Unser Leben ist ständig im Wandel und auch der berufliche Werdegang bleibt von Veränderungen nicht ausgenommen. Traditionelle Berufsbilder und Karrierewege werden durch neue, vielfältigere Modelle abgelöst und moderne Familienverhältnisse spiegeln sich zunehmend am Arbeitsplatz wider. Diese Entwicklung bietet Chancen, die es selbstbestimmt zu nutzen gilt.

Die Zeiten ändern sich. Die Arbeitszeiten auch.

Ein Leben lang demselben Beruf nachgehen, womöglich noch in ein und demselben Unternehmen? Nine to five, an fünf Tagen der Woche? Was früher die Regel war, ist heute die Ausnahme. Auch das traditionelle Rollenverständnis entwickelt sich hin zu einer konsequent gelebten Gleichberechtigung. So sind immer mehr Männer dazu bereit, zu Hause zu bleiben. Skype, Laptops und Tools wie GoToMeeting erlauben ein ortsunabhängiges Arbeiten, einige Firmen verzichten sogar vollständig auf feste Arbeitsplätze. Wer aus allen diesen Optionen den richtigen Weg für sich selbst bestimmt, hat die besten Aussichten auf ein erfolgreiches und zufriedenes Berufsleben.

Die geteilte Teilzeit

Die Elternschaft geht immer mit den grössten beruflichen Einschnitten einher. Bis vor wenigen Jahren war es ganz selbstverständlich die Frau, die unter diesen Umständen in Teilzeit ging. Inzwischen gibt es in der Schweiz zahlreiche Paare, die auf Kind und Karriere setzen. Die Lösung: eine 80-Prozent-Stelle für sie und ihn. Eine Variante, die es beiden Elternteilen ermöglicht, Zeit mit dem Nachwuchs zu verbringen, ohne mit grösseren finanziellen Einbussen zurechtkommen zu müssen. Auch Unternehmer stehen diesem Modell sehr offen gegenüber, da es weiterhin einen vergleichsweise hohen Arbeitsanteil und eine gewisse Kontinuität gewährleistet.

Karrierefrau und Hausmann

Es gibt sie wirklich und das immer mehr: Männer, die gerne zu Hause bleiben und sich um Haushalt und Kinder kümmern. Vielleicht nicht für immer, jedoch zumindest für eine Zeit lang. Vor der Entscheidung für diese zukunftsweisende Aufteilung empfiehlt es sich, einen besonders genauen Blick auf die Einkommenssituation zu werfen. War das Gehalt der Frau von vorneherein hoch, fällt die finanzielle Umstellung weniger schwer. Wird jedoch der Mann vom Hauptverdiener zum Hausmann, muss das Familienbudget strenger kalkuliert und eventuelle Vorsorgelücken müssen geschlossen werden.

Das Zuhause wird zum Office

Im Rahmen der neuen digitalen Möglichkeiten erfreut sich das Home Office immer grösserer Beliebtheit. In Absprache mit dem Personalverantwortlichen verlagern die Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände. Wie viele Tage oder halbe Tage die Woche klären Vorgesetzte und Angestellte untereinander. Entscheidend für den Erfolg dieses Konzepts ist die Selbstdisziplin, die es kritisch zu hinterfragen gilt. Nur zu leicht verführt das Home Office zu Ablenkungen aller Art, besonders wenn Kinder mit im Spiel sind. Der Vorteil: Auf das Gehalt hat die Home-Office-Lösung keine Auswirkungen und wer sich gut selbst motivieren kann, arbeitet im Home Office mitunter sogar effektiver.

Selbständiges Arbeiten

Mit der Selbständigkeit gehen die grössten Freiheiten und gleichzeitig die grössten Risiken einher. Dennoch sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Selbständigkeit heute grösser denn je. Denn über das Internet erschliesst sich ein weitaus grösserer Kundenkreis als noch vor einigen Jahren. Hinzu kommen die entsprechenden Business-Netzwerke und Online-Marketing-Tools. Um die grössten Risiken zu minimieren, sind eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine private Vorsorge zu empfehlen, da keine Renteneinzahlungen in die zweite Säule mehr erfolgen. Auf diese Weise ist auch im Alter ein selbstbestimmtes und finanziell unabhängiges Leben gesichert.

Was bedeutet der Wandel für die Karriere?

In Zeiten, in denen fast alles möglich ist, gibt es keinen klassischen Karriereweg mehr und auch keine Karrierekiller. So kann aus einer angesehenen Anwältin durchaus eine Besitzerin eines Tierhotels werden und aus einem Banker ein erfolgreicher Start-up-Unternehmer oder gar ein Weltenbummler. Auch für Angestellte muss ein Sabbatical keinen Karriereknick mehr zur Folge haben. Wer in Zeiten der Globalisierung neue Sprachen lernt, sich souverän in der Welt bewegen kann und sich vielleicht sogar sozial engagiert hat, sammelt bei Vorgesetzten Pluspunkte und verbessert die Wahrscheinlichkeit einer Beförderung.

Mit einem guten Plan die besten Möglichkeiten nutzen

Wo kein Weg mehr vorgegeben ist, kommt einer systematischen Karriereplanung eine besondere Bedeutung zu. So stellen sich die Fragen: Was möchte ich bis wann erreichen? Setze ich, als Mann oder Frau, auf Kind oder Karriere oder auf beides? Wie viel und wie lange möchte ich arbeiten? Was für ein Karrieretyp bin ich überhaupt? Wer sich an dieser Stelle die richtigen Antworten gibt, wird keine Mühe haben, die Karriere selbst zu bestimmen und den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. In diese Überlegungen ist die Finanzplanung stets miteinzubeziehen. Denn wer finanziell abgesichert ist, kann sich den ein oder anderen Umweg viel eher leisten und finanziell zuversichtlich in die Zukunft blicken. 

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