Das neue Gemeinderanking der «Bilanz» überrascht mit einem neuen Spitzenreiter: Freienbach (SZ). Die Gemeinde am Zürichsee erklimmt erstmals Platz 1 unter 960 verglichenen Gemeinden. Was steckt dahinter?

Von Platz 7 im vergangenen Jahr hat es Freienbach 2025 an die Spitze geschafft: Gemäss «Bilanz» ist es neu die beste Gemeinde der Schweiz.

Tiefe Steuern, gute Lage, hohe Lebensqualität

Die Gründe für den Sieg sind vielfältig: Neben tiefen Steuern – 7,9 Prozent für ledige Personen, rund 4,8 Prozent für Verheiratete – sind Lage und Erreichbarkeit ausschlaggebend: Dank seiner Nähe zu Zürich ist Freienbach attraktiv für Pendler und für Menschen, die sowohl Stadt- als auch Naturnähe schätzen. Weitere Pluspunkte: die hohe Dichte an Arbeitsplätzen, der ländliche Charakter und die starke Nachfrage nach Wohnungen.

Gemeinden am See sind Gewinner

Direkt hinter Freienbach reiht sich eine weitere See-Gemeinde ein: Altendorf (SZ). Die Nähe zu Freienbach und die Kombination aus Lebensqualität, Infrastruktur und Lage zahlen sich aus. Auf Platz 3 schafft es Maienfeld (GR), das zwar weder mit Seezugang noch mit Grossstadtnähe punkten kann, aber dafür u. a. von der Nähe zur Wirtschaftsregion Chur-Landquart und einer guten Verkehrsanbindung bei gleichzeitiger landschaftlicher Attraktivität profitiert.

Solothurner Gemeinde ist Verliererin

Am unteren Ende der Skala befinden sich zahlreiche Gemeinden aus der Romandie und dem Tessin. Grund dafür dürfte die Kombination aus hoher Steuerlast, geringer Wirtschaftskraft, schwacher Infrastruktur und –
gerade bei abgelegenen Bergdörfern – schlechter Erreichbarkeit sein. Das Schlusslicht bildet allerdings eine altbekannte Solothurner Gemeinde: Mümliswil-Ramiswil (SO), das in den letzten Jahren bereits mehrfach auf dem letzten Platz landete.

Städte fallen im Ranking weiter zurück

Die Schweizer Grossstädte schneiden im Ranking zunehmend schlecht ab. Zürich fällt innerhalb eines Jahres von Platz 54 auf Platz 135 ab, Genf büsst gar 428 Positionen ein und landet neu auf Platz 763. Die Hauptgründe: hohe Immobilien- und Mietpreise, ein zunehmender Verdichtungsdruck und damit weniger Grünflächen, steigender Verkehrslärm, vergleichsweise hohe Steuern und Kriminalität. Bern und Basel befinden sich nach wie vor im Mittelfeld, haben sogar Plätze gutgemacht. Basel hat sich mit Rang 248 zur zweitbesten Grossstadt gemausert.

Gemeinden mit über 2000 Einwohnern im Fokus

Für das Ranking wurden 960 Schweizer Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern unter die Lupe genommen. Der Bewertung liegen insgesamt 56 Kriterien zugrunde, die sich in acht Themenfelder gruppieren lassen: Steuern, Wohnmarkt, Mobilität, Versorgung, Sicherheit, Ökologie, Bevölkerungsstruktur und Wirtschaftskraft.

Fazit

Aus dem Ranking lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:

  • Einzelne Faktoren wie etwa ein tiefer Steuerfuss reichen selten aus. Wer vorne liegt, überzeugt mit einem Gesamtpaket.
  • Seenahe Gemeinden profitieren, aber auch landschaftliche Attraktivität ohne Seezugang zahlt sich aus.
  • Städte schneiden wegen wachsender Mobilitätsprobleme, Flächenknappheit, hoher Kosten und Verdichtung oft unterdurchschnittlich ab. 

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