Scheidung – und die Folgen für Ihre Vorsorge

Bei einer Scheidung gibt es viele Aspekte zu klären. Einer davon ist die Vorsorge aus der 1. und 2. Säule. Wir zeigen Ihnen, was eine Scheidung für Ihre Vorsorge bedeutet.

Die Ehe ist rechtlich betrachtet ein von zwei Seiten kündbarer Vertrag. Die Scheidung kann von einem Ehepartner allein oder von beiden eingereicht werden, und das ohne Angabe von Gründen. Im besten Fall wird die Scheidung in gegenseitigem Einvernehmen abgewickelt.

Ohne Anwälte wird eine Ehe in aller Regel schneller und günstiger geschieden. Die Ehepartner einigen sich mittels Konvention über die entscheidenden Punkte: Sorgerecht der Kinder, Unterhalt für Kinder und Partner, berufliche Vorsorge und Güterrecht.

Komplizierter wird es, wenn einer der beiden die Scheidung ablehnt. Die Partei, die die Scheidung wünscht, kann frühestens zwei Jahre nach der gerichtlichen Trennung vor Gericht auf einer Scheidung bestehen.

Die Vermögenswerte der Ehepartner in der 1. und 2. Säule werden bei einer Scheidung wie folgt aufgeteilt:

1. Säule              

Für die AHV/IV werden die während der Ehe erzielten AHV-pflichtigen Einkommen zusammengezählt und hälftig auf die beiden AHV-Konten verteilt. Reichen Sie gleich nach der Scheidung bei der Ausgleichskasse einen Antrag auf Splitting der Einkommen ein.

2. Säule

In der 2. Säule (Pensionskasse) wird ebenfalls eine Aufteilung vorgenommen – unabhängig vom gewählten Güterstand der Ehepartner. Eine Gütertrennung findet in der 2. Säule keine Anwendung, der Vorsorgeausgleich ist zwingendes Recht.

Für die Berechnung des aufzuteilenden Betrags wird die Differenz zwischen dem Vermögen bei Eheschliessung (inklusive aufgelaufener Zinsen) und dem Guthaben beim Scheidungsdatum berücksichtigt. Beide Ehegatten haben nun Anspruch auf die Hälfte des beim anderen Ehegatten errechneten Betrags.

Zur Feststellung des Vorsorgeausgleichs braucht das Gericht von Ihrer Pensionskasse eine Bestätigung über die Durchführbarkeit dieser Teilung.

Schliessen der Vorsorgelücke

Die dadurch entstehende finanzielle Lücke in der beruflichen Vorsorge, können Sie nach der Scheidung bis zur Pensionierung wieder einkaufen.

So gehen Sie vor:

  • Im Scheidungsverfahren muss dem Gericht die Freizügigkeitsleistung der 2. Säule zum Zeitpunkt der Eheschliessung und der Scheidung mitgeteilt werden. Diese Werte geben Aufschluss über das während der Ehe angesparte Kapital. Wenden Sie sich dafür an unseren Kundenservice. Wir werden Ihnen das Dokument mit den gewünschten Informationen zustellen.  
  • Danach werden die beteiligten Vorsorgeeinrichtungen vom Gericht aufgefordert, den vom Gericht bestimmten Betrag an die Pensionskasse des Ehegatten zu überweisen.
  • Kommt es zur Teilung des Vorsorgeguthabens, hat der oder die Besserverdienende tiefere Leistungen in der 2. und 3. Säule. Prüfen Sie in diesem Fall einen freiwilligen Einkauf in Ihre Pensionskasse.
  • Senden Sie der AHV-Ausgleichskasse nach der Scheidung einen Antrag auf Splitting der Einkommen.

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