Gleiche kriegen.»
 

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Frage: Denken Sie, dass Frauen heute finanziell selbstbestimmter sind als noch vor 20 Jahren?
Adelheid Schäfli, pensionierte Verkäuferin:
«Ja, zu hundert Prozent. Aber ich bin allein und desto mehr muss ich auch schauen, dass ich finanziell über die Runden komme. Ich finde es daneben, dass Frauen immer noch weniger verdienen und auch bei der Rente weniger haben.»

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Frage: Haben Sie sich während des Berufslebens mit Ihrer Altersvorsorge befasst?
Rina Gruić, pensionierte chemische Laborantin:
«Ich habe immer noch ein bisschen auf der Seite gespart. Aber die Ungleichheit ärgert mich schon. Da sollte etwas getan werden, ich sehe die Verantwortung vor allem bei der Politik.»

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Frage: Was, denken Sie, muss passieren, damit sich die Situation für Frauen verbessert?
Desirée Bischof, Ärztin:
«Beruf und Familie sollten vereinbar sein. Das sind sie überhaupt nicht. (…) Es sind ja nicht nur Frauen, es sind ja auch Männer, die – je nachdem – Väterzeit haben. Das ist, denke ich, keine Mann-Frau-Frage, sondern eine Familienfrage.»

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Frage: Frauen sind im Hinblick auf die Altersvorsorge oft schlechter abgesichert als Männer. Wie denken Sie über dieses Thema?
Daniel Christen, Goldschmied:
«Fair ist das natürlich nicht. Für mich ist es in der Schweiz aber ein Jammern auf hohem Niveau. Ich bin in Südafrika geboren, ich weiss, was Frauenthemen in Afrika bedeuten würden, verglichen mit der Schweiz. Und dann würde ich doch eher sagen, dass die grossen Probleme woanders sind und die Schweiz eher nur marginal betroffen ist. Benachteiligt in der Schweiz sind in erster Linie Migrantinnen, die die Sprache nicht können.»

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Frage: Meist sind es Frauen, die infolge Familiengründung das Arbeitspensum reduzieren. Warum, denken Sie, ist das so?
Alina Klaus, Consultant:
«Grundsätzlich habe ich die Vereinbarung mit meinem Partner, dass auch er reduzieren wird. Unsere Idealvorstellung ist, dass wir beide auf 80% gehen.»

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