Loanne Duvoisin aus dem kleinen Neuenburger Dörfchen Les Geneveys- sur-Coffrane hat Grosses, gar Gigantisches vor: Olympische Spiele, der legendäre Ironman. Seit die Triathletin ihr Trainingspensum reduziert hat und auch Ruhepausen einlegt, startet die 20-Jährige durch. Letztes Jahr wurde sie in Hawaii Xterra-Junioren-Weltmeisterin.

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Ich war damals mit 300 Stundenkilometern unterwegs

Früher habe ich bei uns im Turnverein Leichtathletik betrieben. Es gab schon regionale Wettkämpfe, aber für mich war alles mehr ein Vergnügen, ich hab mich nicht zu sehr reingehängt. Auch in der Schule habe ich mich nicht gross ins Zeug gelegt. Es reichte mir, wenn meine Noten ‹tout raclette› – genügend – waren», erzählt Loanne Duvoisin und grinst etwas verlegen. 

Gerannt ist die quirlige Neuenburgerin schon immer gerne, vor allem längere Strecken. Als sie klein war, preschte sie zusammen mit Geschwistern und Freunden auf dem Mountainbike durch die Wälder des Val de Ruz, wo sie zuhause ist. Und irgendwann hat es klick gemacht. Auslöser war der Triathlon an den Olympischen Spielen 2012 in London. Loanne wusste damals nicht viel über dieser Ausdauersportart und noch weniger von Nicola Spirig, die für die Schweiz in dieser Disziplin die Goldmedaille holte. Doch der Finish der Athletin, die nicht zu den Ersten gehörte, als sie aus dem Wasser kam, hat die damals 14-Jährige tief beeindruckt und motiviert. Loanne wollte fortan mehr; mehr leisten und bessere Leistungen erbringen. Und zwar genau in dieser Sportart.

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Loanne Duvoisin

Triathletin

Die Schweizer Triathlon-Hoffnung wurde am 12. April 1998 geboren. Mit 14 entdeckte die frühere Hobby-Leichtathletin ihre Liebe zum Triathlon. Seitdem gewann Sie unter anderem die Xterra-Weltmeisterschaft in Hawaii bei den Junioren und wurde mehrfache Schweizermeisterin.

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Begleiten Sie Loanne Duvoisin hautnah beim Training

Während vier Jahren trainierte sie sehr intensiv, stand früh auf, fuhr nach La Chaux-de-Fonds, wo sie eine Ausbildung zur Gesundheitsfachfrau absolvierte. Nach der Schule ging’s an den Neuenburgersee zum Training. Um 21 Uhr kam sie nach Hause, ass etwas, erledigte ihre Aufgaben und erst dann war Nachtruhe. Zweimal die Woche nahm sie bereits um 5.15 Uhr den Zug, um vor der Schule schwimmen zu können. Ein gigantischer Aufwand. «Ich war damals mit 300 Stundenkilometern unterwegs», sagt sie. Denn Loanne hatte sich entschieden: Sie wollte das Beste aus sich herausholen, sowohl im Sport wie auch in der Schule. 

Im Schwimmclub machte sie ihr damaliger Trainer auf einen Mann aufmerksam, Yvain Jeanneret, der zweimal am Ironman in Hawaii teilgenommen hatte. Loanne machte grosse Augen und ein paar Wochen später erhielt sie gar eine vom Triathleten signierte Badekappe. Die Sportlerin packte ihre Chance und fragte Jeanneret, ob er sie trainieren würde. Er sagte zu – unter einer Bedingung: Loanne müsse den Trainingsplan einhalten. Danach reduzierte er als Erstes ihr wöchentliches Pensum um 40 Prozent und brachte ihr bei, wie wichtig angemessene Ruhepausen sind. Augenzwinkernd sagt sie:

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Zwar fällt es mir auch heute noch manchmal schwer, aber ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören.

Auf eine vielseitige Ernährung hat Loanne immer schon Wert gelegt, Fast Food ist ihr ein Gräuel. Durch den Sport hat sie einiges gelernt, beispielsweise, sich besser zu organisieren und auf alle Puzzleteile (Training, Schlaf, Ernährung) zu achten, denn das Ganze sei die Basis für eine optimale Leistung. Das Training hilft ihr auch, den Kopf freizubekommen. «Beim Sport konzentriere ich mich auf anderes. Danach scheinen mir Dinge, die mich vorher vielleicht genervt haben, gar nicht mehr so wichtig.» 

Die 20-Jährige freut sich über jede Auszeichnung, aber auch der Weg dorthin ist für sie sehr wichtig. Im Spitzensport gebe es einen Unterschied zwischen dem Resultat und der Leistung. Das Resultat eines Wettkampfs sei von äusseren Einflüssen abhängig, die sie nicht beeinflussen könne. «Das macht Angst und verursacht deshalb auch Stress.» Doch ihre Leistung kann Loanne beeinflussen – «Ich bestimme, wie ich mich auf das Rennen vorbereite.» Vor dem Wettkampf in Nyon, wo sie Anfang August den zweiten Platz erreichte, hat sie drei Wochen intensiv trainiert. «Ich hätte mich nicht besser vorbereiten können. So etwas gibt einem Sicherheit.» Niederlagen gebe es immer mal, aber nie ein vollständig verpatztes Rennen. «Vielleicht gewinnt man nicht, hat aber trotzdem in allen drei Disziplinen das Beste erreicht und auch die Übergänge gut gemeistert.»

Durch den Sport hat Loanne Duvoisin einiges gelernt, beispielsweise, sich besser zu organisieren und auf alle Puzzleteile (Training, Schlaf, Ernährung) zu achten. Das Ganze ist die Basis für eine optimale Leistung im Wettkampf.

2018 nimmt sie an zehn Wettkämpfen in fünf Monaten teil 

Der menschliche Körper hat Loanne schon immer fasziniert. «Ich finde die Funktionsweise der Muskeln spannend, und es interessiert mich, wie man durch Ernährung, Schlaf usw. eine Aktivität beeinflussen kann.» Und wenn man sie vor sich sieht, durchtrainiert, perfekt definierte Muskeln, sonnengebräunte Haut, kann man sich vorstellen, wie viel Energie sie in die Optimierung ihres Körpers steckt, der Gigantisches leisten kann. Es erstaunt daher auch nicht, dass Loanne im September eine Ausbildung zur Physiotherapeutin beginnt. Zwar ist es ihr erklärtes Ziel, einmal vom Sport leben zu können. Doch die Neuenburgerin bleibt realistisch und weiss, dass sie mit 40 nicht mehr die Leistung erbringen kann, die für den Spitzensport nötigt ist. Daher ist es ihr wichtig, einen Beruf zu erlernen, der sie interessiert und auch intellektuell herausfordert. Irgendwann möchte sie eine eigene Praxis haben oder in einer Gemeinschaftspraxis arbeiten. Nebst Physiotherapie möchte sie dort auch ihr Wissen über Mikroernährung an Sportler weitergeben. 

Doch bleiben wir im Jetzt – «fokussieren und im Moment bleiben», diese Maxime begleitet Loanne auch durch ihre Wettkämpfe. Mittlerweile trainiert sie acht bis zwölf Stunden pro Woche, die kürzeste Trainingseinheit dauert 30 Minuten. «In intensiven Phasen sind es auch mal ein paar Stunden mehr. Ich trainiere entweder Langstrecken oder mache Intervall-Trainings. In Intervall-Trainings kann ich meine körperlichen Grenzen ausloten.» Dieses Jahr nimmt sie in fünf Monaten an zehn Wettkämpfen teil, da ist ein striktes Regime unabdingbar. «Viele Leute fragen mich, ob ich auch mal Zeit habe, um tanzen zu gehen oder mit Freunden zu feiern», erzählt sie. Derartige Aktivitäten nimmt der Körper aber nicht einfach so hin, die dafür nötige Erholung kann sich Loanne nicht leisten. «Das ist für mich aber kein Verzicht. Ich weiss, wofür ich das alles mache, ich trainiere gerne und die meisten meiner Freunde treiben sowieso auch Sport.»

Die Disziplin, die der Triathletin am meisten Schwierigkeiten bereitet, ist das Schwimmen – wie hier im Schwimmbad Nid-du-Crô in Neuenburg. «Ich muss mich in diesem Bereich mehr anstrengen als beispielsweise beim Laufen», sagt sie.

2017 war das bislang erfolgreichste Jahr in der sportlichen Karriere der jungen Neuenburgerin. Sie qualifizierte sich für die Xterra-Weltmeisterschaften in Hawaii und kehrte als Xterra-Junioren-Weltmeisterin zurück. Das sei eine unglaubliche Zeit gewesen, auch das intensive Training für den Cross-Triathlon zuvor, die Reise, die Athleten, die sie kennengelernt habe. Danach standen drei Wochen Trainingspause auf dem Programm. «Mein Körper brauchte diese Regenerationszeit, aber sie hatte auch andere Auswirkungen auf mich. Vielleicht haben die Endorphine eine Zeit lang gefehlt, wer weiss.» Nebst Interviews und Siegesfeiern musste Loanne den Stoff nachholen, den sie in der Schule verpasst hatte, auf das emotionale Hoch folgte der harte Alltag. 

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Ich wusste bis dahin gar nicht, was ein Durchhänger ist, diese Zeit war nicht einfach.

Ihr Trainer und ihre Familie haben ihr aus dem Zwischentief herausgeholfen. «Meine Mutter hat sich um mögliche Sponsoren gekümmert und Yvain und sie haben mich mental unterstützt. Langsam habe ich wieder zu trainieren begonnen.» Seither schwimmt, pedalt und rennt Loanne motiviert weiter. Training um Training, Wettkampf um Wettkampf. Damit ihr grösster Wunsch Wirklichkeit wird, benötigt sie keine magische Hilfe. Sie ist überzeugt, dass sie es schafft, eines Tages durch eigene Kraft am legendären Ironman in Hawaii teilzunehmen. Der Triathlon ermöglicht ihr, in fremde Länder zu reisen und sich mit anderen Sportlern auszutauschen. Es motiviert sie, dass ihre Leistungen anderen Menschen Freude bereiten. Und sie weiss, dass dies auch ihre Familie freut, ohne deren Unterstützung sie ihr Pensum nicht schaffen könnte. «Meine Eltern nehmen sich viel Zeit für mich, begleiten mich an Wettkämpfe usw. Manchmal habe ich ein wenig ein schlechtes Gewissen, auch gegenüber meinen Geschwistern.» 

Und schon geht’s wieder los, ab zum Training. 2020 finden die nächsten Olympischen Spiele statt. Ob Loanne schon dann gegen ihre Inspiration Spirig antritt? Wer weiss. «Wenn dir deine Träume keine Angst machen, dann sind sie nicht gross genug.» Diese Aussage von Ellen Johnson-Sirleaf, die als erste Frau ein afrikanisches Land regierte, steht ganz oben auf Loannes Website loanneduvoisin.ch. Und es ist klar, dass dies nicht nur leere Worte sind. Die 20-Jährige ist zielstrebig daran, ihre Träume in die Realität umzusetzen. Schritt für Schritt, Umdrehung für Umdrehung und Zug um Zug.

Bilder: Mario Baronchelli

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